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Kassen-Hardware für Direktvermarkter

Waage und Scanner an der Hofladen-Kasse: Anbindung, Eichrecht, Praxis

Ein Barcode-Scanner und eine angebundene Waage sparen am Tresen mehr Zeit als jede andere Kassenfunktion - und sie sind der Unterschied zwischen einer Kasse, die man benutzt, und einer, die man umgeht. Technisch sind Scanner und Waage aber zwei völlig verschiedene Welten, und bei der Waage kommt das Eichrecht dazu. Diese Seite erklärt beide Geräteklassen, beide Waagen-Bauarten, was davon ohne Kabel funktioniert und welche Pflichten dabei bei dir als Betreiber bleiben.

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Waage und Scanner an der Hofladen-Kasse: Anbindung, Eichrecht, Praxis

Der Barcode-Scanner: eine Tastatur, kein Spezialgerät

Handelsübliche Barcode-Scanner melden sich am Tablet oder Rechner als USB-Tastatur an. Diese Betriebsart heißt HID-Keyboard-Wedge und ist der Grund, warum die Anbindung so unspektakulär ist: kein Treiber, keine Hersteller-Software, kein SDK. Der Scanner "tippt" den gelesenen Code ein, als hättest du ihn selbst eingegeben - die Kasse fängt diese Eingabe ab und legt daraus die Bon-Zeile an.

Das gilt für alle drei Bauformen gleichermaßen: Kabelscanner, Funkscanner mit 2,4-GHz-Dongle und Bluetooth-Geräte. Für die Kasse sind sie ununterscheidbar. Praktische Folge: Du bist an kein Modell gebunden. Ein defektes Gerät wird durch irgendeinen anderen HID-Scanner ersetzt, ohne dass jemand etwas umkonfigurieren müsste.

Warum ein Präfix die bessere Einrichtung ist

Weil der Scanner wie eine Tastatur aussieht, muss die Kasse Maschinen- von Menschen-Eingabe trennen. Dafür gibt es zwei Wege:

  • Präfix (empfohlen): Fast jedes Gerät lässt sich per Konfigurations-Barcode aus dem Handbuch so einstellen, dass es jedem Scan ein festes Zeichen voranstellt. Dann ist die Erkennung eindeutig - unabhängig davon, wo gerade der Cursor steht, und ohne Konflikt mit der Artikelsuche.
  • Tempo-Erkennung (Rückfallebene): Ein Scanner tippt viel schneller als ein Mensch. Kommt eine Zeichenfolge in wenigen Millisekunden und endet mit Enter, ist es sehr wahrscheinlich ein Scan. Das reicht für Geräte, die sich nicht programmieren lassen, ist aber weniger trennscharf.

Ein Punkt, den man leicht übersieht: Stell das Tastaturlayout des Scanners auf Deutsch. Steht er auf US-Layout, werden Ziffern zwar richtig, Sonderzeichen aber falsch übertragen - ein klassischer Grund für "der Scanner liest falsch".

Codes anlernen statt Stammdaten vorbereiten

Damit ein Scan etwas bewirkt, muss der Code einem Artikel zugeordnet sein. Statt das vorab für das ganze Sortiment zu tun, ist der praxistaugliche Weg das Anlernen im Betrieb: Beim ersten Scan eines unbekannten Codes fragt die Kasse, zu welchem Artikel er gehört; ein Klick, und die Zuordnung ist dauerhaft gespeichert. Nach zwei Verkaufstagen sind die Renner erfasst, ohne dass jemand einen Abend mit Stammdatenpflege verbracht hätte.

Zwei Bauarten von Waage - und warum der Unterschied alles entscheidet

Wenn von "Waage an der Kasse" die Rede ist, sind zwei sehr verschiedene Dinge gemeint. Die Wahl bestimmt, ob du ein Kabel brauchst, welcher Browser läuft und wie viel schiefgehen kann.

BauartWie sie an die Kasse kommtAufwand
Etikettenwaage (druckt Wägeetiketten)Die Waage bringt Gewicht oder Preis im Barcode des Etiketts unter. Die Kasse scannt das Etikett wie jeden anderen Barcode.gering - kein Kabel, kein Treiber, keine Kopplung
Tresenwaage (preisrechnend, seriell)Die Waage hängt per RS-232 oder USB-Seriell am Kassengerät und liefert das Gewicht live auf Abruf.mittel - Kabel, Schnittstellenwerte, Browserabhängigkeit

Der Etikettenweg deckt den Alltag ab

Für die meisten Hofläden ist die Etikettenwaage der bessere Einstieg: Sie funktioniert auf jedem Gerät und in jedem Browser, weil die Kasse nur einen Barcode lesen muss. Wer Fleisch, Käse oder lose Ware vorverpackt und auszeichnet, hat den Ablauf ohnehin schon - er wird nur noch von der Kasse verstanden statt abgetippt.

Die Live-Waage lohnt sich beim offenen Wiegen

Wird direkt vor dem Kunden gewogen - Kartoffeln in die Tüte, Käse am Stück -, spart die Live-Verbindung den Zwischenschritt. Der Wert steht sofort in der Bon-Zeile, ohne dass jemand ihn abliest und eintippt. Genau hier entstehen sonst Zahlendreher.

Die Handeingabe bleibt in beiden Fällen erhalten. Geräte fallen aus, Kabel gehen verloren, Firmware zickt - eine Kasse, die dann stillsteht, ist keine Kasse. Das Gewicht muss sich immer auch eintippen lassen.

Instore-Barcodes: wie Gewicht und Preis in den Strichcode kommen

Die EAN-13-Präfixe 20 bis 29 sind von GS1 für händlerinterne Nummern reserviert - Codes, die nur im eigenen Haus gelten und keinem Hersteller gehören. Etikettenwaagen nutzen genau diesen Bereich, um neben der Artikelnummer auch einen variablen Wert unterzubringen: das gewogene Gewicht oder den bereits berechneten Preis.

Ein verbreitetes Layout sieht so aus:

StellenInhaltBeispiel
1-2Präfix (20-29)21
3-7Artikelnummer der Waage00473
8-12Wert: Gewicht in Gramm oder Preis in Cent00850 = 850 g
13EAN-Prüfziffer4

Achtung, hier liegt die häufigste Fehlerquelle: Einen verbindlichen Standard für dieses Layout gibt es nicht. Jeder Waagenhersteller und teils jedes Modell legt selbst fest, wie viele Stellen die Artikelnummer bekommt, ob der Wert Gramm oder Cent trägt und ob vor dem Wert noch eine zweite Prüfziffer steht. Deshalb muss die Regel in der Kasse einstellbar sein - eine fest verdrahtete Annahme führt zu falschen Preisen, und zwar lautlos.

Der verlässliche Weg zur richtigen Einstellung ist ein echtes Etikett: Barcode und Klartext nebeneinander legen und prüfen, welche Ziffern welchem Wert entsprechen. Ein Testfeld in der Kassenverwaltung, in das man einen Code eintippt und sieht, was die Kasse daraus liest, erspart dabei jeden Support-Anruf.

Moderne Waagen können mehr: GS1-128 und DataBar

Neuere Systemwaagen drucken statt eines Instore-EAN einen GS1-Code mit sogenannten Element-Strings: AI 01 für die GTIN, AI 310n für das Nettogewicht in Kilogramm, AI 392n für den Preis. Das ist eindeutiger als jedes selbstgestrickte Instore-Layout, weil die Bedeutung im Code selbst steht. Gelesen wird es von jedem 2D-fähigen Scanner ohne Aufpreis.

Steht ein Preis auf dem Etikett, gilt der Etikettenpreis

Enthält der Barcode einen Preis, wurde er von der geeichten Waage berechnet. Die Kasse übernimmt ihn dann, statt ihn aus kg-Preis mal Gewicht neu auszurechnen. Der Grund ist praktisch: Bei Rundungsdifferenzen liefen sonst Etikett und Bon auseinander - und der Kunde hat das Etikett in der Hand. Sinnvoll ist stattdessen eine Plausibilitätsprüfung: Weicht der Etikettenpreis stark vom erwarteten Wert ab, wird die Zeile abgelehnt und muss von Hand erfasst werden, statt still korrigiert zu werden.

Tresenwaage live anbinden: Web Serial oder Geräte-Bridge

Preisrechnende Tresenwaagen haben fast immer einen seriellen Ausgang - klassisch RS-232, bei neueren Geräten auch USB-Seriell. Über diesen Anschluss gibt die Waage ihr Gewicht aus, entweder laufend oder auf ein Abfragekommando hin. Für die Kasse gibt es zwei Wege dorthin.

Weg 1: direkt aus dem Browser (Web Serial)

Chrome und Edge können serielle Geräte direkt ansprechen. Es braucht keine Installation: Du klickst einmal auf "Waage verbinden", wählst die Schnittstelle aus, und die Freigabe bleibt für diese Seite bestehen. Voraussetzung ist eine verschlüsselte Verbindung (HTTPS) und eine bewusste Nutzeraktion - beides ist im Kassenbetrieb ohnehin gegeben.

Die Einschränkung, die du kennen musst: Safari und Firefox unterstützen das nicht. Wer die Kasse auf einem iPad betreibt, kommt über diesen Weg nicht an ein Live-Gewicht.

Weg 2: kleine Geräte-Bridge am Tresenrechner

Für iPad-Betrieb, für Netzwerkwaagen und für Geräte, die sich im Browser nicht melden, übernimmt ein kleines Hilfsprogramm auf einem Rechner am Tresen die Verbindung und reicht den Wert an die Kasse weiter. Einmal installiert und mit einem Kopplungscode verbunden, läuft es im Hintergrund.

Der Nebeneffekt lohnt sich: Dieselbe Bridge kann auch Bondrucker ohne Systemtreiber ansprechen und die daran hängende Kassenlade öffnen. Wer bereits einen ESC/POS-Bondrucker mit Schublade am Tresen stehen hat, behält ihn damit.

Was du vor dem Anschließen wissen solltest

Serielle Verbindungen haben Einstellungen, die auf beiden Seiten übereinstimmen müssen - typischerweise Baudrate, Datenbits, Parität und Stoppbits, etwa 9600-7-E-1. Dazu kommt bei vielen Waagen ein einstellbarer Protokolltyp, der den Aufbau der gesendeten Datensätze bestimmt. Diese Werte stehen im Handbuch oder im Servicemenü der Waage; frag sie beim Händler ab, bevor du bestellst. Ohne sie ist eine Live-Anbindung Rätselraten.

Wichtig ist außerdem, dass die Kasse nur stabile Werte übernimmt. Solange die Waagschale schwingt, meldet die Waage das mit - ein Wert aus der Bewegung heraus wäre schlicht falsch. Instabile oder fehlerhafte Datensätze werden abgelehnt, nicht geglättet.

Eichrecht: was du selbst erledigen musst

Sobald ein Gewicht den Preis bestimmt, ist die Waage eichpflichtig. Das ist deine Pflicht als Betreiber - kein Kassensystem kann sie dir abnehmen. Die folgenden Punkte sind eine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung; verbindlich ist die Auskunft deiner zuständigen Eichbehörde.

  • Konformitätsbewertung: Für den Einsatz im geschäftlichen Verkehr braucht die Waage die passende Genauigkeitsklasse (im Handel üblicherweise Klasse III) und eine EU-Konformitätsbewertung. Neu gekaufte Ladenwaagen bringen das ab Werk mit - beim Gebrauchtkauf gehört es geprüft.
  • Eichfrist: Die Eichgültigkeit läuft in der Regel nach zwei Jahren ab. Danach muss nachgeeicht werden, sonst darf das Gerät im Verkauf nicht mehr eingesetzt werden.
  • Anzeige der Inbetriebnahme: Die Verwendung eines neuen oder erneuerten Messgeräts ist der zuständigen Eichbehörde binnen sechs Wochen anzuzeigen.
  • Sichtbarkeit für den Kunden: Der ermittelte Wert muss für den Kunden erkennbar sein - über ein zu ihm gedrehtes Waagendisplay oder das gedruckte Wägeetikett. Ein Kassenbildschirm ersetzt das Waagendisplay nicht.

Was ein Kassensystem im Gegenzug richtig machen muss

Die Kasse steht am Ende der geeichten Kette und darf sie nicht verfälschen. Konkret heißt das: Der gelieferte Gewichtswert wird unverändert übernommen und mit dem kg-Preis multipliziert - nicht gerundet, nicht "plausibilisiert", nicht verlustbehaftet umgerechnet. Passt ein Wert nicht, wird er abgelehnt statt still korrigiert. Und der Rohwert samt Herkunft der Zeile gehört in die Aufzeichnung, weil bei einer Kassennachschau nachvollziehbar sein muss, wie eine Position entstanden ist.

Die Waage darf keine Kassenbons ausgeben

Viele Systemwaagen können technisch mehr, als sie im Hofladen dürfen. Solange sie Etiketten druckt, ist alles gut. Sobald sie Verkäufe summiert und einen Kassenbon ausgibt, wird sie selbst zum elektronischen Aufzeichnungssystem nach § 146a AO - mit eigener TSE-Pflicht und eigener Meldepflicht. Der saubere Zuschnitt ist deshalb: Die Waage wiegt und etikettiert, kassiert wird ausschließlich an der Kasse. Was TSE-Pflicht und Belegausgabe im Einzelnen verlangen, steht im Ratgeber TSE-Pflicht im Hofladen.

Mehrere Kassen: Tresen, Hofcafé, Marktstand

Sobald in einem Betrieb mehr als eine elektronische Kasse läuft, ist jede davon ein eigenes Aufzeichnungssystem. Das "zweite Tablet" ist damit keine Kopie der ersten Kasse, sondern eine eigene fiskalische Einheit.

  • Eigener TSE-Client je Kasse. Mehrere Kassen dürfen sich technisch eine Sicherheitseinrichtung teilen, aber jede signiert unter eigener Kennung - sonst lässt sich ein Vorgang später keiner Kasse eindeutig zuordnen.
  • Eigener Belegnummernkreis. Die GoBD verlangen eine lückenlose Belegfolge. Zwei Kassen an derselben Nummernreihe erzeugen früher oder später dieselbe Nummer zweimal - ein echter Mangel bei einer Prüfung.
  • Eigener Tagesabschluss. Der Kassensturz wird je Kasse gezählt, sonst ist eine Differenz keinem Ort und keinem Tag zuzuordnen. Eine Gesamtsicht über alle Kassen ist zusätzlich nützlich, ersetzt den einzelnen Abschluss aber nicht.
  • Eigener DSFinV-K-Abschluss. Der Prüfexport entsteht je Kasse, nicht als Summe über den Betrieb.
  • Eigene Meldung ans Finanzamt. Jede Kasse ist nach § 146a Abs. 4 AO binnen eines Monats nach Anschaffung zu melden, ebenso ihre Außerbetriebnahme - je Betriebsstätte, mit Seriennummern und TSE-Daten. Ein Kassensystem kann die Meldung vorbereiten; freigeben und abgeben musst du sie selbst.

Bei Farmerino ist die erste Kasse im Kassensystem-Paket enthalten (99 €/Monat), jede weitere Kasse kostet 25 €/Monat und wird ab der nächsten Abrechnung berechnet. Eine neu angelegte Kasse ist sofort nutzbar, eine stillgelegte fällt zur nächsten Abrechnung aus der Zählung; es gibt keine Teilmonatsabrechnung und keine Mindestlaufzeit je Kasse.

Vorhandene Hardware weiterverwenden

Der teuerste Teil eines Kassenwechsels ist meist nicht die Software, sondern die Hardware, die man angeblich neu braucht. Eine Web-Kasse dreht das um: Sie läuft im Browser auf dem, was schon da ist.

GerätWeiterverwendbar?
Tablet, Smartphone, PCJa - die Kasse ist eine Web-Anwendung, es braucht keine proprietäre Kassenhardware.
Barcode-ScannerJa, wenn er im HID-Modus arbeitet - das trifft auf handelsübliche Geräte zu, ob Kabel, Funk oder Bluetooth.
EtikettenwaageJa, über den gedruckten Instore-Barcode. Voraussetzung ist, dass das Layout in der Kasse hinterlegt werden kann.
TresenwaageJa, wenn sie einen seriellen Ausgang hat. Protokolltyp und Schnittstellenwerte gehören ins Geräteprofil.
BondruckerJa, über den Systemdruck des Geräts mit Bonbreitenprofil (58 oder 80 mm); ohne Systemtreiber über die Geräte-Bridge.
KassenladeJa - sie hängt in aller Regel am Bondrucker und wird über diesen geöffnet.

Was Weiterverwenden nicht ändert: Jede zusätzliche Kasse bleibt ein meldepflichtiges Aufzeichnungssystem, und die Eichung der Waage bleibt deine Aufgabe - unabhängig davon, ob das Gerät neu ist oder seit Jahren am Tresen steht.

Wie die Kasse im Ganzen funktioniert, welche Pflichten aus KassenSichV und Belegausgabe folgen und was das kostet, steht im Ratgeber Hofladen-Kasse. Den vollen Funktionsumfang der Plattform findest du auf der Funktionsübersicht.

Schritt für Schritt

  1. 1

    Kasse anlegen und benennen

    Lege je Verkaufsstelle eine eigene Kasse an, etwa "Tresen vorne" und "Hofcafé". Jede Kasse bekommt einen eigenen Belegnummernkreis und einen eigenen Tagesabschluss. Die erste Kasse ist im Kassensystem-Paket enthalten, jede weitere kostet 25 Euro im Monat ab der nächsten Abrechnung.

  2. 2

    Kasse beim Finanzamt melden

    Melde jede elektronische Kasse nach Paragraf 146a Absatz 4 AO innerhalb eines Monats nach Anschaffung über Mein ELSTER, mit Seriennummern und TSE-Daten je Betriebsstätte. Die Meldung wird vorbereitet, freigeben und abgeben musst du sie selbst. Dasselbe gilt für die Außerbetriebnahme.

  3. 3

    Scanner anschließen und programmieren

    Steck den Scanner an, per USB, Funk-Dongle oder Bluetooth. Er meldet sich als Tastatur an, ein Treiber ist nicht nötig. Scanne anschließend den Konfigurations-Barcode aus dem Handbuch, der ein Präfix setzt, und stelle das Tastaturlayout auf Deutsch.

  4. 4

    Barcodes den Artikeln zuordnen

    Scanne einen Artikel und ordne den Code beim ersten Mal dem passenden Artikel, der Variante oder der Packungseinheit zu. Ab dann erkennt die Kasse ihn sofort. Hersteller-GTINs und eigene Nummern funktionieren gleichermaßen.

  5. 5

    Etikettenwaage einrichten

    Hinterlege die Regel für den Instore-Barcode: Präfix zwischen 20 und 29, Position von Artikelnummer und Wert, Einheit Gramm oder Cent. Prüfe die Regel mit einem echten Etikett aus deiner Waage, bevor du damit verkaufst.

  6. 6

    Tresenwaage verbinden

    Verbinde die Waage seriell mit dem Kassengerät und trage Baudrate, Datenbits, Parität, Stoppbits und den Protokolltyp aus dem Waagenhandbuch ein. Wähle die Schnittstelle im Browser aus. Auf Geräten ohne Web Serial, etwa einem iPad, übernimmt die lokale Geräte-Bridge.

  7. 7

    Eichung und Kundensicht sicherstellen

    Prüfe, dass die Waage gültig geeicht ist und die Inbetriebnahme der zuständigen Eichbehörde binnen sechs Wochen angezeigt wurde. Stelle die Waage so auf, dass der Kunde die Wägung sehen kann, oder gib ihm das gedruckte Wägeetikett.

  8. 8

    Probeverkauf machen

    Verkaufe einmal quer durch: getippte Position, gescannter Artikel, Wiegeware über Etikett und über die Live-Waage. Prüfe Beleg, Belegnummer und Tagesabschluss je Kasse und kontrolliere bei mehreren Kassen, dass jeder Verkauf auf der richtigen Kasse gelandet ist.

Häufige Fragen

Funktioniert jeder Barcode-Scanner an der Hofladen-Kasse?

Praktisch ja, sofern er im HID-Keyboard-Wedge-Modus arbeitet - das ist bei handelsüblichen USB-, Funk- und Bluetooth-Scannern die Standardbetriebsart. Der Scanner meldet sich als Tastatur an, es braucht keinen Treiber und keine Hersteller-Software. Die Kasse ist deshalb an kein Modell gebunden. Empfehlenswert ist, den Scanner per Konfigurations-Barcode auf ein Präfix und auf deutsches Tastaturlayout einzustellen.

Wie bekomme ich das Gewicht von der Waage in die Kasse?

Über zwei Wege. Eine Etikettenwaage druckt Gewicht oder Preis in einen Instore-Barcode; die Kasse liest ihn beim Scannen aus - ohne Kabel und ohne Treiber. Eine Tresenwaage mit seriellem Ausgang (RS-232 oder USB-Seriell) liefert das Gewicht live: entweder direkt im Browser über die Web Serial API in Chrome oder Edge, oder über eine kleine Geräte-Bridge am Tresenrechner, wenn der Browser das nicht kann. Die Handeingabe bleibt in beiden Fällen als Rückfallebene erhalten.

Was ist ein Instore-Barcode?

Ein EAN-13-Code mit einem Präfix zwischen 20 und 29. GS1 hat diesen Bereich für händlerinterne Nummern reserviert, weshalb Etikettenwaagen ihn nutzen, um neben der Artikelnummer auch einen variablen Wert unterzubringen - das gewogene Gewicht oder den berechneten Preis. Ein verbindliches Layout gibt es nicht: Stellenzahl, Einheit und eine mögliche zweite Prüfziffer legt jeder Waagentyp selbst fest. Die Regel muss deshalb in der Kasse einstellbar sein.

Muss meine Waage geeicht sein und wer meldet sie an?

Eine Waage, die im geschäftlichen Verkehr den preisbestimmenden Wert ermittelt, ist eichpflichtig - üblicherweise Genauigkeitsklasse III mit EU-Konformitätsbewertung, Eichfrist in der Regel zwei Jahre. Die Inbetriebnahme ist der zuständigen Eichbehörde binnen sechs Wochen anzuzeigen. Beides ist Pflicht des Betreibers, also deine, und kann von keinem Kassensystem übernommen werden. Verbindliche Auskunft gibt deine zuständige Eichbehörde.

Muss der Kunde die Wägung sehen können?

Ja. Der ermittelte Gewichtswert muss für den Kunden unmittelbar erkennbar sein. In der Praxis heißt das: Die Waage steht mit einem zum Kunden gedrehten Display, oder der Kunde erhält das gedruckte Wägeetikett. Ein Kassenbildschirm allein genügt dafür nicht - er zeigt das Ergebnis der Berechnung, nicht die Wägung selbst.

Darf meine Etikettenwaage auch Kassenbons drucken?

Etiketten drucken ja, Kassenbons nein. Sobald eine Waage Verkäufe summiert und einen Bon ausgibt, wird sie selbst zum elektronischen Aufzeichnungssystem nach § 146a AO und bräuchte eine eigene TSE samt eigener Meldung. Der saubere Zuschnitt ist deshalb: Die Waage wiegt und etikettiert, kassiert wird ausschließlich an der Kasse. Viele Systemwaagen bieten die Bonfunktion technisch an - sie sollte im Hofladenbetrieb abgeschaltet bleiben.

Brauche ich für die Live-Waage ein Windows-Gerät?

Nein, aber der Browser entscheidet. Die Web Serial API gibt es in Chrome und Edge, damit läuft die direkte Verbindung auf Windows, Linux, macOS und neueren Android-Geräten ohne Installation. Safari und Firefox unterstützen sie nicht - wer die Kasse auf einem iPad betreibt, braucht für ein Live-Gewicht die Geräte-Bridge auf einem Rechner am Tresen. Der Etikettenweg und die Handeingabe funktionieren dagegen auf jedem Gerät.

Kann ich mehrere Kassen betreiben und was kostet das?

Ja. Jede Kasse ist fiskalisch ein eigenes Aufzeichnungssystem: eigener TSE-Client, eigener Belegnummernkreis, eigener Tagesabschluss, eigener DSFinV-K-Abschluss - und jede ist nach § 146a Abs. 4 AO binnen eines Monats dem Finanzamt zu melden. Bei Farmerino ist die erste Kasse im Kassensystem-Paket für 99 €/Monat enthalten, jede weitere kostet 25 €/Monat, berechnet ab der nächsten Abrechnung.

Warum rechnet die Kasse den Preis vom Waagenetikett nicht selbst nach?

Weil der Preis auf dem Etikett von der geeichten Waage stammt und der Kunde ihn in der Hand hält. Würde die Kasse ihn aus kg-Preis mal Gewicht neu berechnen, könnten Rundungsdifferenzen dazu führen, dass Etikett und Bon unterschiedliche Beträge zeigen. Stattdessen wird der Etikettenpreis übernommen und auf Plausibilität geprüft: Weicht er stark vom erwarteten Wert ab, wird die Zeile abgelehnt und muss von Hand erfasst werden.

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