Zum Inhalt springen
Handbuch für Partner

Verkäufer-Handbuch

Dein Leitfaden für die Einrichtung und tägliche Arbeit mit Farmerino – von der Registrierung bis zur Auslieferung.

Dekoratives Headerbild für das Verkäufer-Handbuch

1 Überblick & Geschäftsmodell

Was Farmerino für deinen Betrieb tut, was es kostet und wie die Zusammenarbeit läuft.

Was ist Farmerino?

Farmerino ist eine Software für den eigenen Online-Hofladen und die Direktvermarktung regionaler Erzeuger in Deutschland. Verbraucher bestellen frische Lebensmittel direkt bei dir – ohne Zwischenhändler. Unser Kernversprechen: Frisch vom Hof auf den Teller.

Als Verkäufer auf Farmerino erhältst du deinen eigenen Online-Hofladen mit allem, was du für den digitalen Direktvertrieb brauchst.

Kosten & Gebühren

Im Standardmodell gibt es keine Grund- oder Einrichtungsgebühr. Kosten entstehen bei abgeschlossenen Bestellungen. Optionale Pakete werden separat berechnet.

  • Keine Grundgebühr
  • Keine Einrichtungsgebühr
  • Keine Mindestlaufzeit
  • Jederzeit kündbar
  • Persönliche Betreuung auf Anfrage
  • Funktionen des Standardmodells inklusive
  • Optionale Pakete werden separat berechnet
  • Bearbeitungs- und Zahlungsentgelte werden dem Kunden im Checkout ausgewiesen
  • Anteil je Verkauf: 3,9 % pro abgeschlossener Bestellung (gedeckelt 149 €/Monat)
  • Keine versteckten Kosten.

Drei Vertriebswege

Du entscheidest selbst, welche Vertriebswege du anbieten möchtest – einzeln oder in Kombination:

Lieferung

Du lieferst per Tour zum Kunden

Abholung

Kunden holen am Hof ab

Paketversand

Deutschlandweit per Paket

2 Registrierung & Login

Vom Anlegen des Partnerkontos bis zur täglichen Anmeldung.

2.1 Partnerkonto anlegen

Auf der Startseite führt der Knopf „Partner werden“ zum Formular. Das Formular fragt bewusst wenig ab – die Betriebsdaten kommen im Einrichtungsassistenten dazu.

  • E-Mail-Adresse – zugleich deine Anmeldung. Sie lässt sich später nicht mehr ändern.
  • Passwort – mindestens 8 Zeichen. Lass es dir am besten vom Browser erzeugen.
  • Passwort bestätigen – dieselbe Eingabe ein zweites Mal.
  • Empfehlungscode – freiwillig, siehe 2.10.
  • Kontotyp – Hof beziehungsweise Hofladen oder Dienstleister, siehe 2.2.
  • Zustimmung – zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und zur Datenschutzerklärung. Beide stehen in der Fusszeile jeder Seite.

Dazu kommt eine Bestätigung, dass du ein Mensch bist. Der Knopf „Partner-Account erstellen“ wird erst aktiv, wenn E-Mail, beide Passwortfelder, die Zustimmung und diese Bestätigung stehen.

Danach folgen zwei Pflichtschritte im selben Durchgang: die Bestätigung der E-Mail-Adresse (2.4) und die Einrichtung der Zwei-Faktor-Anmeldung (2.5).

Ein Konto trägt einen Betrieb. Steuernummer, Anschrift und Auszahlungskonto hängen genau einmal daran. Hofladen und Arbeit im Lohn laufen darin nebeneinander – dafür brauchst du kein zweites Konto.

2.2 Kontotyp: Hofladen, Dienstleister oder beides

Bei der Registrierung wählst du unter „Was möchtest du mit diesem Konto machen?“ zwischen „Hof / Hofladen führen“ und „Als Dienstleister arbeiten“. Die Auswahl entscheidet, welche Oberfläche du bekommst:

  • Hof / Hofladen – Shop, Artikel, Bestellungen, Touren, Versand und Kasse.
  • Dienstleister – Aufträge, Anfragen, Fuhrpark, Gebiete und Touren. Der Hofladen-Bereich bleibt zu.
  • Beides – wer den Hofladen führt und zusätzlich ein aktives Gewerk-Profil hat, behält den Shop und erreicht den Dienstleister-Bereich obendrein.

Als Dienstleister steht derzeit das Gewerk Fahrer zur Wahl. Fleischerhandwerk, Verarbeitung im Lohn und die übrigen Gewerke sind technisch vorbereitet, aber noch nicht freigeschaltet.

Die Wahl ist keine Einbahnstraße. Der Reiter „Kontotyp“ unter Einstellungen führt beide Wege:

  • Dienstleistung dazunehmen – der Abschnitt „Dienstleister-Profil“ zeigt dir, ob eines eingerichtet ist, und führt zur Einrichtung. Dein Hofladen bleibt dabei unverändert aktiv.
  • Den Hofladen abschalten – sobald ein Dienstleister-Profil besteht, steht darüber dein aktueller Stand mit einem Knopf, der ihn umschaltet. Ein reiner Dienstleister sieht diesen Knopf immer und findet darüber zurück.

Vor dem Wechsel prüft Farmerino, was daran hängt. Ein gebuchtes Kassenpaket sperrt den Wechsel. Offene Bestellungen, geplante Touren und offene Sendungen werden dir mit Anzahl genannt und brauchen eine ausdrückliche Bestätigung. Sie bleiben erhalten und liegen danach hinter dem Hofladen-Bereich.

Ohne aktives Gewerk-Profil führt die Anmeldung einen Dienstleister direkt in seine Einrichtung, statt auf ein leeres Cockpit.

2.3 Registrierung und Anmeldung über Google oder Facebook

Über den Formularfeldern stehen „Mit Google registrieren“ und „Mit Facebook registrieren“. Beide Wege legen dasselbe Partnerkonto an. Du sparst dir damit das Passwort und die getrennte Anmeldung.

Wähle den Kontotyp, bevor du einen der beiden Knöpfe drückst. Er reist mit der Weiterleitung mit. Wer ihn danach ändern will, tut das über den Reiter „Kontotyp“ (2.2).

Zum Anmelden nutzt du denselben Weg über die Partner-Anmeldung.

Ein so verknüpftes Konto hat zunächst kein eigenes Passwort. Brauchst du eines – etwa um dich unabhängig vom Anbieter anzumelden –, vergibst du es unter Einstellungen im Reiter „Sicherheit“. Für dieses erste Passwort gelten mindestens 12 Zeichen.

2.4 E-Mail bestätigen

Direkt nach dem Anlegen geht ein 6-stelliger Bestätigungscode an deine E-Mail-Adresse.

  1. Prüfe den Posteingang und den Spam-Ordner.
  2. Trage den Code ein. Er gilt 15 Minuten und lässt sich nur einmal verwenden.
  3. Ist er abgelaufen oder gar nicht angekommen, fordere über „Code erneut senden“ einen neuen an. Der alte verfällt damit.

Das Konto ist zu diesem Zeitpunkt bereits angelegt. Wenn der Versand scheitert, geht dabei nichts verloren – der neue Code kommt an dieselbe Adresse.

2.5 Zwei-Faktor-Anmeldung einrichten

Partnerkonten führen Umsätze, Kundendaten und ein Auszahlungskonto. Die Zwei-Faktor-Anmeldung gehört deshalb zur Registrierung und ist kein späterer Zusatz.

  1. Installiere eine Authenticator-App auf dem Telefon – etwa Google Authenticator, Microsoft Authenticator oder Authy.
  2. Scanne den angezeigten QR-Code. Wenn die Kamera streikt, trage den daneben stehenden Schlüssel von Hand ein.
  3. Gib den 6-stelligen Code aus der App ein. Erst damit ist die Einrichtung abgeschlossen.

Verwalten kannst du das später unter Einstellungen im Reiter „Sicherheit“. Dort findest du „Authenticator neu verbinden“, wenn du das Telefon wechselst, und „2FA deaktivieren“. Beim Abschalten verfallen alle Wiederherstellungscodes, und das Konto hängt danach allein am Passwort.

2.6 Wiederherstellungscodes

Mit dem Einschalten der Zwei-Faktor-Anmeldung bekommst du zehn Wiederherstellungscodes im Format XXXX-XXXX-XXXX. Sie sind dein Weg ins Konto, wenn das Telefon verloren, kaputt oder neu ist.

  • Jeder Code gilt genau einmal. Nach der Verwendung ist er verbraucht.
  • Sie werden ein einziges Mal angezeigt. Farmerino speichert nur ihre Prüfsummen und kann sie dir später nicht noch einmal zeigen.
  • Über „Alle kopieren“ oder „Als .txt herunterladen“ sicherst du sie. Der Passwortmanager ist ein guter Ort, ein Ausdruck im Büroschrank ebenfalls.

Gehen dir die Codes aus oder bist du unsicher, wer sie gesehen hat, erzeugst du unter „Sicherheit“ über „Neue Codes generieren“ einen frischen Satz. Die alten zehn verfallen im selben Moment.

Ohne Telefon und ohne Code kommst du nicht mehr in dein Konto. Sichere die Codes, bevor du das Fenster schliesst.

2.7 Täglicher Login
  1. Öffne die Partner-Anmeldung.
  2. Melde dich mit E-Mail und Passwort an oder nutze Google beziehungsweise Facebook.
  3. Gib den 6-stelligen Code aus deiner Authenticator-App ein. Hast du die App gerade nicht, tritt ein Wiederherstellungscode an ihre Stelle.

Wohin es danach geht, hängt am Kontotyp: Hofladen und Doppelrolle landen im Cockpit, ein reiner Dienstleister in seinem Bereich – und solange dort noch kein Gewerk-Profil aktiv ist, direkt in dessen Einrichtung.

Der Kundenbereich hat eine eigene Anmeldung. Über die Partner-Anmeldung kommst du immer beim Partnerkonto heraus.

2.8 Passwort vergessen oder ändern

Passwort vergessen. Neben dem Passwortfeld steht der Weg zum Zurücksetzen.

  1. Gib deine registrierte E-Mail-Adresse ein.
  2. Setze den Haken „Ich bin Partner“. Ohne ihn sucht Farmerino nach einem Kundenkonto und findet deines nicht.
  3. Fordere den Link an. Die Antwort lautet immer gleich, ob es das Konto gibt oder nicht – so verrät die Seite niemandem, wer bei Farmerino ein Konto führt.
  4. Der Link in der Mail gilt 75 Minuten. Das neue Passwort braucht mindestens 12 Zeichen.

Passwort ändern. Solange du angemeldet bist, geht das unter Einstellungen im Reiter „Sicherheit“: aktuelles Passwort, neues Passwort, Bestätigung. Hier genügen 8 Zeichen.

Kommen zu viele Anfragen in kurzer Zeit, pausiert die Seite und nennt dir die Wartezeit. Das schützt dein Konto vor fremden Versuchen.

2.9 Einladung eines Hofes einlösen

Ein Hof kann einen Betrieb gezielt einladen, etwa seinen Fahrbetrieb. Er erzeugt dafür einen Einladungs-Code und gibt beim Erzeugen an, wofür er einlädt.

Erzeugt wird der Code im Bereich Schlachtung und Zerlegung (Kapitel 13), der derzeit nicht freigeschaltet ist. Bis zur Freigabe entstehen keine Einladungs-Codes.

  1. Lege dein Partnerkonto ganz normal an (2.1). Der Code ersetzt die Registrierung nicht.
  2. Trage ihn in der Einrichtung des Dienstleister-Bereichs unter „Einladung eines Hofes“ ein und klicke „Einladung einlösen“.
  3. Das Gewerk, für das der Hof eingeladen hat, steht danach angehakt bereit. Das ist eine Vorbelegung. Sobald weitere Gewerke freigeschaltet sind, hakst du sie dazu.

Die Einladung ist freiwillig. Du kannst dich auch ohne sie freischalten und erscheinst dann genauso im Verzeichnis. Wer einlädt, sieht den Code nur einmal und gibt ihn direkt weiter.

2.10 Empfehlungscode

Hat dich ein Kollege oder eine Region empfohlen, trägst du den Code im Feld „Empfehlungscode (optional)“ ein. Kommst du über einen Empfehlungslink, steht er bereits drin.

Der Code wird beim Tippen und noch einmal beim Absenden geprüft. Ist er ungültig oder abgelaufen, sagt Farmerino das, bevor das Konto entsteht. Regionscodes haben ein Kontingent von zehn Anmeldungen. Ist es erschöpft, weist die Seite darauf hin.

Am Preis ändert der Code nichts. Für alle Verkäufer gilt derselbe Satz: 3,9 % je Verkauf, gedeckelt auf 149 € im Monat – ohne Grundgebühr und ohne Mindestlaufzeit.

3 Shop einrichten

Betriebsdaten, Anschrift, Vertriebswege und Darstellung – alles, was dein Hofladen braucht, bevor er online geht.

3.1 Der Einrichtungsassistent

Den Assistenten startest du aus deinem Profil. Auf deinem Profil steht solange eine Karte mit dem Knopf „Assistent starten“, bis alle Pflichtangaben stehen. Rechne mit etwa fünf Minuten.

Die Reihenfolge richtet sich nach deinen Vertriebswegen:

  1. Betrieb – Name, verantwortliche Person, Rechtsform, Telefon, Anschrift.
  2. Steuer – Steuernummer, USt-IdNr., Kleinunternehmerregelung.
  3. Vertriebswege – Abholung, Lieferung, Versand.
  4. Öffnungszeiten – nur bei Abholung.
  5. Liefergebiete – nur bei Lieferung.
  6. Versand – nur bei Versand.
  7. Erstes Produkt – ein Hinweis, was danach ansteht.
  8. Auszahlung – der Weg zu Stripe.

Oben steht, im wievielten von wie vielen Schritten du bist. Die Zahl passt sich an, sobald du einen Vertriebsweg dazu- oder abwählst.

Du kannst jederzeit aufhören. Jeder Schritt wird beim Weiterklicken gespeichert, und beim nächsten Aufruf stehst du wieder am ersten offenen Schritt. Wenn dir lieber jemand zur Seite steht: „Mitarbeiter zur Hilfe rufen“ auf derselben Karte nimmt deine WhatsApp-Nummer entgegen.

3.2 Betriebsdaten

Unter diesem Namen finden Kunden dich. Alle vier Felder sind Pflicht:

  • Betriebsname – die Überschrift deiner Shop-Seite und der Name in der Umkreissuche.
  • Verantwortliche Person – wer für den Betrieb einsteht.
  • Rechtsform – Einzelunternehmen, GbR, GmbH und weitere.
  • Telefon – im Format +49 170 1234567 oder mit führender Null. Die Nummer bleibt eine interne Betriebsangabe. Wofür Farmerino sie verwendet, steht in Abschnitt 3.11 Kontaktwege.

Die Rechtsform stimmt besser gleich. Sie wird an das Auszahlungskonto weitergereicht. Steht dort Einzelunternehmen, während du eine GmbH führst, meldet der Zahlungsdienstleister die falsche Gesellschaftsform an – und das fällt erst bei der Prüfung auf.

Später änderst du dieselben Felder unter Einstellungen im Reiter „Betrieb“. Die E-Mail-Adresse steht dort gesperrt: Sie ist deine Anmeldung.

3.3 Anschrift und Standort

Beginne im Adressfeld zu tippen und wähle einen Vorschlag aus der Liste. Die Hausnummer hat ein eigenes Feld.

Der Grund dahinter ist wichtiger, als es aussieht: Nur mit der Auswahl aus der Liste bekommt dein Betrieb Koordinaten. Ohne Koordinaten taucht er in keiner Umkreis- und keiner Postleitzahlensuche auf – ohne Fehlermeldung, ohne Hinweis, einfach still.

Deshalb bleibt der Schritt zu, solange der Standort fehlt. Steht deine Anschrift bereits im Konto und es fehlen nur die Koordinaten, holt der Assistent sie selbst nach. Gelingt das nicht, sagt er dir das und bittet dich, die Anschrift noch einmal aus der Vorschlagsliste zu wählen.

Aus dieser Anschrift ergibt sich später auch der Mittelpunkt deiner Liefergebiete. Mehr dazu in Kapitel 5, Liefergebiete.

3.4 Steuerliche Angaben
  • Steuernummer – Pflicht. Sie gehört nach § 14 UStG auf jede Rechnung. Ohne sie kann Farmerino für dich keine ausstellen.
  • USt-IdNr. – falls vorhanden.
  • Kleinunternehmer nach § 19 UStG – schaltest du das ein, weisen deine Rechnungen keine Umsatzsteuer aus.
3.5 Vertriebswege wählen

Drei Schalter, mindestens einer davon an:

  • Abholung im Hofladen – Kunden holen ihre Bestellung bei dir ab.
  • Lieferung per Tour – du fährst dein Gebiet selbst ab oder beauftragst einen Fahrbetrieb damit.
  • Versand – deutschlandweiter Paketversand über DPD.

Die Auswahl entscheidet, welche Schritte danach kommen, und lässt sich jederzeit ändern – im Assistenten oder später unter Einstellungen in den Reitern „Versand & Abholung“ und „Touren“.

3.6 Öffnungszeiten für die Abholung

Zur Abholung gehören Öffnungszeiten. Ohne sie kann der Warenkorb keinen Abholtermin vorschlagen, und der Kunde käme vor ein geschlossenes Tor.

Verlangt wird ein vollständiger Wochenplan: alle sieben Tage, davon mindestens einer mit Öffnungs- und Schliesszeit. Ein halb ausgefüllter Plan lässt sich nicht speichern – der Server weist ihn ab, solange die Abholung eingeschaltet ist. Geschlossene Tage bleiben dabei leer, sie zählen trotzdem als gepflegt.

Im Assistenten merkst du davon wenig: Er schaltet die Abholung erst scharf, nachdem deine Zeiten gespeichert sind. Wer die Abholung später in den Einstellungen einschaltet, bekommt bis dahin den Hinweis, mindestens einen Tag mit Öffnungszeiten anzugeben.

Diese Regel gilt für jedes Speichern des Betriebs. Solange die Abholung an ist und die Zeiten unvollständig sind, scheitert auch das Umschalten der Shop-Sichtbarkeit. Trage die Zeiten nach, dann geht beides.

Nach dem Speichern liest Farmerino die Zeiten zur Kontrolle zurück und meldet jeden Tag, der nicht angekommen ist. So bleibt kein alter Stand stehen, während du die neuen Zeiten für gültig hältst.

3.7 Lieferung einrichten

Zur Lieferung gehören zwei Angaben: wohin du fährst und wann du losfährst.

  • Liefergebiete – Umkreis um deinen Hof oder ein selbst gezeichnetes Gebiet. Die Liefertage wählst du am Gebiet, ebenso Liefergebühr und Mindestbestellwert – jedes Gebiet trägt seine eigenen Werte.
  • Tourstart – eine Abfahrtszeit für alle deine Liefertage. Daraus fällt der Bestellschluss: Tourstart minus Vorbereitungszeit. Was danach eingeht, geht beim nächsten Mal mit.

Ein Gebiet ohne Liefertag nimmt keine Bestellung an. Der Assistent lässt diese Kombination deshalb nicht durch und sagt dir, welche Angabe fehlt.

Du musst nicht selbst fahren. Im selben Schritt zeigt dir Farmerino Fahrbetriebe in deiner Nähe, die dein Gebiet übernehmen können. Ein übernommenes Gebiet gehört danach dem Fahrbetrieb – Zuschnitt, Liefertage und Gebühr legt er fest.

Zuschnitt, Radius und Gebühren im Einzelnen stehen in Kapitel 5, Liefergebiete, die Fahrt selbst in Kapitel 10, Tourenplanung.

3.8 Versand einrichten

Für den deutschlandweiten Paketversand brauchst du zwei Angaben:

  • Mindestbestellwert für Versand – mindestens 1 €. Er gilt für den ganzen Shop und ist von den Werten deiner Liefergebiete unabhängig.
  • Versandtage – mindestens einer. Ohne Versandtag findet der Warenkorb keinen Liefertermin, und über den Versand kommt keine Bestellung zustande.

Auch hier liest Farmerino nach dem Speichern zurück und meldet dir jeden Tag, der nicht angekommen ist.

Welche deiner Artikel versandfähig sind, entscheidest du am Artikel. Sie erscheinen zusätzlich im deutschlandweiten Verzeichnis „Versandartikel“. Näheres dazu in Kapitel 4, Produkte anlegen und pflegen.

3.9 Bannerbild und Profilbild

Beide Bilder lädst du direkt auf deiner Shop-Seite hoch. Nach dem Auswählen schneidest du das Bild im passenden Ausschnitt zu.

  • Bannerbild – der breite Kopf deiner Shop-Seite, Ausschnitt 16:9. Zeig deinen Hof, deine Tiere oder deine Landschaft.
  • Profilbild – erscheint in zwei Zuschnitten: Desktop-Ansicht 385 × 500 px und Mobil-Ansicht 700 × 225 px. Beide schneidest du nacheinander aus demselben Foto.

Zulässig ist jedes gängige Bildformat bis 10 MB je Datei. Größere Aufnahmen werden beim Verarbeiten auf 4096 Pixel an der längsten Seite gebracht und als WebP gespeichert – nimm also ruhig das Bild aus der Kamera.

Beide Bilder haben einen eigenen Speicherweg. Ein Bildwechsel geht deshalb auch dann durch, wenn an anderer Stelle noch Angaben fehlen – etwa die Öffnungszeiten aus 3.6.

3.10 Shop-Texte und Schlagwörter

Unter Einstellungen im Reiter „Darstellung“ beschreibst du deinen Betrieb.

  • Überschrift und Inhalt der Detailkarte – der Text, den Kunden zuerst lesen. Erzähle, was deinen Hof ausmacht und was sie bei dir bekommen.
  • Zweiter und dritter Abschnitt – Platz für Haltung, Geschichte, Auszeichnungen oder die Menschen hinter dem Betrieb.
  • Schlagwörter – sie steuern Suche und Filter. Gute Beispiele: „Bio-Gemüse“, „Freilandeier“, „Weidehaltung“, „Hofladen Münsterland“.

Auf derselben Seite steht deine Shop-Adresse zum Kopieren, dazu ein QR-Code zum Anzeigen und Herunterladen. Mehr dazu in Kapitel 7, Shop online schalten.

3.11 Kontaktwege
  • E-Mail – deine Anmeldeadresse. Über sie erreichen dich Bestellbenachrichtigungen und Nachrichten von Farmerino, und sie wird beim Auszahlungskonto als Kontaktadresse hinterlegt. Auf deiner Shop-Seite erscheint sie weder im Text noch in den strukturierten Daten, die Suchmaschinen auslesen. Ändern lässt sie sich nicht.
  • Telefon – Pflichtangabe. Farmerino nutzt die Nummer für Rückfragen zu deinem Betrieb und meldet sie beim Auszahlungskonto an. Auf deiner Shop-Seite erscheint sie weder im Text noch in den strukturierten Daten, die Suchmaschinen auslesen.
  • Anschrift – erscheint auf der Shop-Seite und bestimmt deinen Standort auf der Karte.

Wie Kunden dich über Farmerino erreichen und wie Benachrichtigungen eingestellt werden, steht in Kapitel 16, Erweiterte Funktionen.

3.12 Speichern und später ändern

Im Assistenten speichert jeder Klick auf „Weiter“ den gerade bearbeiteten Schritt. Geht dabei etwas schief, bleiben deine Eingaben stehen und du bekommst gesagt, was fehlt.

Danach führt der Weg über die Einstellungen. Jeder Reiter speichert nur seine eigenen Felder – du kannst also die Darstellung ändern, ohne die Touren zu berühren:

  • Betrieb – Stammdaten, Steuerangaben, Kontakt und Anschrift.
  • Darstellung – Shop-Texte, Schlagwörter, Shop-Adresse.
  • Versand & Abholung – die beiden Schalter samt Öffnungszeiten, Mindestbestellwert und Versandtagen.
  • Touren – Liefergebiete und Tourenplanung.
  • Bestellungen – unter anderem die automatische Annahme, siehe Kapitel 8, Bestellungen bearbeiten.
  • Zusatzpakete – Kasse und Werbung, siehe Kapitel 15, Pakete & Werbung.
  • Artikel, Benachrichtigungen, Sicherheit und Kontotyp.

Der Reiter „Dienstleistung“ kommt dazu, sobald ein Gewerk-Profil aktiv ist. Einzelne Reiter bleiben zu, solange deine Auszahlung nicht eingerichtet ist – „Versand & Abholung“ etwa sagt dann, dass es hier weitergeht, sobald der Betrieb vollständig eingerichtet ist. Auf deiner Shop-Seite heisst der Knopf bis dahin „Onboarding abschließen“.

Was Farmerino kostet: 3,9 % je Verkauf, gedeckelt auf 149 € im Monat. Keine Grundgebühr, keine Mindestlaufzeit. Die Aufschlüsselung steht in Kapitel 6, Finanzen & Stripe-Onboarding.

4 Produkte anlegen und pflegen

Alles, was ein Artikel kann: Varianten und Packungseinheiten, Preise und Staffeln, Wiegeware, Pfand, Verfügbarkeit, Bestand, Bilder und Pflichtangaben – und welche Einstellung auf welchem Vertriebsweg wirkt.

4.1 Die drei Ebenen: Artikel, Variante, Packungseinheit

Jedes Produkt besteht aus drei Ebenen. Welche Ebene eine Einstellung trägt, entscheidet, wie fein du sie steuern kannst – und was der Kunde am Ende auswählt.

1. Artikel

Die Klammer um alles, was zusammengehört. Der Artikel trägt den Produktnamen (3 bis 50 Zeichen), seine Position im Shop und die Schwellen der Bestands-Ampel. Alles Verkaufsfähige liegt darunter.

2. Variante

Was der Kunde im Dropdown auswählt: Sorte, Machart, Reifegrad. Jeder Artikel führt mindestens eine Variante. Sie trägt Name, Beschreibung, Artikelnummer, Kategorie, Steuersatz, Merkmale, Schlagwörter, Bild, Verfügbarkeit und die Lebensmittelkennzeichnung.

3. Packungseinheit

Was tatsächlich über den Tresen geht. Jede Variante führt mindestens eine Packungseinheit: Einheit, Gewicht, Bestand, Preisstaffeln, Pfand, Reservierungspuffer, Versandfreigabe und Versandmaße. Das 500-g-Glas kann so anders bepreist, anders bepfandet und anders versandt werden als der 1-kg-Beutel derselben Sorte.

Beispiel: „Bio-Honig" (Artikel) → „Blütenhonig" und „Waldhonig" (Varianten) → „250-g-Glas" und „500-g-Glas" (Packungseinheiten).

Welche Ebene gewinnt

Preis, Reservierungspuffer und Pfand liest der Server von unten nach oben: Packungseinheit vor Variante vor Artikel. Die erste Ebene, die einen Wert führt, gilt vollständig – es wird nichts vermischt. Der Steuersatz kommt von der Variante.

Praktisch heißt das: Was du an der Packungseinheit einträgst, überschreibt jede Angabe darüber. Wenn eine Packungseinheit einen Preis von 4,50 € führt, spielt ein abweichender Wert an der Variante keine Rolle mehr.

4.2 Ein neues Produkt anlegen

Auf deiner Betriebsseite führt „Produkt hinzufügen" in einen Assistenten. Links steht die Produktkarte so, wie der Kunde sie später sieht, und ändert sich mit jeder Eingabe mit. Rechts läuft der Weg Schritt für Schritt:

  1. Produktname – 3 bis 50 Zeichen, die Klammer über allen Varianten
  2. Variante – Name, Beschreibung, Kategorie, Steuersatz, Merkmale, Schlagwörter
  3. Bild – das Bild dieser Variante
  4. Packung – Einheit, Gewicht je Einheit, verfügbare Menge. „Einheit hinzufügen" legt eine weitere Packungseinheit derselben Variante an, etwa das 1-kg-Glas neben dem 500-g-Glas. Preis, Pfand und Versand legst du danach je Einheit fest – die Reiter über dem Schritt wechseln zwischen ihnen
  5. Preis – die erste Preisstufe und weitere Staffeln
  6. Verfügbarkeit – verfügbar, Termin, Vorbestellung, Verfügbarkeitstage
  7. Pfand – Pfandartikel je Packungseinheit zuweisen. Hast du noch keine angelegt, sagt der Schritt, wo du sie anlegst
  8. Versand – je Packungseinheit versandbar, Express- oder Frischeversand und die Versandmaße. Ist Paketversand für deinen Betrieb noch nicht aktiv, sagt der Schritt, wo du ihn einrichtest
  9. Kennzeichnung – die Pflichtangaben für verpackte Lebensmittel
  10. Weitere Variante – anlegen oder abschließen. Eine Variante zu viel entfernst du über „Variante entfernen" neben den Varianten-Reitern

Brichst du zwischendurch ab, bleibt der Entwurf erhalten. Beim nächsten Öffnen machst du dort weiter, wo du aufgehört hast, oder verwirfst ihn.

Was vorher stehen muss

Der Weg öffnet sich erst, wenn drei Dinge erledigt sind – in dieser Reihenfolge geprüft:

  1. Betriebsname, Anschrift und Steuernummer sind hinterlegt – der Einrichtungs-Assistent auf deiner Betriebsseite führt dich hin.
  2. Die Zahlungsabwicklung ist eingerichtet. Ohne sie kann niemand bezahlen. Du vervollständigst sie im Bereich „Finanzen".
  3. Mindestens ein Vertriebsweg ist aktiv – Abholung, Lieferung oder Versand, einstellbar in den Einstellungen.

Fehlt eines davon, nennt der Hinweis genau dieses und den Ort, an dem du es nachholst.

Später bearbeiten: Ein Klick auf die Produktkarte öffnet denselben Umfang als vollen Dialog – dort siehst du alle Varianten und Packungseinheiten nebeneinander statt nacheinander.

4.3 Varianten anlegen und pflegen

Varianten stehen im Produkt-Dialog als Reiter nebeneinander. „Variante hinzufügen" legt eine weitere an. Sie übernimmt die Werte der ersten Variante als Vorlage – Kategorie, Steuersatz, Merkmale, Packungseinheiten. Du bearbeitest nur die Unterschiede.

Was du je Variante festlegst

  • Variantenname – 2 bis 100 Zeichen, Pflichtangabe
  • SKU / Artikelnummer – bis 50 Zeichen, deine eigene Bezeichnung für Lager und Buchhaltung. Der Kunde sieht sie nicht.
  • Beschreibung – bis 500 Zeichen
  • Kategorie und Steuersatz – siehe 4.10
  • Merkmale – vegetarisch, vegan, als Favorit hervorheben
  • Schlagwörter – Suchbegriffe, unter denen Kunden die Variante finden
  • Verfügbarkeit – siehe 4.8
  • Bild – siehe 4.11
  • Lebensmittelkennzeichnung – siehe 4.12
  • Packungseinheiten – siehe 4.4

Im Shop: Kunden wählen die Variante über ein Dropdown vor der Mengenauswahl. Preis, Bild und Beschreibung wechseln mit. Vorausgewählt ist die erste verfügbare Variante.

Wann eine Variante, wann ein eigener Artikel: Varianten teilen sich einen Namen und eine Produktkarte. Blütenhonig und Waldhonig sind Varianten. Honig und Bienenwachskerzen sind zwei Artikel.

4.4 Packungseinheiten

Die Packungseinheit ist die Menge, die der Kunde in den Warenkorb legt. „Einheit hinzufügen" legt eine weitere an. Jede bekommt eigene Mengen, Preise und Versandangaben.

Name, Einheit, Gewicht, Menge

  • Name – bis 100 Zeichen, Pflichtangabe. Was der Kunde in der Auswahl liest: „500-g-Glas", „1-kg-Beutel", „6er-Träger".
  • Einheit – aus 26 Einheiten: Stück, Kilo, Gramm, Liter, Milliliter, Glas, Flasche, Beutel, Dose, Becher, Schale, Kiste, Karton, Korb, Netz, Sack, Bund, Ring, Stange, Tafel, Portion, Set, Rolle, Eimer, Paket, Palette.
  • Gewicht je Einheit – in Gramm, 1 bis 1.000.000, Pflichtangabe.
  • Verfügbare Menge – dein Bestand dieser Packungseinheit, 1 bis 1.000.000, Pflichtangabe.

Das Gewicht ist mehr als eine Versandangabe. Bei Gebinden – Glas, Flasche, Beutel, Kiste und den übrigen – rechnet der Shop daraus den Grundpreis und zeigt ihn unter dem Verkaufspreis an: bei Glas, Flasche, Dose, Becher und Eimer als Preis je Liter, sonst als Preis je Kilogramm. Ein falsches Gewicht ergibt einen falschen Grundpreis. Bei den Basiseinheiten Kilo, Gramm, Liter und Milliliter entfällt die Zusatzzeile.

Reihenfolge

Die erste Packungseinheit ist die Vorauswahl im Shop und die Grundlage, wenn eine Bestellung keine bestimmte Einheit nennt. Setze also die gängigste nach vorn.

4.5 Preise und Staffelpreise

Preise stehen an der Packungseinheit. Jede Preisstufe besteht aus zwei Angaben: „Ab Menge" und „Preis je Einheit". Die erste Stufe ist der Grundpreis. Weitere legst du mit „Staffel" an.

Beispiel: 500-g-Glas Honig

  • Ab 1 Glas: 4,50 € je Glas
  • Ab 5 Gläsern: 4,00 € je Glas
  • Ab 10 Gläsern: 3,50 € je Glas

Bestellt jemand acht Gläser, gilt die 5er-Stufe für alle acht: 32,00 €. Es greift immer die höchste Stufe, deren Mindestmenge erreicht ist – und sie gilt für die gesamte Menge, nicht nur für den Teil oberhalb der Schwelle.

Grenzen der Eingabe

  • Der Preis je Einheit beträgt mindestens 0,01 €, in Schritten von einem Cent.
  • Die Mindestmenge beginnt bei 1 und steigt von Stufe zu Stufe.
  • Eine einzelne Stufe lässt sich nicht löschen – ohne Preis ist die Packungseinheit nicht verkäuflich.

Der Server rechnet, nicht der Browser. Vor jeder Abbuchung ermittelt Farmerino Preis, Staffel, Steuer, Pfand und Puffer erneut aus deinen gespeicherten Stammdaten. Was der Browser des Kunden mitschickt, wird verworfen. Eine Preisänderung wirkt damit ab dem Speichern auf jede noch nicht bezahlte Bestellung, und ein manipulierter Warenkorb kommt nicht durch.

Steuersatz

Der Steuersatz steht an der Variante, nicht an der Packungseinheit. Frisch und tiefgekühlt können damit unterschiedlich besteuert werden. Das 500-g- und das 1-kg-Glas derselben Variante teilen sich dagegen einen Satz.

4.6 Wiegeware und variables Gewicht

Ein Braten wiegt nie genau, was das Etikett verspricht. Für solche Ware schaltest du an der Packungseinheit die variable Abrechnung ein und gibst einen Reservierungspuffer in Prozent an – vorbelegt mit 20 %.

Wie der Puffer wirkt

  1. Der Kunde sieht den Grundpreis und daneben den Hinweis auf den Puffer.
  2. Beim Bestellen wird der Grundpreis zuzüglich Puffer reserviert – bei 4,50 € und 20 % also 5,40 € je Einheit.
  3. Beim Zusammenstellen trägst du das tatsächliche Gewicht ein.
  4. Abgebucht wird der wirkliche Betrag. Die Differenz zur Reservierung wird nicht eingezogen.

Setze den Puffer so, dass er auch das schwerste Stück deckt. Er ist die Obergrenze dessen, was sich abrechnen lässt: Wiegt das Stück mehr, als der Puffer zulässt, fehlt für den Rest die Deckung. Nach unten geht die Rechnung immer auf – wiegt das Stück weniger, zahlt der Kunde weniger.

Wo der Schalter steht

An der Packungseinheit. Das ist die feinere Ebene und der Regelfall: Der Braten am Stück wird gewogen, das abgepackte Glas Schmalz daneben nicht.

4.7 Pfand und Pfandarten

Pfandartikel legst du einmal an und ordnest sie danach deinen Packungseinheiten zu. Auf deiner Betriebsseite führt derselbe Weg wie zum Produkt zur Auswahl Artikel oder Pfand. Die angelegten Pfandartikel stehen darunter in einer eigenen Reihe.

Ein Pfandartikel

  • Name – „1-l-Glasflasche", „Mehrwegkiste"
  • Beschreibung und Bild
  • Pfandtyp – aus einem festen Verzeichnis: Glasflasche, Schraubglas, Weckglas, Bügelverschlussglas, Plastikflasche, Kanister, Milchkanne, Glasballon, Holzkiste, Kiste, Weidenkorb, Tragetasche, Jutebeutel, Eierschachtel, Eierkarton, Keramikbehälter, Metalldose, Blechdose, Terracottakrug, Tiefkühlmehrwegbeutel, Thermobox und Sonstiges
  • Pfandwert – in Euro, mindestens 0,01 €
  • Rückgabebedingungen – was der Kunde beim Zurückbringen beachten soll

Mehrere Pfandarten je Packung

Eine Packungseinheit kann mehrere Pfandarten zugleich tragen, jede mit eigener Anzahl. Ein Sechserträger Saft führt 6 × Flasche und 1 × Kiste. Farmerino summiert die Zeilen und zeigt dir den Gesamtbetrag als „Pfand je Packung" an.

  1. Im Pfandblock der Packungseinheit auf „Pfandartikel" klicken.
  2. Pfandart wählen und die Menge je Packung eintragen.
  3. Für jede weitere Pfandart eine weitere Zeile anlegen.

Was der Kunde sieht

Der Pfandbetrag steht getrennt vom Warenpreis an der Produktkarte und im Warenkorb. Er erhöht den zu zahlenden Betrag und wird beim Zurückbringen des Leerguts gutgeschrieben – bei einer Lieferung erfasst du die Rückgabe direkt in der Lieferliste, und die Gutschrift steht in der Bestellung.

Dein Bestand an Leergut

Jeder Pfandartikel führt seine eigene Bilanz: wie viele Behälter im Umlauf sind, wie viele verfügbar und wie hoch der Gesamtbestand ist. Mit jeder angenommenen Bestellung wandern Behälter vom verfügbaren Bestand in den Umlauf. So siehst du, wann Nachschub an Gläsern oder Kisten fällig wird, bevor er dir am Abfülltag fehlt.

Auf dem Kassenbon weist Farmerino Pfand mit 19 % Umsatzsteuer aus, getrennt vom Steuersatz der Ware darin. Der Pfandartikel selbst trägt deshalb kein eigenes Steuerfeld.

Reihenfolge beim Anlegen

Lege Pfandartikel an, bevor du das erste Pfandprodukt einstellst. Der Pfandschritt im Anlege-Assistenten erscheint nur, wenn dein Betrieb bereits Pfandartikel führt.

4.8 Verfügbarkeit, „Verfügbar ab" und Vorbestellungen

Die Verfügbarkeit steuerst du je Variante. Der Schalter „Variante verfügbar" ist der Hauptschalter. Alles Weitere hängt daran.

Verfügbar ab

Schaltest du eine Variante auf nicht verfügbar, klappen zwei weitere Felder auf:

  • Verfügbar ab – der Tag, ab dem es die Ware gibt. Er steht als „Ab 15.09.2026" auf der Produktkarte.
  • Vorbestellung möglich – Kunden dürfen schon jetzt bestellen. Du weißt damit früh, welche Mengen du ernten oder produzieren musst.

Solange die Variante verfügbar ist, braucht sie keinen Termin – deshalb erscheinen beide Felder erst, wenn du den Hauptschalter ausschaltest.

Der Termin gehört zur Variante. Jede Variante trägt ihren eigenen: Die Frühkartoffel steht ab Juni bereit, die Lagerkartoffel desselben Artikels ab September. Setzt du einen Termin an einer Variante, bleiben ihre Geschwister davon unberührt.

Der Termin wird beim Bezahlen geprüft

Wählt ein Kunde einen Liefer- oder Abholtermin, der vor der Verfügbarkeit liegt, weist Farmerino die Bestellung vor der Abbuchung ab und nennt ihm den frühesten möglichen Tag. Verglichen werden Kalendertage nach deutscher Zeit. Ein zu früh angebotener Termin wird so nie zu einem Versprechen, das du nicht halten kannst.

Nur an bestimmten Tagen

Für Ware, die es nicht jeden Tag gibt, schaltest du „Nur an bestimmten Tagen" ein und legst fest:

  • Wochentage – etwa Mittwoch und Samstag
  • Intervall – jede Woche oder alle zwei, drei beziehungsweise vier Wochen

Farmerino rechnet daraus laufend den nächsten Termin aus und stellt die Variante an den Zwischentagen von selbst zurück. Gedacht für frisches Brot am Mittwoch und Samstag oder die Milchabholung im Zweiwochentakt.

4.9 Bestand, automatische Auffüllung und Bestands-Ampel

Der Bestand steht an der Packungseinheit. Zwölf 500-g-Gläser und drei 1-kg-Gläser sind zwei getrennte Zahlen, auch wenn derselbe Honig darin ist.

Automatisch nachfüllen

Für Ware, die du regelmäßig in gleicher Menge herstellst, übernimmt Farmerino die Bestandspflege. Schalte an der Packungseinheit „Automatisch nachfüllen" ein und gib an:

  • Menge je Auffüllung – wie viele Einheiten dazukommen
  • Intervall in Tagen – täglich, alle drei Tage, wöchentlich
  • Höchstbestand – die Obergrenze, über die hinaus nicht aufgefüllt wird

Der Bestand wird täglich geprüft und um die angegebene Menge erhöht, sobald das Intervall erreicht ist – höchstens bis zum Höchstbestand. Steht der Bestand bereits dort, geschieht nichts.

Wird dabei eine Variante aufgefüllt, die auf nicht verfügbar stand, schaltet Farmerino sie zugleich wieder verfügbar und räumt ihren Verfügbarkeitstermin samt Vorbestellung ab. Für eine Variante mit einem gesetzten „Verfügbar ab" ist die automatische Auffüllung deshalb der falsche Weg: Sie würde den Termin beim ersten Lauf entfernen.

Die Auffüllung gehört zur Packungseinheit. Führst du eine Variante in zwei Größen, richtest du sie für jede eigens ein – die täglichen zehn Kisten Eier zu sechs Stück laufen anders als die zu zehn.

Bestands-Ampel in der Kasse

In der Hofladen-Kasse trägt jede Kachel neben der Stückzahl einen farbigen Punkt: grün, wenn genug da ist, gelb, wenn es knapp wird, rot kurz vor dem Ausverkauf. So siehst du am Verkaufstresen, was nachgelegt werden muss, ohne eine Liste zu öffnen.

Die Schwellen setzt du unter Einstellungen → Artikel, je Artikel und in Einheiten:

  • Gelb ab – Vorgabe: 5 Einheiten oder weniger
  • Rot ab – Vorgabe: 1 Einheit oder weniger

Ein leeres Feld bedeutet Vorgabewert. Die Rot-Schwelle gehört unter die Gelb-Schwelle. Neben jedem Artikel steht sein aktueller Bestand, damit du die Schwelle an der Wirklichkeit ausrichtest. Gespeichert wird artikelweise, und die Ampel gilt für alle Varianten und Packungseinheiten des Artikels.

Richte die Schwellen an deinem Nachschub aus: Wer zweimal die Woche backt, braucht eine höhere Gelb-Schwelle als wer täglich frisch abfüllt.

Die Ampel ist deine Anzeige, nicht die des Kunden. Sie erscheint ausschließlich in der Kasse. Im Shop sehen Kunden bei knappem Bestand einen eigenen Hinweis mit der Restmenge. Den steuerst du über den Bestand selbst, nicht über die Schwellen.

4.10 Kategorie, Merkmale und Schlagwörter

Diese drei Angaben entscheiden, ob deine Ware gefunden wird. Alle drei stehen an der Variante.

Kategorie

Die Kategorie ordnet die Variante in Suche und Filter des Marktplatzes ein. Zur Wahl stehen 36 Kategorien in zehn Gruppen:

  • Backwaren und Getreideprodukte – Backwaren, Getreide & Hülsenfrüchte, Mehl & Mahlerzeugnisse, Teigwaren & Nudeln
  • Obst, Gemüse und Pilze – Obst, Gemüse, Pilze, Trockenfrüchte & Dörrobst, Schalenfrüchte & Nüsse
  • Tierische Produkte – Milchprodukte, Käse, Eier, Fleisch, Wild, Aufschnitt & Wurstwaren, Fisch, Meeresfrüchte
  • Bienen und Honig – Honig & Imkereiprodukte
  • Öle, Gewürze und Kräuter – Öle & Fette, Kräuter & Gewürze
  • Verarbeitete Produkte – Konserven & Eingemachtes, Marmeladen & Aufstriche, Feinkost & Veredeltes, Pflanzliche Produkte
  • Getränke – Getränke, Säfte & Moste, Alkoholische Erzeugnisse
  • Pflanzen und Garten – Heil- & Nutzpflanzen, Saatgut & Jungpflanzen, Blumen & Schnittblumen
  • Hof und Landwirtschaft – Brennholz & Kaminholz, Hofprodukte & Handwerk, Tierische Nebenprodukte, Futtermittel, Dünger & Kompost
  • Sonstiges

Die Kategorie färbt zugleich die Kachel in der Hofladen-Kasse ein und bildet dort die Reiter, mit denen du dein Sortiment durchgehst. Wähle die engste zutreffende Kategorie. „Sonstiges" ist für Ware gedacht, die in keine der übrigen 35 passt – was dort einsortiert ist, findet über die Filter kaum jemand.

Merkmale

  • Vegetarisch und vegan – erscheinen als Kennzeichen an der Produktkarte und sind für Kunden filterbar. Setze sie nur, wenn sie zutreffen. Sie sind eine Zusage.
  • Als Favorit hervorheben – stellt die Variante in deinem Shop heraus. Gedacht für die zwei, drei Erzeugnisse, wegen derer Kunden zu dir kommen. Je mehr hervorgehoben ist, desto weniger hebt sich ab.

Schlagwörter

Schlagwörter sind Suchbegriffe, die du selbst vergibst – bis zu 25 je Variante, je bis zu 50 Zeichen. Sie fangen ab, wonach Kunden suchen, wenn es nicht im Produktnamen steht: die regionale Bezeichnung („Grumbeeren"), den Verwendungszweck („Grillfleisch"), die Sorte („Boskop").

Zwei Dinge sind beim Formulieren wichtig:

  • Ein Schlagwort wirkt als ganzer Begriff. Wer „Äpfel" eintippt, findet das Schlagwort „Apfel" darüber nicht – nimm die Form, die Kunden eingeben, und lege beide an, wenn beide gebräuchlich sind.
  • Filtert ein Kunde nach mehreren Schlagwörtern, erscheinen nur Varianten, die alle tragen. Weniger und treffender wirkt darum mehr als viel und allgemein.

Ein Schlagwort, das schon im Produktnamen oder in der Beschreibung steht, bringt nichts dazu – die Suche liest beide ohnehin mit.

4.11 Bilder

Das Bild steht an der Variante. Führt eine Variante kein eigenes, zeigt der Shop das Bild des Artikels.

Hochladen und zuschneiden

  1. In der Variante auf „Bild hochladen" klicken.
  2. Datei wählen: JPG, PNG, WebP oder GIF, bis 10 MB.
  3. Ausschnitt festlegen – das Bild lässt sich mit der Maus verschieben und mit Mausrad oder Pinch-Geste zoomen. Der Rahmen steht fest auf Hochformat 9:16, dem Format der Produktkarte.
  4. Übernehmen. „Entfernen" löst das Bild wieder von der Variante.

Den Ausschnitt eines bereits hochgeladenen Bildes kannst du jederzeit neu wählen, ohne die Datei erneut hochzuladen.

Was Farmerino mit dem Bild macht

Beim Speichern richtet Farmerino das Bild nach der Aufnahmerichtung deiner Kamera aus, rechnet es auf die Ausgabegröße und wandelt es in das platzsparende WebP-Format – ohne sichtbaren Qualitätsverlust und ohne dass Aufnahmeort oder Kameradaten mitgehen. Durchsichtige Flächen werden weiß hinterlegt.

Du musst nichts vorbereiten: Ein Foto aus dem Telefon reicht. Ein Bild von mindestens 1215 × 2160 Bildpunkten nutzt die Darstellung voll aus. Kleinere werden hochgerechnet und wirken auf großen Bildschirmen weicher.

Was ein gutes Produktbild ausmacht: Tageslicht, ruhiger Hintergrund, die Ware formatfüllend und in der Menge, die der Kunde bekommt. Wer ein 500-g-Glas verkauft, fotografiert das Glas – nicht das Regal. Und weil der Ausschnitt hochkant ist: beim Aufnehmen das Telefon senkrecht halten.

Ein Bild je Variante

Unterscheiden sich deine Varianten sichtbar, gib jeder ihr eigenes Bild. Der Kunde wechselt im Dropdown die Variante und erwartet, dass das Bild mitwechselt. Bei Sorten, die sich nicht unterscheiden lassen, genügt ein Bild für alle.

4.12 Lebensmittelkennzeichnung (LMIV)

Für verpackte Lebensmittel schreibt die Lebensmittelinformationsverordnung Pflichtangaben vor. Sie stehen an der Variante, weil Zutaten, Allergene und Nährwerte sich zwischen Sorten unterscheiden.

Schalte in der Variante „Lebensmittelkennzeichnung" ein und fülle aus:

  • Verkehrsbezeichnung – wie das Lebensmittel rechtlich heißt
  • Zutatenliste – absteigend nach Gewichtsanteil
  • Allergene – hervorgehoben
  • QUID – Mengenanteil der wertgebenden Zutaten
  • MHD oder Verbrauchsdatum
  • Nettofüllmenge
  • Lebensmittelunternehmer – Name und Anschrift des verantwortlichen Betriebs
  • Nährwerte – Brennwert, Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß und die weiteren Pflichtangaben

Der Kunde ruft die Angaben an der Produktkarte auf, und die Etiketten übernehmen sie unverändert.

Vorlage nutzen: Unterscheiden sich die Angaben zwischen deinen Varianten nur wenig, lege die zweite Variante über „Variante hinzufügen" an – sie übernimmt die Werte der ersten, und du änderst nur die Abweichungen.

4.13 Etiketten drucken

Über „Etiketten drucken" auf deiner Betriebsseite erzeugst du Produktetiketten – für einzelne Produkte oder für eine ganze Bestellung. Die Kennzeichnungsangaben der jeweiligen Variante stehen automatisch darauf: Verkehrsbezeichnung, Zutaten, Allergene, Mindesthaltbarkeit und die übrigen Pflichtangaben. Wählst du eine Bestellung vor, entstehen die Etiketten für genau deren Positionen.

4.14 Was auf welchem Vertriebsweg wirkt

Farmerino kennt drei Vertriebswege: Abholung, Lieferung und Versand. Die meisten Artikeleinstellungen wirken auf allen dreien – ein paar nur auf einem.

Einstellung Wirkt auf
Preise und Staffelnalle drei Wege und die Kasse
Steuersatzalle drei Wege und die Kasse
Pfandalle drei Wege und die Kasse
Bestandalle drei Wege und die Kasse
Kategorie, Merkmale, Bild, Kennzeichnungalle drei Wege und die Kasse
Variables Gewichtalle drei Wege
Verfügbarkeit, „Verfügbar ab", Verfügbarkeitstagealle drei Wege im Shop
Schlagwörternur die Suche im Shop
Bestands-Ampelnur die Kasse
Versandbarnur Versand
Expressversand, Frischeversandnur Versand
Versandmaßenur Versand

Die Hofladen-Kasse zeigt dein ganzes Sortiment. Sie greift auf alle Artikel zu, die es gibt – auch auf die, die im Shop gerade nicht verfügbar sind, deren Bestand auf null steht oder deren Verfügbarkeitstermin noch aussteht. Am Verkaufstresen steht die Ware vor dir. Ob der Shop sie heute anbietet, ist eine andere Frage. Sortiert wird über die Kategorie-Reiter und die Suche.

Die Versandangaben je Packungseinheit

Die Versandangaben erscheinen nur, wenn dein Betrieb Paketversand anbietet. Im Assistenten steht der Schritt „Versand" immer und nennt ohne Paketversand den Weg dorthin. Je Packungseinheit legst du dann fest:

  • Versandbar – kann diese Packung überhaupt als Paket reisen? Eine Packungseinheit ohne diesen Haken bleibt für Abholung und eigene Lieferung buchbar.
  • Nur Expressversand – die Ware verträgt keine lange Laufzeit.
  • Frischeversand – die Ware muss gekühlt reisen.
  • Versandmaße – Länge, Breite und Höhe in Zentimetern, je 1 bis 200 cm. Ohne Angabe rechnet Farmerino mit deinem Standardkarton. Trage die echten Maße ein, wenn eine Packung deutlich davon abweicht: Die Versandkosten hängen daran, und was der Kunde zu wenig zahlt, trägt dein Betrieb.

Express und Frische schließen einander aus. DPD befördert ein Paket entweder gekühlt oder im Express – für die Kombination gibt es kein Produkt. Der eine Schalter setzt deshalb den anderen zurück, und ein Artikel, der beides zugleich verlangt, wird beim Speichern abgewiesen. Brauchst du beide Wege, führe zwei Packungseinheiten mit je einer Versandart: Der Kunde wählt eine davon.

Ware vom Versand ausnehmen

Der Haken „Versandbar" ist die einzige Stelle, an der du eine Ware von einem Vertriebsweg ausnimmst. Lässt du ihn bei allen Packungseinheiten eines Artikels aus, taucht er auf der Versandseite nicht auf – für Abholung und eigene Lieferung bleibt er buchbar. Das ist der Weg für alles, was eine Paketreise nicht übersteht: das rohe Ei, die offene Milch, die Torte.

Abholung und Lieferung teilen sich dagegen immer dasselbe Sortiment.

Der Liefertermin wird gegengeprüft

Farmerino prüft vor der Abbuchung, ob der Vertriebsweg und der gewählte Termin zu deinem Betrieb passen: ob du diesen Weg anbietest, ob der Wochentag einer deiner Liefer- beziehungsweise Versandtage ist und ob die Ware zu diesem Tag schon verfügbar ist. Passt etwas nicht, kommt die Bestellung nicht zustande – und der Kunde erfährt, woran es lag.

4.15 Abonnements

Kunden richten ihren Warenkorb selbst als wiederkehrende Bestellung ein – die Eierkiste jede Woche, den Käse jeden Monat. Farmerino legt zum Termin eine neue Bestellung mit denselben Positionen an. Du musst dafür an deinen Artikeln nichts einstellen. Jeder verkaufsfähige Artikel ist abofähig.

Rhythmus und Termin

Der Kunde wählt wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich – monatlich heißt zwölfmal im Jahr am selben Tag des Monats. Dazu wählt er seinen Wunschtag aus den Tagen, die dein Betrieb für den gewählten Vertriebsweg anbietet: deine Liefertage, deine Versandtage oder deine Öffnungszeiten. Bietest du für einen Weg keinen Tag an, gibt es dort auch kein Abo.

Die Bestellung entsteht sechs Tage vor dem Liefertag. Sie steht damit rechtzeitig auf deiner Pickliste, und du hast die Woche zum Ernten, Backen oder Abfüllen.

Was das für deine Artikelpflege bedeutet

  • Der Preis folgt deinen Stammdaten. Jede Folgebestellung wird zum dann gültigen Preis gerechnet, mit derselben Staffel- und Pfandauflösung wie ein Einzelkauf. Eine Preisänderung wirkt ab der nächsten Ausführung.
  • Nicht verfügbare Positionen fallen aus der Ausführung. Das Abo läuft mit den übrigen weiter, statt ganz auszusetzen.
  • Ein gelöschter Artikel beendet die Abos darauf. Vor dem Löschen nennt dir Farmerino, wie viele aktive Abos betroffen sind. Bestätigst du, werden sie gekündigt und die Kunden benachrichtigt.

Deine Übersicht

Unter Kunden-Abos siehst du, was auf dich zukommt: die Ausführungen der nächsten sieben Tage, die heute fälligen und die Abos, die Aufmerksamkeit brauchen – pausierte, gekündigte und solche mit fehlgeschlagener Zahlung. Wenige Zahlen deines Betriebs reichen so weit voraus: Sie sagen dir Wochen im Voraus, welche Menge sicher abgenommen wird.

Vor dem Löschen prüfen: Willst du eine Sorte nur vorübergehend aus dem Sortiment nehmen, schalte die Variante auf nicht verfügbar. Das lässt die Abos bestehen und nimmt nur diese eine Position aus der nächsten Ausführung. Löschen ist endgültig.

4.16 Preisvorteile gestalten

Preisvorteile entstehen über die Preisstaffel. Sie liegt in deiner Hand und gilt ab dem Speichern für jeden Kunden.

Was du damit gestalten kannst

  • Mengenvorteil – ab fünf Gläsern günstiger. Erhöht den Warenkorb und senkt deinen Aufwand je Bestellung.
  • Saisonpreis – zur Schwemme den Grundpreis senken und nach der Ernte zurücksetzen. Die Änderung wirkt ab dem Speichern.
  • Vorratspackung – eine zweite Packungseinheit in Großmenge mit eigenem Preis.
4.17 Sortieren, suchen und löschen

Reihenfolge im Shop

Die Produktkarten lassen sich mit der Maus umsortieren: greifen, an die neue Stelle ziehen, ablegen. Die Reihenfolge wird gespeichert und ist die, die deine Kunden sehen. Stelle nach vorn, was deinen Betrieb ausmacht und was gerade Saison hat.

Suchen

Das Suchfeld über dem Sortiment filtert nach dem Produktnamen und führt bei gewachsenem Sortiment schneller zum Artikel als das Blättern. Während eine Suche aktiv ist, ruht das Umsortieren – leere das Feld, um die Reihenfolge wieder zu ändern.

Löschen

Das Löschen eines Produkts lässt sich nicht rückgängig machen. Deine Bestellhistorie bleibt vollständig – bereits verkaufte Ware steht weiterhin auf Rechnungen, Lieferscheinen und in der Buchhaltung.

Hängen Abos an dem Produkt, nennt Farmerino ihre Zahl und kündigt sie beim Löschen. Die Kunden werden benachrichtigt.

Der mildere Weg: Eine Variante auf „nicht verfügbar" zu schalten nimmt sie aus dem Verkauf und lässt alles andere bestehen – Abos, Staffeln, Kennzeichnung. Zur nächsten Saison schaltest du sie wieder ein.

5 Liefergebiete

Wohin du selbst lieferst, an welchen Tagen und zu welchen Konditionen.

5.1 Ein Liefergebiet anlegen

Im Einstellungsdialog unter „Liefergebiete“ legst du fest, in welche Regionen du selbst ausfährst. Ein Kunde kann eine Lieferung nur bestellen, wenn seine Adresse in einem deiner Gebiete liegt.

  1. Zeichne die Fläche in die Karte – mindestens drei Eckpunkte.
  2. Setze den Mittelpunkt des Gebiets – von ihm aus wird gemessen, und der Ort an dieser Stelle ist der Name, unter dem Kunden das Gebiet sehen.
  3. Weise dem Gebiet seine Liefertage zu.
  4. Lege den Preis je Paket und den Mindestbestellwert fest.

Gezeichnet, nicht als Umkreis

Ein gezeichnetes Gebiet bildet ab, wohin du wirklich fährst. Ein Umkreis war schneller gesetzt, griff aber über Flüsse, Autobahnen und Gemeindegrenzen hinweg und ließ zugleich Orte aus, die zwei Kilometer weiter an derselben Straße liegen. Seit dem 4. September 2026 gibt es deshalb nur noch die gezeichnete Fläche.

Den Mittelpunkt setzt du mit dem Knopf „Mittelpunkt auf der Karte setzen“ und einem Klick in die Karte – verschieben kannst du ihn danach jederzeit. Farmerino schlägt den Ort nach, der unter dem Pin liegt. Dieser Ort steht anschließend als Name des Gebiets im Formular und im Shop. Ohne Mittelpunkt gäbe es nichts, wogegen sich eine Kundenadresse prüfen ließe.

Bestandsgebiete wurden übernommen. Wer sein Gebiet früher als Umkreis angelegt hatte, findet an seiner Stelle ein Fünfeck, das den bisherigen Kreis vollständig umschließt – es fällt also niemand heraus. Zeichne es nach, wenn du es genauer haben willst.

Mehrere Gebiete

Lege so viele Gebiete an, wie dein Fahrplan hergibt – etwa ein nahes mit drei Liefertagen und ein entfernteres mit einem. Jedes trägt eigene Tage, eigene Gebühren und einen eigenen Mindestbestellwert. Liegt eine Adresse in mehreren Gebieten, wählt Farmerino das Gebiet, das zum gewünschten Liefertag passt.

Ein gespeichertes Gebiet ist gegen versehentliche Änderungen gesperrt. Zum Bearbeiten löst du die Sperre über den Schalter am Gebiet.

Was der Kunde sieht: Beim Öffnen des Warenkorbs stehen die für seine Adresse berechnete Liefergebühr und der Mindestbestellwert bereits da – aus seiner gespeicherten Adresse oder seinem aktuellen Standort.

5.2 Liefertage, Tourstart und Bestellschluss

Der Liefertag hängt am Gebiet. Du hakst am Gebiet an, an welchen Wochentagen du dorthin fährst. Ein Gebiet ohne Liefertag lässt sich nicht speichern – es wäre ein Gebiet, in das nie jemand bestellen könnte.

Der Tourstart hängt am Betrieb. In den Shop-Einstellungen steht je Wochentag, an dem mindestens eines deiner Gebiete fährt, eine Uhrzeit: wann du an diesem Tag losfährst.

Woraus der Bestellschluss entsteht

Der Bestellschluss wird gerechnet, nicht eingestellt:

Bestellschluss = Tourstart am Liefertag − deine Vorbereitungszeit

Wer um 8 Uhr losfährt und zwölf Stunden Vorlauf braucht, nimmt für diesen Tag bis 20 Uhr am Vorabend an. So kann der Bestellschluss nicht mehr von deiner Abfahrt abweichen: Verschiebst du die Tour, verschiebt er sich mit.

Die Vorbereitungszeit trägst du am Gebiet ein – für den Marktstand am Ort brauchst du andere Zeit als für den Kreis nebenan. Ohne eigenen Eintrag gilt die Angabe deines Betriebs.

Zwölf Stunden sind die Untergrenze und zugleich der Wert, der ohne eigene Angabe greift. Ein kleinerer Eintrag wird darauf angehoben. Nach oben ist bei 48 Stunden Schluss. Zwölf Stunden sind der Abstand, den eine Bestellung zur Abfahrt braucht, damit sie überhaupt kommissioniert werden kann.

Zum Bestellschluss ist die Annahme zu, und mit ihr endet auch die Frist, in der du oder dein Kunde diese Bestellung noch stornieren könnt. Mehr dazu in Kapitel 8, Bestellungen bearbeiten.

5.3 Liefergebühr und Mindestbestellwert

Beide Werte gehören dem einzelnen Gebiet. Die Liefergebühr richtet sich nach dem Gewicht, der Mindestbestellwert wahlweise nach der Entfernung.

Ein Preis je Paket

Unter „Preis je Paket“ steht eine Zeile für jede Paketgrösse: 5, 10, 15, 20, 25 und 30 kg. Hake an, welche Grössen du fährst, und trage je Grösse ein, was sie kostet. Was du nicht anhakst, bekommt keinen eigenen Preis.

Eine Bestellung wird auf deine Pakete verteilt, und zwar so, wie es für den Kunden am günstigsten ist. Bietest du 10 und 30 kg an, sind 40 kg ein Dreissiger und ein Zehner. Bietest du nur 30 kg an, sind es zwei Dreissiger – auch wenn im zweiten nur zehn Kilogramm liegen. Eine Bestellung wird also nie abgewiesen, weil sie zu schwer ist. Sie kostet mehr Pakete.

Unter der kleinsten Grösse gilt deren Preis. Wer die Fünfer abwählt, sagt damit nicht „ich fahre keine kleinen Pakete“, sondern „ich mache dafür keinen eigenen Preis“. Drei Kilogramm kosten dann so viel wie zehn.

Bei Ware mit Gewichtsspanne zählt der obere Wert der Spanne, damit die Zahl im Warenkorb zu dem passt, was reserviert wird. Das gilt für deine eigenen Gebiete genauso wie für ein übernommenes Fahrergebiet – dort setzt die Preise allerdings der Fahrbetrieb.

Was aus der alten Regel wurde: Bis zum 4. September 2026 galt ein Betrag je angefangene 15 kg. Die Bestandsgebiete sind preisneutral übernommen worden – 5, 10 und 15 kg kosten die bisherige Gebühr, 20, 25 und 30 kg das Doppelte. Für jedes Gewicht kommt damit derselbe Betrag heraus wie vorher.

Der Mindestbestellwert

Trage unter „Fester Mindestbestellwert“ einen Betrag ein, der im ganzen Gebiet gilt. Oder staffle ihn nach Entfernung: Der Schalter „Mindestbestellwert nach Entfernung“ ersetzt das feste Feld durch eine Spanne (von / bis) und eine Richtung„Nach außen teurer“ oder „Nach außen günstiger“.

Zwischen beiden Enden wird gleichmäßig nach der Entfernung des Kunden zum Gebietsmittelpunkt gerechnet: am Mittelpunkt der eine Wert, am Rand der andere, dazwischen anteilig. Der Rand ist der entfernteste Eckpunkt deiner gezeichneten Fläche.

Der Mindestbestellwert wird durchgesetzt. Farmerino prüft ihn vor dem Einzug noch einmal gegen den Warenwert und das tatsächlich zutreffende Gebiet. Bestellungen darunter kommen nicht zustande – auch dann nicht, wenn im Browser des Kunden noch ein alter Stand steht.

5.4 Gebiete, die ein Fahrbetrieb für dich fährt

Verknüpfst du dich mit dem Liefergebiet eines Fahrbetriebs, entsteht daraus ein Liefergebiet in deinem Shop. Es trägt den Namen des Gebiets mit dem Zusatz „(Fahrer)“.

Zuschnitt, Liefertage und Paketpreise gehören dem Fahrbetrieb. Er fährt die Tour, also legt er fest, wann, wohin und was eine Lieferung kostet. Ändert er sein Gebiet oder seine Preise, zieht deines nach. Beenden kannst du es über die Abmachung.

Die Vorbereitungszeit bleibt deine. Wer fährt, bestimmt wann – wer packt, bestimmt, wie lange er dafür braucht. Die Abfahrtszeit kommt deshalb vom Fahrbetrieb, die Vorbereitungszeit von dir, und keiner überschreibt die Angabe des anderen. Liegen mehrere Höfe auf derselben Tour, hat jeder seinen eigenen Bestellschluss – deine Vorbereitungszeit gilt nur für deinen Shop, und die Abfahrt des Fahrbetriebs verschiebt sich durch niemanden.

Barzahlung wird in diesen Gebieten nicht angeboten. Der Anteil des Fahrbetriebs wird beim Einzug aus der Kartenzahlung einbehalten – ohne Zahlungsvorgang gibt es nichts, woraus er entstehen könnte.

Endet die Abmachung, wird das Gebiet stillgelegt: Es verliert seine Liefertage und nimmt keine neuen Bestellungen mehr an. Bereits laufende Bestellungen und Touren behalten ihre Gebietsangabe.

Wie du einen Fahrbetrieb findest, anfragst und mit ihm abrechnest, steht in Kapitel 11, Fahrbetriebe beauftragen.

5.5 Gebiete zu einer Tour zusammenfassen

Fährst du zwei benachbarte Gebiete am selben Tag ohnehin hintereinander, fasse sie zu einer Touren-Gruppe zusammen. Die Tourenplanung baut daraus eine Route statt zwei.

Zusammenführbar sind nur Gebiete mit mindestens einem gemeinsamen Liefertag. Ein Gebiet gehört zu höchstens einer Gruppe. Löschst du die Gruppe, bleiben die Gebiete bestehen.

Gebiete, die ein Fahrbetrieb fährt, stehen hier nicht zur Wahl – deren Route plant er.

6 Finanzen & Stripe-Onboarding

Dein Zahlungskonto einrichten, sehen was hereinkommt, und die Zahlen für die Buchhaltung mitnehmen.

6.1 Der Finanzbereich auf einen Blick

Den Finanzbereich erreichst du über „Finanzen“ in der Navigation. Er ist in vier Reiter gegliedert:

  • Auszahlungen – nächste Auszahlung, Intervall, Zustand deines Stripe-Kontos und der direkte Einstieg ins Stripe-Dashboard.
  • Einnahmen und Gebühren – Kennzahlen der letzten 30 Tage, Umsatzverlauf und dein Gebührenmodell mit Fortschritt zum Monatsdeckel.
  • Transaktionen – jede Zahlungsbewegung einzeln, mit aufgeschlüsselten Gebühren.
  • Konto und Steuern – Stripe-Status, offene Anforderungen, Identitätsprüfung, Steuerangaben und der Export für die Buchhaltung.

Fährst du auch im Lohn für andere Höfe, kommt der Reiter Fahrtentgelte dazu. Er führt, was du gefahren hast, den Stand der Auszahlung und offene Widersprüche.

Markierung in der Navigation: Solange dein Stripe-Onboarding offen ist, trägt der Eintrag „Finanzen“ einen Punkt. Bis es abgeschlossen ist, kannst du keine Zahlungen empfangen.

6.2 Stripe-Konto einrichten

Farmerino wickelt Zahlungen über Stripe ab. Dafür bekommt dein Betrieb ein eigenes Stripe-Konto, auf das deine Umsätze laufen und von dem aus ausgezahlt wird.

  1. Stammdaten vervollständigen: Rechtsform, Verantwortlicher, Straße, Postleitzahl, Stadt und E-Mail müssen hinterlegt sein.
  2. Im Onboarding-Bereich auf „Stripe einrichten“ klicken.
  3. Bei Stripe die geforderten Angaben machen: Bankverbindung, Steuerdaten, Identitätsnachweis.
  4. Stripe leitet dich anschließend zu Farmerino zurück.

Deine Kundschaft bezahlt danach per Kreditkarte, Link, Klarna, Amazon Pay, Revolut Pay, Apple Pay oder Google Pay. Welche Methoden im Bezahlvorgang erscheinen, hängt von Bestellwert, Endgerät und Zahlungsanbieter ab.

Fehlt Stripe später eine Angabe, steht sie unter Konto und Steuern als offene Anforderung samt Frist und Link zu Stripe. Unerledigte Anforderungen halten Auszahlungen an.

6.3 Vom Kauf bis zur Auszahlung

Jede Bestellung durchläuft dieselben Schritte:

  1. Bestellung: Der Kunde bezahlt, der Betrag wird zunächst nur reserviert.
  2. Annahme: Nimmst du die Bestellung an, wird der Betrag eingezogen.
  3. Ablehnung: Lehnst du ab, wird die Reservierung aufgehoben. Der Kunde zahlt nichts.

Bei Artikeln mit variablem Gewicht steht der Endbetrag erst nach der Gewichtserfassung fest. Reserviert wird mit einem Puffer, abgerechnet wird der Grundpreis mal dem gewogenen Gewicht. Zu viel reserviertes Geld bekommt der Kunde zurück.

Auszahlung: Neue Konten stehen auf täglicher Auszahlung mit 14 Tagen Sicherheitsverzögerung. Die Verzögerung deckt die gesetzliche Widerrufsfrist ab: Eingezogenes Geld liegt so lange bereit, dass eine Rückabwicklung ohne Rückforderung bei dir möglich bleibt. Dein tatsächliches Intervall steht unter Auszahlungen und lässt sich im Stripe-Dashboard ändern.

Wenn nichts ausgezahlt wird: Die Karte „Wenn etwas blockiert“ nennt den Grund. In aller Regel sind es fehlende Stripe-Angaben oder eine laufende Prüfung. Beides erledigst du unter Konto und Steuern.

6.4 Identitätsprüfung ab 250 € Monatsumsatz

Ab 250 € Monatsumsatz verlangt das Geldwäschegesetz eine Identitätsprüfung deines Betriebs. Diese Pflicht trifft jeden Zahlungsdienstleister und ist keine Bedingung von Farmerino.

Die Karte Verifizierung unter „Konto und Steuern“ zeigt, ob die Prüfung ansteht, läuft oder abgeschlossen ist, und startet sie. Der Ablauf liegt bei Stripe. Welche Nachweise verlangt werden und wie lange es dauert, hängt von deiner Rechtsform und den offenen Anforderungen ab.

Bis die Prüfung abgeschlossen ist, kannst du weiter verkaufen. Auszahlungen können in dieser Zeit angehalten sein.

6.5 Einnahmen und Gebühren lesen

Der Reiter Einnahmen und Gebühren beginnt mit sechs Kennzahlen über die letzten 30 Tage: Dein Umsatz, Zahlungsarten, Gebühren, Versandkosten, Letzte Auszahlung und dein Gebührensatz.

Darunter zeigt der Umsatzverlauf Umsatz und Gebühren im Zeitverlauf. Umschalten kannst du zwischen Woche, Monat, Quartal und Jahr. Jeder Zeitraum wird mit dem vorangegangenen verglichen.

Die Karte Gebührenmodell daneben nennt deinen Satz, den Umsatz im Referenzzeitraum und den Fortschritt zum Monatsdeckel. Ist der Deckel erreicht, steht es dort ausdrücklich.

Die Begriffe darunter sind bewusst getrennt gehalten:

  • Umsatz brutto – alle Kundenzahlungen im Zeitraum, vor Rückerstattungen und Gebühren.
  • Dein Erlös – Netto-Warenwert abzüglich Plattform-Marge.
  • Rückerstattungen – was an Kunden zurückgezahlt wurde.
  • Versandkosten – die Versandkosten deiner Bestellungen. Den Anteil für Verpackungsmaterial bekommst du erstattet.
6.6 Was Farmerino berechnet – und wer es trägt

Es gibt keine Grundgebühr, keine Einrichtungsgebühr und keine Mindestlaufzeit. Kosten entstehen erst, wenn du verkaufst.

Posten Höhe Wer trägt ihn
Plattform-Marge3,9 % auf den Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen, gedeckelt auf 149 € im MonatDu
Bearbeitungsgebühr0,25 € je BestellungKunde
Zahlungsabwicklung2,5 % des Bestellwerts (Ware, Versand, Pfand) zuzüglich 0,25 € je ZahlungsvorgangKunde
PaketversandDer Kunde zahlt den Versand, Farmerino beauftragt und bezahlt den VersanddienstleisterKunde
Stripe-GebührenEnthaltenFarmerino

Der Satz ist für alle Verkäufer gleich, ohne Staffeln und ohne Rabatte. Bemessungsgrundlage ist der reine Warenwert ohne Umsatzsteuer. Versandkosten, Pfand und die Bearbeitungsgebühr bleiben außen vor. Der Deckel greift ab rund 3.820 € Netto-Warenwert im Monat – ab dort zahlst du für den Rest des Monats keine weitere Marge.

Die beiden Kundenentgelte werden im Bezahlvorgang getrennt ausgewiesen und mindern deinen Erlös nicht.

Um den Paketversand musst du dich nicht kümmern: Der Kunde zahlt den Versand, Farmerino beauftragt und bezahlt den Versanddienstleister, du packst. Deine Zuschläge für Verpackung, Isolation und Kühlmittel bekommst du mit der Auszahlung erstattet.

Ein Betrag, der daneben steht

Bargeld: Mit dem Kassenpaket kassierst du bar ohne Plattform-Marge und ohne Transaktionsgebühr. Über Farmerino läuft dabei kein Geld – Vereinnahmung, Quittierung und Aufzeichnung liegen bei dir. Siehe Kapitel „Pakete & Werbung“.

Wenn du selbst im Lohn fährst

Vom Entgelt einer Lohnfahrt behält Farmerino einen Plattformanteil von 3,9 % des Fahrtentgelts ein, gedeckelt auf das jeweilige Fahrtentgelt. Er deckt Zahlungsabwicklung, Auszahlung und die Nutzung der Plattform ab und ist der einzige Kostenpunkt eines Fahrbetriebs. Für Schlachtung, Zerlegung und die übrigen Gewerke im Lohn wird nichts einbehalten.

Dieser Anteil hat mit deiner Plattform-Marge als Hof nichts zu tun: gleiche Zahl, andere Bezugsgröße, andere Deckelung. Die Einzelheiten stehen im Dienstleister-Handbuch im Kapitel über das Geld.

6.7 Transaktionen im Einzelnen

Der Reiter Transaktionen führt jede Zahlungsbewegung deines Shops in zeitlicher Folge. Über die Filter wechselst du zwischen Kundenzahlungen, Auszahlungen und Rückerstattungen. Kassenverkäufe laufen in derselben Liste mit.

Zu jeder Zahlung siehst du die Gebühren einzeln aufgeschlüsselt – Plattform-Marge, Bearbeitungsgebühr und Zahlungsabwicklung getrennt voneinander. Ein Klick auf eine Zeile öffnet die zugeordnete Bestellung mit Warenwert netto, Umsatzsteuer je Satz, Versandkosten und Pfand.

Das ist die Stelle, an der du eine einzelne Abrechnung nachvollziehst, wenn eine Summe im Überblick nicht zu deiner Erwartung passt.

6.8 Steuersätze, Kleinunternehmerregelung und Rechnungen

Den Steuersatz setzt du je Variante. Im Produktdialog wählst du je Variante zwischen 19 %, 7 % und 0 % (steuerbefreit). Pfandartikel tragen einen eigenen Satz. Ein Artikel mit mehreren Varianten kann damit unterschiedlich besteuerte Ausführungen führen.

Alle Preise, die du eingibst, sind Bruttopreise inklusive Umsatzsteuer. Die Steuer wird herausgerechnet und in Bestellung, Rechnung und Export je Satz getrennt ausgewiesen. Die Plattform-Marge liegt auf dem Nettobetrag.

Unter Konto und Steuern pflegst du in der Karte Steuer- & Geschäftsinformationen Unternehmensform, Verantwortlichen, Steuernummer, USt-IdNr. und die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. Ist die Kleinunternehmerregelung aktiv, wird auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausgewiesen.

Rechnungen entstehen von selbst. Die Bestellbestätigung, die dein Kunde nach der Bestellung erhält, ist zugleich seine Rechnung. Rechnungssteller bist du (§ 14 Abs. 4 UStG), deshalb stehen dein Betrieb und deine Steuerangaben darauf. Fehlt deine Steuernummer, geht die Rechnung ohne vollständigen Aussteller-Block hinaus – hinterlege sie deshalb, bevor du den Shop sichtbar schaltest.

Für die steuerliche Einordnung deines Sortiments und deiner Verarbeitungsstufen ist deine Steuerberatung zuständig. Farmerino bildet ab, was du dort festlegst.

6.9 Finanzamt-Export für die Buchhaltung

Unter Konto und Steuern findest du die Karte Finanzamt-Export. Wähle einen Zeitraum – Aktueller Monat, Letzter Monat, Aktuelles Quartal, Aktuelles Jahr oder Gesamter Zeitraum – und ein Format:

  • CSV – Einnahmen und Ausgaben als Tabelle für Excel, Google Sheets und ähnliche Programme, im GoBD-Format.
  • DATEV – Buchungsstapel im EXTF-Format. Enthält Konto und Gegenkonto, Buchungsschlüssel, Belegfelder, Buchungstext und Sachverhalt und bucht Kartenumsätze über das Stripe-Geldtransitkonto 1360, Barumsätze über die Kasse 1000. Dein Steuerberater importiert die Datei direkt.
  • PDF – Einnahmenübersicht zum Ausdrucken und Archivieren.

Der Download startet im Browser. Enthält der gewählte Zeitraum keine Bewegungen, sagt die Karte das, statt eine leere Datei auszugeben.

Wenn der Export nicht angeboten wird: Konnten deine Zahlungen nicht vollständig geladen werden, bleibt der Export gesperrt. Eine unvollständige Datei sähe vollständig aus und landete so beim Steuerberater. Lade die Seite später neu.

Die Kontenzuordnung des DATEV-Exports lässt du am besten einmal von deiner Steuerberatung bestätigen, bevor du sie dauerhaft übernimmst.

6.10 Pfand und Leergut

Pfand läuft durch, ohne deinen Erlös zu berühren: Es fließt in den Bestellwert ein, trägt keine Plattform-Marge und steht in der Bestelldetailzeile einer Transaktion als eigener Posten neben Warenwert, Steuern und Versandkosten. Im Export erscheint es auf demselben Weg.

Leergut, das ein Fahrbetrieb für dich einsammelt, führt die Seite Meine Fahrer unter „Leergut bei deinen Fahrern“: je Betrieb die Zahl der Gebinde je Pfandart und das Datum des ältesten Stücks. Angenommen werden ausschließlich deine eigenen Pfandarten.

Der Fahrer erfasst das Leergut an der Haustür, die Pfandgutschrift steht sofort in der Bestellung deines Kunden. Zurück zu dir kommen die Gebinde beim nächsten Abholstopp. Beide Seiten lesen dieselbe Bilanz – ein Pfandbestand, den nur eine Seite fortschreibt, ist der, über den am Ende gestritten wird.

7 Shop online schalten

Der letzte Schritt – so wird dein Hofladen für Kunden sichtbar.

Voraussetzungen

Vier Dinge prüft Farmerino, bevor dein Shop sichtbar wird. Fehlt eines, sagt dir ein Hinweis, welches.

  • Mindestens ein Produkt im Sortiment. Ein Shop ohne Ware hätte Kunden nichts anzubieten.
  • Mindestens ein Vertriebsweg, über den die Ware wirklich zum Kunden kommt: eingeschaltete Abholung, eingeschalteter Versand oder ein Liefergebiet mit mindestens einem Liefertag. Ein Gebiet ohne Liefertag zählt nicht – über das nimmt der Shop keine Bestellung an.
  • Auszahlung eingerichtet. Der letzte Schritt des Einrichtungsassistenten führt zu unserem Zahlungsdienstleister Stripe. Dort hinterlegst du dein Bankkonto und weist dich aus. Solange das aussteht, kann Farmerino kein Geld an dich weiterleiten.
  • Ein freigeschaltetes Konto. Ein Konto kann vorübergehend gesperrt sein – am häufigsten, weil der Zahlungsdienstleister noch Nachweise braucht. Dann steht auf deiner Shop-Seite ein roter Hinweis samt Frist, und was zu tun ist, steht in der Finanzübersicht. Mit der Sperre wird dein Shop unsichtbar geschaltet.

Abholung eingeschaltet? Dann müssen deine Öffnungszeiten vollständig sein – alle sieben Wochentage angelegt, mindestens einer mit Öffnungs- und Schliesszeit. Sonst scheitert schon das Speichern, und damit auch das Umschalten der Sichtbarkeit. Wie das gemeint ist, steht in Kapitel 3, Shop einrichten.

Shop sichtbar schalten

Auf deiner Shop-Seite sitzt oben rechts ein Schalter, der deinen aktuellen Stand nennt: „Sichtbar“ oder „Unsichtbar“. Ein Klick schaltet um.

Steht noch etwas aus, öffnet sich statt der Umschaltung ein Hinweis mit dem fehlenden Punkt. Ist alles erfüllt, ist dein Hofladen ab diesem Moment für Kunden erreichbar.

Beim Ausschalten fragt Farmerino nach, bevor der Shop verschwindet. Bestehende Bestellungen bleiben davon unberührt – sie laufen weiter, werden bezahlt und ausgeliefert wie zuvor.

Wo dein Shop erscheint

Sobald er sichtbar ist, findet man dich an vier Stellen:

  • Unter deiner eigenen Shop-Adresse. Sie trägt deinen Betriebsnamen und steht im Reiter „Darstellung“ zum Kopieren bereit. Benennst du deinen Betrieb um, ändert sie sich mit – bereits weitergegebene Links führen weiterhin zu dir.
  • In der Umkreis- und Postleitzahlensuche – dafür braucht dein Betrieb den Standort aus der Adressauswahl.
  • Im Verzeichnis „Regionale Erzeuger“ und auf der Seite deiner Stadt.
  • Mit deinen versandfähigen Artikeln zusätzlich im deutschlandweiten Verzeichnis „Versandartikel“.

Dazu meldet Farmerino deine Shop-Seite an Suchmaschinen. Solange dein Shop unsichtbar ist, führt die Adresse Besucher auf die Startseite.

Ansehen und weitergeben

Dein Profil zeigt dir deinen Hofladen so, wie Kunden ihn sehen – mitsamt Kopfbild, Texten und Sortiment. Du kannst also erst schauen und dann freischalten.

Unter Einstellungen im Reiter „Darstellung“ steht deine Shop-Adresse zum Kopieren. Daneben liegt ein QR-Code zum Anzeigen und Herunterladen – gemacht für den Ausdruck, lesbar auch aus zwei Metern und mit Kratzern. Damit hast du deinen Hofladen auf dem Hofschild, auf der Visitenkarte, im WhatsApp-Status oder auf dem Marktstand.

Urlaub und Pause

Du kannst deinen Shop jederzeit wieder unsichtbar schalten – für den Urlaub, zwischen zwei Saisons oder wenn schlicht nichts zu verkaufen ist. Kunden finden dich in dieser Zeit nicht, und es kommen keine neuen Bestellungen herein.

Deine Artikel, Preise, Texte und Einstellungen bleiben unangetastet. Beim Wiedereinschalten steht alles da, wo du es gelassen hast.

8 Bestellungen bearbeiten

Vom Eingang bis zur Übergabe – und was bei Absagen, Wiegeware und Erstattungen mit dem Geld geschieht.

8.1 Deine Bestellübersicht

Unter „Bestellungen“ läuft dein Tagesgeschäft zusammen. Oben stehen sieben Zahlen, die dir sagen, wo du anfangen sollst:

  • Offene Aufträge – bezahlt und wartet auf deine Entscheidung.
  • Heute fällig – Liefer- oder Abholtermin ist heute.
  • In Bearbeitung – angenommen und noch nicht abgeschlossen.
  • Versandfälle – Paketsendungen, die im Versandbereich weitergehen.
  • Auf eigener Tour – einer Route aus deinem Tourenplaner zugeordnet.
  • Davon im Lohn – deine Route, gefahren von einem Fahrbetrieb.
  • Im Fahrergebiet – die Route plant der Fahrbetrieb.

Darunter filterst du über die Statusknöpfe: Alle, Offen, Angenommen, In Auslieferung, Abgeschlossen, Storniert. Die Liste zeigt 20 Bestellungen je Seite und lässt sich über die Spaltenköpfe sortieren. Der Knopf neben der Überschrift lädt sie neu. Stände aus Tour und Versand ziehen ohnehin selbständig nach.

Steht der Filter auf Offen, erscheint rechts „Alle annehmen“ mit der Anzahl in Klammern – ein Klick für die ganze gefilterte Liste.

8.2 Die Zustände einer Bestellung
Zustand Was er bedeutet
UnbezahltDer Kunde hat die Bestellung abgeschickt, die Zahlung steht noch aus.
BezahltDer Betrag ist reserviert und die Bestellung wartet auf deine Entscheidung.
AngenommenDu hast bestätigt. Der Kaufvertrag steht, der Betrag wird eingezogen.
In AuslieferungBei Lieferung „In Lieferung“, bei Abholung „Bereit zur Abholung“, beim Paketversand „Im Versand“.
AbgeschlossenBei Lieferung „Zugestellt“, bei Abholung „Abgeholt“, beim Paketversand „Versendet“.
AbgelehntDu hast abgelehnt oder der Kunde hat vor deiner Annahme storniert. Die Reservierung ist aufgehoben.
RückerstattetDer bereits eingezogene Betrag ist zurückgezahlt.
AbgelaufenDer Bezahlvorgang wurde abgebrochen, oder die Bestellung lag sechs Tage ohne deine Entscheidung.
GescheitertDie Zustellung ist an der Haustür gescheitert und wurde als solche gemeldet.

Reserviert heißt noch nicht abgebucht

Mit dem Abschicken gibt der Kunde ein verbindliches Angebot ab. Der Betrag wird bei ihm zunächst nur reserviert. Der Kaufvertrag entsteht erst mit deiner Annahme, und erst dann wird eingezogen. Lehnst du ab, wird die Reservierung wieder freigegeben – es fließt kein Geld und es gibt nichts zu erstatten (AGB 6.2 bis 6.4 und 7.6).

Bei Klarna, Amazon Pay und Revolut Pay steht der Einzug nach deiner Annahme kurz auf „in Bearbeitung“, bevor der Zahlungsdienstleister ihn bestätigt. Die Bestellung geht trotzdem regulär weiter. Du musst nichts wiederholen.

Sechs Tage – dann entscheidet die Uhr

Eine Reservierung hält nicht ewig. Deshalb greift nach sechs Tagen eine automatische Regel:

  • Eine Bestellung, über die du bis dahin nicht entschieden hast, wird abgesagt. Die Reservierung wird freigegeben, die Ware kehrt in deinen Bestand zurück, die Bestellung steht auf „Abgelaufen“.
  • Eine Bestellung, die du angenommen hast, deren Betrag aber noch nicht eingezogen ist, wird eingezogen – damit die Reservierung nicht verfällt und dein Geld verloren geht.

Beides ist ein Sicherheitsnetz, kein Arbeitsablauf. Entscheide zeitnah, dann kommt es nie zum Tragen.

8.3 Annehmen, verschieben, ablehnen

Annehmen. Der Haken in der Zeile bestätigt eine einzelne Bestellung, „Alle annehmen“ die ganze offene Liste. Willst du auf das einzelne Bestätigen verzichten, schalte in den Einstellungen im Reiter „Bestellungen“ die automatische Bestellannahme ein.

Problem melden. Das Warndreieck an einer offenen Bestellung öffnet die Lösungsoptionen. Du hast zwei:

  • Verschieben – du wählst einen anderen deiner Liefertage. Zur Wahl stehen nur Tage, an denen du das Liefergebiet dieser Bestellung tatsächlich fährst. Die Bestellung bleibt bestehen, der Kunde wird benachrichtigt.
  • Ablehnen – die Bestellung endet, die Reservierung wird freigegeben, der Kunde wird benachrichtigt. Das lässt sich nicht zurücknehmen.

Bei einer bereits angenommenen Bestellung heißt dieselbe Wahl Verschieben oder Rückerstatten – dort ist der Betrag eingezogen und muss zurückgezahlt werden.

Zur Annahme verpflichtet bist du nicht (AGB 6.3). Verschieben ist der bessere Weg, wenn dir nur ein einzelner Artikel fehlt: der Kunde behält seine Bestellung und du deinen Umsatz.

Nach dem Bestellschluss geht das nicht mehr. Bei Lieferung endet die Frist zum Stornieren mit dem Bestellschluss des Liefertags – für dich ebenso wie für den Kunden, denn ab da wird kommissioniert und die Tour steht. Danach hilft der Farmerino-Support. Abholung und Versand kennen diese Frist nicht.

8.4 Abholung, Lieferung und Versand abschließen

Abholung. Sobald die Bestellung angenommen ist, steht in ihrer Zeile der Knopf „Abschließen“. Klicke ihn, wenn der Kunde die Ware mitgenommen hat – die Bestellung geht auf „Abgeholt“.

Lieferung. Der Abschluss läuft über deine Tour: Du hakst den Stopp in der Lieferliste ab, und die Bestellung gilt als zugestellt. Fährt ein Fahrbetrieb dein Gebiet, hakt er ab und die Bestellung folgt automatisch. Mehr dazu in Kapitel 10, Tourenplanung & Auslieferung.

Paketversand. Label, Übergabe an DPD und Sendungsverfolgung laufen im Versandbereich. Die Bestellung zieht dabei mit. Der Knopf „Zum Versandbereich“ bringt dich direkt dorthin.

Wenn niemand öffnet. Eine Zustellung, die an der Haustür scheitert, wird als Gescheitert gemeldet. Der Betrag bleibt eingezogen – die Absprache mit dem Kunden über Ersatzlieferung oder Erstattung führst du selbst.

8.5 Wiegeware: das tatsächliche Gewicht erfassen

Ein Artikel mit Gewichtsspanne wird nach dem gewogenen Gewicht abgerechnet. Damit das aufgeht, wird beim Kunden von vornherein etwas mehr reserviert: der Preis für das erwartete Gewicht zuzüglich des Reservierungspuffers, den du an der Packungseinheit hinterlegt hast. Er liegt zwischen 5 und 50 %, ohne eigene Angabe bei 20 %. Der Kunde sieht diesen Zuschlag als Reservierung ausgewiesen, nicht als Preis.

Erfasst wird beim Kommissionieren, also beim Zusammenstellen der Bestellung: bei Abholung und Versand im Zuge der Annahme, bei eigener Lieferung an der Packliste deiner Tour.

  1. Wiege die Ware beim Kommissionieren.
  2. Trage das Gewicht in der Gewichtserfassung ein – entweder als Gesamtgewicht für alle Stücke einer Position oder je Stück, wenn die Stücke unterschiedlich ausfallen.
  3. Die Zusammenfassung stellt Reserviert und Tatsächlich nebeneinander und nennt die Differenz als Rückerstattung oder Nachzahlung.

Abgerechnet wird der Grundpreis mal tatsächlichem Gewicht. Der Puffer wird dabei wieder herausgerechnet. Wiegt das Stück weniger als erwartet, zahlt der Kunde weniger. Wiegt es mehr, deckt der Puffer die Differenz.

Der Puffer ist deine Obergrenze. Eingezogen wird höchstens der Betrag, den der Kunde beim Bestellen freigegeben hat – mehr gibt sein Zahlungsmittel nicht her. Alles, was darüber hinaus gewogen wird, geht zu deinen Lasten. Setze den Puffer deshalb so, dass er die Streuung deiner Ware wirklich abdeckt.

Höchstens 150 % des erwarteten Gewichts lassen sich erfassen. Ein höherer Wert wird auf diese Grenze gesetzt. Passt ein Stück nicht in die Spanne, gehört es nicht in diese Bestellung – nimm ein anderes oder sprich den Kunden an.

Solange nicht jede gewichtsvariable Position erfasst ist, bleibt die Zusammenfassung leer und die Bestellung lässt sich nicht abschließen. Das ist Absicht: Ohne Gewicht gibt es keinen Endbetrag.

8.6 Barzahlung

Mit dem Paket Kassensystem + Barzahlung kannst du Bargeld annehmen. Bestellungen mit Barzahlung laufen vollständig an Stripe vorbei: kein Zahlungsvorgang, keine Reservierung, kein Entgelt für die Zahlungsabwicklung, keine Bearbeitungsgebühr und kein Plattformanteil. Du kassierst bei der Übergabe.

Vorgesehen ist Barzahlung für die Selbstabholung. Zusätzlich kannst du sie mit dem Schalter „Barzahlung auch bei Lieferung“ für deine eigene Tour freigeben. Der Betrag an der Haustür ist der Endbetrag nach Gewichtserfassung und Pfandrückgabe. Er steht in der Lieferliste. Beim Paketversand ist Barzahlung ausgeschlossen.

Einen eigenen Schritt „als bezahlt markieren“ gibt es nicht: Die Bestellung gilt als beglichen, sobald du sie abschließt beziehungsweise der Stopp abgehakt ist.

Im Gebiet eines Fahrbetriebs wird Barzahlung nicht angeboten. Der Fahreranteil wird beim Einzug aus der Kartenzahlung einbehalten – ohne Zahlungsvorgang gibt es nichts, woraus er entstehen könnte.

Was das Paket kostet und wie du es wieder beendest, steht in Kapitel 15, Pakete & Werbung.

8.7 Wenn der Kunde storniert

Bis du annimmst, storniert der Kunde selbst. Bis dahin liegt nur sein Angebot vor und der Betrag ist reserviert. Mit seiner Absage wird die Reservierung sofort freigegeben. Du bekommst eine Nachricht im Betrieb und eine E-Mail – auch dann, wenn du gerade nicht im Dashboard bist.

Ab deiner Annahme steht der Kaufvertrag. Der Kunde kann dann nicht mehr allein stornieren. Er wendet sich an dich, und du nimmst die Stornierung vor. Seine Kontaktdaten stehen in der Bestellung.

Nach dem Bestellschluss übernimmt der Support. Bei Lieferung endet die Stornofrist mit dem Bestellschluss – ab da wird die Tour zusammengestellt und die Bestellung fährt mit. Was danach noch aufzulösen ist, läuft über den Farmerino-Support.

Widerruf ist etwas anderes

Die Widerrufsfrist von vierzehn Tagen beginnt erst mit der Inbesitznahme der Ware – vorher gibt es nichts zu widerrufen. Bei schnell verderblicher Ware, also insbesondere bei frischen Lebensmitteln, besteht das Widerrufsrecht überhaupt nicht (§ 312g Abs. 2 Nr. 2 BGB). Dasselbe gilt für versiegelte Hygieneartikel nach dem Öffnen und für Ware, die du eigens nach Kundenwunsch angefertigt hast. Der Widerruf ist an dich als Verkäufer zu richten. Die Einzelheiten stehen in Abschnitt 9 der AGB.

8.8 Erstatten und aufheben

Für dich sind das zwei Knöpfe – Ablehnen vor dem Einzug, Rückerstatten danach. Dahinter stehen zwei verschiedene Vorgänge, und die Software wählt selbst den richtigen:

  • Ist der Betrag nur reserviert, wird die Reservierung aufgehoben. Es hat nie eine Abbuchung gegeben, also gibt es auch keine Gutschrift auf dem Kontoauszug des Kunden – die Reservierung verschwindet einfach.
  • Ist er bereits eingezogen, wird erstattet. Die Gutschrift geht über den ursprünglichen Zahlungsweg zurück.

Beides betrifft immer die ganze Bestellung. Einen Teilbetrag kannst du selbst nicht erstatten – bei einer einzelnen fehlenden Position ist Verschieben der bessere Weg, sonst hilft der Farmerino-Support.

Beides ist gegen Doppelklicks abgesichert: Eine bereits stornierte Bestellung meldet dir, dass sie storniert ist, statt einen zweiten Vorgang auszulösen.

Nur eine tatsächliche Erstattung wird als solche in der Bestellung ausgewiesen. Eine aufgehobene Reservierung ist kein zurückgezahltes Geld und erscheint deshalb auch nicht in deiner Finanzübersicht als Erstattung.

Was mit der Liefergebühr geschieht

Widerruft ein Kunde nur einen Teil seiner Bestellung und wäre die Lieferung auch ohne diese Artikel gefahren, bleibt die Liefergebühr bestehen und wird nicht anteilig erstattet. Beim vollständigen wirksamen Widerruf sind die Kosten der Hinsendung dagegen zu erstatten, und zwar in Höhe der günstigsten Standardlieferung, die du für diese Bestellung angeboten hast (AGB 5.9a und 9.5a).

8.9 Der Server rechnet vor dem Einzug nach

Kein Betrag stammt aus dem Browser des Kunden. Bevor Geld fließt, bildet Farmerino die Bestellung aus deinen hinterlegten Daten neu – Preis, Preisstaffel, Steuersatz, Pfand und Puffer je Position. Weicht ab, was der Warenkorb geschickt hat, gilt der neu gerechnete Wert.

Abgewiesen wird eine Bestellung, wenn

  • der gewählte Vertriebsweg bei dir gar nicht aktiv ist,
  • der Liefertermin auf keinen deiner Liefer- beziehungsweise Versandtage fällt – geprüft wird der Wochentag in deutscher Zeit,
  • der Warenwert deinen Mindestbestellwert nicht erreicht,
  • ein Artikel erst später verfügbar ist als der gewählte Termin,
  • oder im Fahrergebiet für diesen Tag kein Stopp mehr frei ist.

Für dich heißt das: Was du in deinen Einstellungen pflegst, gilt. Eine veraltete Seite im Browser eines Kunden kann daran nichts ändern.

Diese Posten trägt der Käufer, nicht du: eine Bearbeitungsgebühr von 0,25 € brutto je Bestellung und ein Entgelt für die Zahlungsabwicklung von 2,5 % des Bestellwerts zuzüglich 0,25 € je Zahlungsvorgang. Bemessungsgrundlage sind Warenwert, Pfand und Liefer- beziehungsweise Versandkosten. Beide Posten sind für jede Zahlungsmethode gleich hoch und werden dem Kunden vor dem Abschluss getrennt ausgewiesen. Bei Barzahlung fällt keiner von beiden an. Deinen eigenen Satz findest du in Kapitel 6, Finanzen und Stripe.

8.10 Gast- und Kundenbestellung

Kunden können ohne Konto bestellen. Eine Gastbestellung führt Name, Anschrift, E-Mail, Telefonnummer und einen Ablagehinweis – alles, was du zum Ausliefern brauchst. In deiner Liste, auf der Packliste und auf dem Lieferschein steht sie neben jeder anderen Bestellung.

Zwei Unterschiede sind für dich spürbar:

  • Gäste stornieren nicht selbst. Der Storno-Knopf gehört zum Kundenkonto. Ein Gast, der absagen will, meldet sich bei dir – deine Kontaktdaten stehen in seiner Bestellbestätigung und auf deiner Shop-Seite.
  • Gäste bekommen keine Meldung in der App. Statusänderungen erreichen sie per E-Mail und SMS. Rechne bei einer kurzfristigen Änderung damit, dass ein Gast sie später sieht als ein angemeldeter Kunde.
  • Abonnements setzen ein Konto voraus. Ein wiederkehrender Warenkorb hängt an einem Kundenkonto.
8.11 Abo-Bestellungen in der Liste

Ein Warenkorb-Abonnement erzeugt zum vereinbarten Termin eine ganz gewöhnliche Bestellung. Sie erscheint in deiner Liste, du nimmst sie an und lieferst sie aus wie jede andere. Preise, Mindestbestellwert und Bestellschluss gelten unverändert.

Der Folgetermin ergibt sich aus dem Intervall – eine Woche, zwei Wochen oder ein Kalendermonat – und rückt von dort aus vorwärts bis zum Liefertag, den der Kunde gewählt hat. Die Bestellung selbst entsteht sechs Tage vor diesem Termin, damit sie rechtzeitig auf deiner Packliste steht.

Unter „Kunden-Abos“ siehst du fällige Ausführungen, Zahlungsrisiken, die Vorschau auf sieben Tage und pausierte Abos. Die Abos selbst gehören deinen Kunden: Pausieren und Kündigen liegt bei ihnen. Nach drei fehlgeschlagenen Zahlungen in Folge wird ein Abo automatisch pausiert. Mehr dazu in Kapitel 16, Erweiterte Funktionen.

8.12 Lieferschein, Abholschein, Versandschein

Zu jeder Bestellung gehört ein Beleg zum Ausdrucken. Er heißt nach dem Weg, den die Ware nimmt: Lieferschein bei eigener Lieferung, Abholschein bei Selbstabholung, Versandschein beim Paketversand.

Er führt deinen Betrieb als Absender, den Empfänger mit Anschrift, alle Positionen mit Menge und Preis, Pfand, Liefer- oder Versandkosten und den Zahlungsstand. Bei gewichtsvariablen Artikeln weist er aus, ob der Betrag noch eine Reservierung ist oder bereits nach dem gewogenen Gewicht abgerechnet wurde.

Drucke ihn vor der Übergabe – bei Barzahlung ist er zugleich der Beleg über den kassierten Betrag.

9 Versand

Deutschlandweit verschicken – vom Versandmaß am Artikel bis zur Sendungsverfolgung.

9.1 Versand einschalten

Der Paketversand läuft über die Anbindung von Farmerino an DPD. Du brauchst kein eigenes DPD-Konto – Tarife, Etiketten und Sendungsverfolgung kommen über die Plattform.

In den Einstellungen unter „Versand & Abholung“ schaltest du ihn ein. Denselben Bereich findest du oben auf deiner Versandseite:

  • Versand möglich – der Schalter, der den Vertriebsweg freigibt.
  • Mindestbestellwert – der Warenwert, ab dem du ein Paket packst.
  • Versandtage – die Wochentage, an denen Sendungen bei dir das Haus verlassen.

Ist der Versand eingeschaltet, rechnet Farmerino die Versandkosten selbst: aus Gewicht, Abmessungen, Zielort und der Versandart des Pakets. Der Kunde sieht das Ergebnis im Warenkorb als „Versandkosten“.

Der gewählte Versandtermin muss auf einen deiner Versandtage fallen. Farmerino prüft das vor dem Einzug noch einmal serverseitig – deine Einstellung gilt, auch wenn im Browser des Kunden ein alter Stand steht.

9.2 Packungseinheiten: was tatsächlich ins Paket geht

Versandfähig ist bei Farmerino die Packungseinheit – „500 g Glas“, „1 kg Beutel“. Sie bestellt der Kunde, und sie geht als Paket auf die Reise. Deshalb hängen alle Versandangaben an ihr.

Du pflegst sie am Artikel: Artikel bearbeiten → Variante → Packungseinheiten. Für den Versand zählen:

  • Versandbar – erst damit erscheint die Packungseinheit im Versand. Der Schalter wird eingeblendet, sobald du den Versand für deinen Shop freigegeben hast.
  • Gewicht/Einheit (g) – die Grundlage der Tarifberechnung.
  • Versandmaße dieser Packungseinheit – Länge, Breite und Höhe in Zentimetern.
  • Nur Expressversand und Frischeversand – die Versandart, die diese Einheit verlangt.

Pflege Gewicht und Maße, bevor du versandbar schaltest. Fehlen sie, rechnet Farmerino mit Vorlagewerten, und der Kunde bekommt einen Tarif für ein Paket, das es so nicht gibt. Auch die automatische Paketteilung greift dann daneben.

9.3 Standard, Frischeversand, Expressversand

Drei Versandarten stehen zur Verfügung. Welche gilt, ergibt sich aus den Schaltern an den Packungseinheiten im Warenkorb:

Versandart Versandtage Laufzeit Verpackung
StandardDeine Versandtage1–2 WerktageKarton
FrischeversandMontag bis DonnerstagHöchstens 2 WerktageIsolierbox mit zwei Kühlakkus, Ware in Folie
ExpressversandMontag bis Donnerstag1 WerktagStyroporbox mit zwei Trockeneis-Pads und Vakuumfolie, Kühlkette höchstens 48 Stunden

Die Wochentage schützen die Ware: Ein gekühltes Paket, das freitags losgeht, verbringt das Wochenende im Verteilzentrum. Die Aufschläge für Isolierung, Kühlmittel und Spezialverpackung rechnet Farmerino automatisch in die Versandkosten ein.

Express und Frische schließen einander aus

An einer Packungseinheit lässt sich immer nur eine der beiden Versandarten setzen. Der Hinweis am Schalter sagt, warum:

Expressversand und Frischeversand lassen sich nicht kombinieren – DPD befördert ein Paket entweder gekühlt oder im Express. Der eine Schalter setzt deshalb den anderen zurück.

Zwei Packungseinheiten mit je einer Versandart bleiben zulässig – der Kunde wählt eine davon. Geprüft wird die einzelne Packungseinheit, und geprüft wird beim Speichern: Ein Widerspruch wird abgewiesen, bevor er im Warenkorb landet, wo ihn niemand mehr auflösen könnte.

9.4 Tarife, Grenzen und Paketteilung

Hinter den drei Versandarten stehen die Produkte des Versenders:

Produkt Wofür
DPD ClassicStandardversand, Preis nach Gewichtsstufe
DPD FoodFrischeversand
DPD Express 12:00Zustellung bis 12 Uhr am nächsten Werktag
DPD Express 18:00Zustellung bis 18 Uhr am nächsten Werktag

Das Produkt wählt der Kunde beim Bestellen, aus den Tarifen, die für seinen Warenkorb überhaupt in Frage kommen. Beim Erstellen des Etiketts wird genau dieses Produkt gebucht – du triffst dort keine zweite Wahl.

Grenzen je Paket

  • 31,5 kg Gewicht
  • 175 cm längste Seite
  • 300 cm Gurtmaß

Automatische Paketteilung

Überschreitet ein Warenkorb das zulässige Gewicht oder wird der Stapel zu hoch, wird er automatisch auf mehrere Pakete verteilt – so viele, wie die kritischere der beiden Grenzen verlangt. Die Versandkosten fallen dann je Paket an.

Gerechnet wird mit dem Gewicht deiner Ware zuzüglich 20 % für Verpackungsmaterial. Karton, Polster und Kühlakkus wiegen mit, und der Versender wiegt das fertige Paket.

9.5 Die Versandseite: von der Packliste bis zur Übergabe

Unter „Versand“ in der Navigation stehen ausschließlich die Bestellungen mit Paketversand. Vier Zahlen zeigen die Lage: Offen, Label erstellt, Unterwegs, Probleme. Über die Reiter filterst du feiner – Alle, Offen, Label erstellt, Übergeben, Unterwegs, Zugestellt, Probleme.

Der Weg eines Pakets

Die Seite führt dich in Schritten durch den Versandtag:

  1. Übersicht – was heute ansteht.
  2. Packliste und Versandetiketten – die Reihenfolge wählst du selbst: erst kommissionieren und dann frankieren, oder umgekehrt.
  3. Übergabe – alle frankierten Pakete, bereit für DPD.
  4. Tracking – der Stand jeder Sendung.

Du kannst jederzeit zurückspringen. Vorwärts geht es immer einen Schritt weiter.

Etikett erstellen

Ein Etikett setzt voraus, dass du die Bestellung angenommen hast – annehmen kannst du sie direkt auf der Versandseite. Danach erstellst du das Etikett einzeln oder für den ganzen Stapel auf einmal. Du bekommst

  • das Versandetikett als PDF zum Ausdrucken,
  • die Sendungsnummer,
  • und den Verfolgungslink, den auch dein Kunde sieht.

Klebe das Etikett auf und lege das Paket zur Übergabe bereit. Sobald DPD es gescannt hat, zieht der Stand von selbst nach.

9.6 Sendungsverfolgung und Retouren

Die Sendungsverfolgung läuft im Hintergrund: Farmerino fragt den Stand alle 15 Minuten bei DPD ab und schreibt jedes neue Ereignis an die Sendung. Ein einmal erreichter Stand fällt dabei nie zurück.

Deine Bestellung zieht mit: Sobald das Paket unterwegs ist, steht sie auf „In Auslieferung“, mit der Zustellung auf „Zugestellt“. Du musst nichts nachtragen. Dein Kunde bekommt einmalig eine E-Mail, sobald seine Sendung erfasst ist.

Der Reiter Probleme sammelt, was aus der Reihe fällt: Sendungen, zu denen der Versender eine Ausnahme gemeldet hat, stornierte Sendungen, Rückläufer und Bestellungen, die abgelehnt oder erstattet wurden. Sieh dort täglich nach – diese Fälle lösen sich nicht von selbst, und dein Kunde wartet.

Retouren

Zu einer Sendung kannst du ein vorfrankiertes Rücksendelabel erstellen. Der Kunde gibt das Paket im Paketshop ab und wird über die Kosten unterrichtet: Sie werden ihm von der Erstattung abgezogen.

Beim Widerruf trägt der Käufer die unmittelbaren Kosten der Rücksendung. Was du ihm an Hinsendekosten zurückzugeben hast, steht in Abschnitt 9 der AGB.

9.7 Wo deine Versandartikel gefunden werden

Zwei Adressen, die sich leicht verwechseln lassen:

  • /versand ist deine Arbeitsfläche – die Bestellungen, die du zu verpacken hast.
  • /versandartikel ist die öffentliche Seite „Regionale Versandartikel direkt vom Hof kaufen“. Dort steht, was Höfe deutschlandweit verschicken, und dorthin kommen Kunden, die weit weg von dir wohnen.

Damit ein Artikel dort erscheint, braucht es zweierlei: mindestens eine Packungseinheit ist versandbar, und dein Shop ist sichtbar. Beides zusammen – ein versandbarer Artikel in einem unsichtbaren Shop bleibt unsichtbar.

Für Kunden außerhalb deiner Liefergebiete ist das dein einziger Weg zu ihnen. Vollständige Angaben – Gewicht, Maße, Bild und Beschreibung – entscheiden dort darüber, ob ein Fremder bestellt.

10 Tourenplanung & Auslieferung

So planst du deine Liefertouren und wickelst die Auslieferung ab.

10.1 Tourenplanung starten

Der Routenplaner steht in der Navigation unter „Touren“. Voraussetzung ist eine eingerichtete Lieferung: mindestens ein Liefergebiet mit Liefertagen und ein Tourstart. Fehlt davon etwas, führt die Seite dich zuerst dorthin.

Der Knopf „Strecke berechnen“ wird aktiv, sobald das Planungsfenster für den nächsten Liefertag offen ist. Bis dahin steht daneben, wie lange es noch dauert. Optional gibst du der Tour einen Namen. Ohne Angabe bekommt sie einen.

Liegen Bestellungen für mehrere Liefertage oder mehrere Gebiete vor, fragt die Seite zuerst, wofür du planst, und zeigt die Wahl danach als Banner über der Liste. Wechseln kannst du jederzeit.

Der Planer berechnet die wirtschaftlichste Reihenfolge über alle Stopps. Das dauert bei vielen Adressen einige Minuten. Die Seite sagt es an und arbeitet weiter, während du wartest.

Auf der Übersicht stehen deine Touren in drei Gruppen: Neu für berechnete, noch nicht begonnene Touren, Offen für laufende und Abgeschlossen für erledigte. Jede Karte nennt Status, Zahl der Stopps, Strecke und den nächsten Schritt.

Eine lange Tour teilen

Ab sechs Stopps kannst du eine Tour mit „Strecke splitten“ auf mehrere Fahrten aufteilen — für zwei Fahrzeuge oder eine Vormittags- und eine Nachmittagsrunde. Geteilt wird entlang der bereits berechneten Reihenfolge, die Wegersparnis bleibt also erhalten.

10.2 Bestellschluss: Tourstart minus Vorbereitungszeit

Wann dein Shop die Annahme für einen Liefertag schliesst, stellst du nirgends ein — es ergibt sich aus zwei Angaben, die du ohnehin machst:

Bestellschluss = Tourstart − Vorbereitungszeit

Wer um 8 Uhr losfährt und zwölf Stunden Vorlauf braucht, nimmt bis 20 Uhr des Vortags an.

Aus zwei Angaben eine zu machen ist Absicht. Wer beides von Hand pflegt, verschiebt irgendwann die Abfahrt und vergisst die Frist — dann nimmt der Shop Bestellungen an, die niemand mehr packen kann, und der Kunde erfährt es erst, wenn seine Lieferung ausbleibt.

Der Tourstart

Unter Einstellungen → Touren steht das Feld „Tourstart“: wann du an einem Liefertag losfährst. Dieselbe Zeit gilt für alle deine Liefertage. Bei einem übernommenen Fahrergebiet bestimmt stattdessen der Fahrbetrieb die Abfahrt.

Die Vorbereitungszeit

Sie steht am einzelnen Liefergebiet, als „Deine Vorbereitungszeit für dieses Gebiet“: die Stunden, die du zum Kommissionieren brauchst. Je Gebiet, weil der Marktstand am Ort andere Mengen, andere Kühlung und andere Wege bedeutet als das Gebiet zwei Kreise weiter.

  • 12 Stunden sind die Untergrenze. Erhöhen kannst du, kürzen nicht. Ein leeres Feld bedeutet ebenfalls 12 Stunden.
  • 48 Stunden sind die Obergrenze. Darüber läge der Bestellschluss, bevor der Liefertag überhaupt zur Wahl steht.

Der Wert wird sofort übernommen — auch an einem Gebiet, das ein Fahrbetrieb fährt. Zuschnitt, Liefertage und Liefergebühr gehören dort ihm. Die Vorbereitungszeit bleibt deine. Wer fährt, bestimmt wann — wer packt, bestimmt, wie lange er dafür braucht.

Was nach dem Bestellschluss eingeht, geht beim nächsten Termin mit.

10.3 Der Tour-Workflow im Detail

Eine Tour durchläuft vier Abschnitte, die als Reiter über der Seite stehen: Übersicht, Beladen, Etiketten, Auslieferung. Vorwärts geht es nur der Reihe nach. Zurück kannst du jederzeit. Der erreichte Stand wird an der Tour gespeichert — wechselst du das Gerät oder lädst die Seite neu, stehst du wieder dort, wo du aufgehört hast.

1. Beladen — die Packliste

  • Oben steht die Artikelzusammenfassung über alle Bestellungen: was insgesamt aus dem Lager muss.
  • Darunter jede Bestellung einzeln, zum Abarbeiten.
  • Bei Artikeln mit variablem Gewicht trägst du das tatsächliche Gewicht ein. Daneben stehen sofort der kalkulierte und der tatsächliche Preis sowie die Rückerstattung oder Nachzahlung, die daraus folgt.
  • Eine Bestellung steht auf „Bereit“ oder „Gewicht fehlt“. Solange irgendwo ein Gewicht fehlt, geht es nicht weiter.

2. Etiketten

  • Ein Etikett je Bestellung, im Format 90 × 42 mm, mit Bestellnummer, Liefertag, Name und Adresse.
  • Der Schalter „Nr. anzeigen“ druckt die Position in der Tour mit. Das lohnt sich, sobald die Kisten in Reihenfolge in den Wagen sollen.

3. Auslieferung

  • Mit „Tour starten“ geht es los. Die Seite zeigt die Lieferreihenfolge, einen Fortschrittsbalken und den Stand „X von Y ausgeliefert“.
  • Der Knopf „Navigation“ öffnet die gesamte Route in der berechneten Reihenfolge in einer Karten-App.
  • Jeden Stopp schliesst du mit „Als ausgeliefert markieren“ ab — Einzelheiten in Abschnitt 9.5.

4. Tour beenden

  • „Tour abschließen“ wird erst aktiv, wenn jede Bestellung entweder ausgeliefert oder als Problem erfasst ist. Nichts bleibt unbeantwortet stehen.
  • Beim Abschluss werden noch offene Zahlungen eingezogen. Danach steht die Tour unter Abgeschlossen, mit dem Zeitpunkt der Beendigung.

Der Status einer Tour heisst dabei Geplant, Unbeladen, Beladen, Unterwegs und am Ende Beendet.

10.4 Die Reihenfolge der Route

Die Route beginnt an deinem Hof und führt über alle Kundenadressen. Berechnet wird die kürzeste Fahrstrecke über alle Stopps zusammen. Wer stattdessen von Stopp zu Stopp den nächstgelegenen Nachbarn anfährt, sammelt die weiten Wege am Ende der Tour ein — genau das nimmt dir die Berechnung ab.

Die Reihenfolge steht danach fest und lässt sich nicht von Hand umsortieren. Sie ist die Grundlage für die Etikettennummern, die Lieferliste und den Navigationslink. Würde man einzelne Stopps verschieben, wichen alle drei voneinander ab. Willst du die Route anders, hast du zwei Wege: neu berechnen oder mit „Strecke splitten“ in mehrere Touren teilen.

Der Navigationslink

Zu jeder berechneten Tour gehört ein Link, der alle Stopps in der Reihenfolge der Tour an eine Karten-App übergibt. An der Tourkarte steht dazu „Navigation: Verfügbar“ oder „Nicht verfügbar“ — Letzteres, wenn sich eine Adresse nicht auf eine Koordinate auflösen liess.

„Anzeigen“ öffnet ihn selbst. „Teilen“ schickt ihn per E-Mail oder SMS an jemanden, der für dich fährt — dann braucht die Aushilfe keinen Zugang zu deinem Konto.

10.5 Übergabe an den Kunden

Unter Lieferreihenfolge steht jeder Stopp mit seiner Nummer, dem Namen, der Bestellnummer, der Adresse, der antippbaren Telefonnummer und der Anmerkung, die der Kunde beim Bestellen hinterlassen hat. Darunter die Positionen der Bestellung mit Menge und Pfandzuordnung.

An der Haustür sind drei Dinge zu tun, bevor du „Als ausgeliefert markieren“ drückst.

Barzahlung kassieren

Bei Barzahlung steht über dem Stopp „Bar kassieren“ mit dem Betrag. Mit dem Ausliefern gilt die Bestellung als bezahlt — eine Kartenzahlung wird dabei nicht ausgelöst.

Pfandrückgabe erfassen

Nimmst du Leergut mit, zählst du es unter „Pfandrückgabe erfassen“ je Pfandart hoch. Die Gutschrift wird sofort ausgewiesen, vom Rechnungsbetrag abgezogen und deinem Pfandbestand gutgeschrieben.

Endbetrag und Abbuchung

Mit dem Haken rechnet Farmerino den Endbetrag aus den tatsächlichen Gewichten abzüglich der Pfandgutschrift und bucht ihn ab. Ist bereits mehr abgebucht als am Ende fällig, wird die Differenz automatisch erstattet und dir angesagt. Der Kunde bekommt anschliessend seine Liefer- und Rechnungsmail.

Der Lieferschein

Er gehört zur einzelnen Bestellung, nicht zur Tour: Unter Bestellungen öffnet ihn das Symbol „Lieferschein“ in der Zeile. Er führt deinen Betriebskopf, Empfänger, Liefer- und Bestelldatum, alle Positionen mit Menge, Preis und Steuersatz, Pfand, Versand, Pfandgutschrift und Gesamtbetrag. Bei Versand heisst er Versandschein, bei Abholung Abholschein. Gedruckt wird auf A4 aus dem Browser.

Bei variabler Abrechnung trägt er den Hinweis darauf, dass der Endbetrag vom Gewicht abhängt — leg ihn in dem Fall der Lieferung bei, dann kann der Kunde die Abrechnung nachvollziehen.

Eine Unterschrift oder ein Foto nimmt Farmerino nicht auf. Der Nachweis ist der gesetzte Haken mit seinem Zeitpunkt.

10.6 Probleme bei der Auslieferung melden

Kommt eine Lieferung nicht zustande, meldest du das am Stopp über „Problem melden“. Fünf Kategorien stehen zur Wahl:

  • Kunde nicht angetroffen
  • Adresse nicht gefunden / falsch
  • Annahme verweigert
  • Ware beschädigt
  • Sonstiges – hier ist die Beschreibung Pflicht

Dazu hältst du fest, wie es weitergehen soll: erneute Zustellung versuchen oder Kunde kontaktieren. Die Bestellung wird als gescheitert vermerkt, und eine noch nicht eingezogene Zahlung wird freigegeben, statt sie abzubuchen.

Ein Problem mit der ganzen Tour

Fällt der Wagen aus oder bist du krank, meldest du das an der Tour statt an einzelnen Stopps: „Problem melden“ auf der Tourkarte, mit der Art des Problems, den betroffenen Bestellungen und der Entscheidung, ob sie verschoben oder rückerstattet werden. Beim Verschieben gibst du gleich den neuen Liefertag an, und die Kunden werden benachrichtigt.

10.7 Wenn ein Fahrbetrieb dein Gebiet übernimmt

Du musst nicht selbst fahren. Fahrbetriebe veröffentlichen Liefergebiete, und du hängst deine Bestellungen an eine Tour, die ohnehin stattfindet. Gebündelt mit den Bestellungen der Nachbarhöfe wird aus vielen kurzen Wegen eine Fahrt — und deine Zeit bleibt auf dem Hof.

Für dieses Kapitel ändert das drei Dinge:

  • Für das übernommene Gebiet entsteht keine eigene Tour mehr. Es taucht im Tourenplaner nicht auf. An die Stelle der Tour tritt die Übergabeliste „Bereitstellen“ unter „Meine Fahrer“: Kommissionieren und Etikettieren bleiben deine Arbeit, gefahren wird für dich.
  • Der Tourstart kommt vom Fahrbetrieb. Deine Vorbereitungszeit bleibt deine, und dein Bestellschluss ist seine Abfahrt minus deine Vorbereitungszeit – unabhängig davon, wie lange die anderen Höfe auf dieser Tour packen.

Beides nebeneinander ist möglich: Was du selbst fährst, planst du weiter im Tourenplaner. Für ein übernommenes Gebiet stellst du bereit. Alles Weitere — einen Betrieb finden, der Auftragsverarbeitungsvertrag, Liefertage, Leergut, Zeitfenster, Fahrtentgelt und Widerspruch — steht in Kapitel 11, Fahrbetriebe beauftragen.

11 Fahrbetriebe beauftragen

Du musst nicht selbst fahren. So bindest du einen Fahrbetrieb an, und so läuft der Liefertag danach ab.

11.1 Einen Fahrbetrieb finden und verknüpfen

Ein Fahrbetrieb veröffentlicht Gebiete, die er ohnehin fährt. Du hängst deine Bestellungen an eine dieser Touren. Gebündelt mit den Bestellungen der Nachbarhöfe wird aus vielen kurzen Wegen eine Fahrt, und deine Zeit bleibt auf dem Hof.

Das Verzeichnis steht in der Navigation unter „Fahrer finden“. Die Gebiete im Umkreis von 100 Kilometern stehen zusätzlich dort, wo die Frage aufkommt: in Einstellungen → Touren, auf der Seite Touren, solange du die Lieferung noch nicht eingerichtet hast, und im Einrichtungsassistenten beim Schritt „Liefergebiete“.

Gelistet wird je Gebiet, nicht je Betrieb, sortiert nach der Entfernung zu deinem Hof. Fehlt in deinen Betriebsdaten die Postleitzahl, steht die Liste alphabetisch — dann lässt sich keine Entfernung rechnen.

Worauf du beim Vergleichen achtest

  • Die Karte mit dem Zuschnitt. Der wichtigste Teil: „25 km um Bremen“ sagt dir nichts darüber, ob deine Kunden darin liegen.
  • Die Liefertage des Betriebs — daraus werden deine.
  • Die Preise je Paket, die deine Kunden im Shop zahlen — welche Paketgrössen der Betrieb fährt und was er dafür nimmt.
  • Die Merkmale am Gebiet: ob der Betrieb kühlt, ob er Tiertransport anbietet, wie viele Stopps er am Tag schafft und wann er startet.
  • Die Zuverlässigkeitsquote, sofern der Betrieb genug Touren hinter sich hat, und ein Hinweis „Ausfall zuletzt“, falls es kürzlich einen gab.

Anfragen

Der Knopf heisst Anfragen. Er öffnet einen Kasten, in dem du wählst, ob du einen Dauerauftrag oder eine einzelne Fahrt brauchst, ob der Betrieb sein Gebiet übernimmt oder deine eigene Tour fährt, und eine Nachricht dazuschreiben kannst. Der Kasten nennt vorab die Liefergebühr, die deine Kunden zahlen.

Anfrage senden schickt sie ab — der Betrieb entscheidet, ob er sie annimmt. Den Stand siehst du unter „Meine Fahrer“, im Verzeichnis trägt das Gebiet danach „angefragt“ oder „verknüpft“, und die Abmachung selbst steht auf „wartet auf Antwort“, „läuft“, „abgelehnt“ oder „beendet“.

Führst du neben dem Hofladen selbst einen Fahrdienst, kannst du dein eigenes Gebiet verknüpfen. Dann gilt die Abmachung sofort, ohne Anfrage und ohne Vertrag mit dir selbst.

11.2 Der Auftragsverarbeitungsvertrag

Der Fahrbetrieb braucht Namen, Anschriften und Ablagehinweise deiner Kunden. Damit verarbeitet er personenbezogene Daten in deinem Auftrag, und dafür verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag zwischen euch beiden.

Er steht an jeder Abmachung unter Meine Fahrer und wird im Konto geschlossen: Text lesen öffnet den Vertrag, Vertrag bestätigen schliesst ihn ab. Textform nach Art. 28 Abs. 9 DSGVO und § 126b BGB genügt dafür. Eine Unterschrift verlangt das Gesetz hier nicht. Festgehalten werden Zeitpunkt und Fassung. Was der Vertrag regelt, erklärt die Seite „AVV Fahrer“ auf farmerino.de.

Sobald beide bestätigt haben, heisst der Verweis Vertrag ansehen, und der Vertrag lässt sich speichern oder drucken. Im Abschnitt „Zustandekommen“ stehen beide Betriebe namentlich, jeweils mit Zeitpunkt und der gekürzten Adresse, von der aus bestätigt wurde. Farmerino ist an diesem Vertrag nicht beteiligt und stellt Text und Nachweis bereit.

Solange der Vertrag nicht von beiden bestätigt ist, nimmt dein Shop für dieses Liefergebiet keine Bestellungen an. Das ist Absicht: Ohne den Vertrag dürfte der Fahrer die Kundenadressen gar nicht bekommen. Ein Kunde, der dorthin liefern lassen will, bekommt den Hinweis, dass der Vertrag noch fehlt, und wird auf Selbstabholung oder einen anderen Termin verwiesen. Bestellt in einem verknüpften Gebiet auffällig niemand, sieh zuerst hier nach.

Bestätigen kannst du bereits vor der Zusage des Betriebs. Wer zuerst bestätigt, legt die Fassung fest, und die zweite Seite bestätigt dieselbe. Ein zweites Bestätigen verschiebt den Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht.

11.3 Liefergebiet und Liefertage: wem was gehört

Mit der Zusage entsteht in deinem Shop ein Liefergebiet mit dem Zusatz „(Fahrer)“, und die Lieferung wird angeschaltet.

Was der Fahrbetrieb festlegt

  • Zuschnitt und Liefertage. Ändert er sein Gebiet, zieht deins automatisch nach.
  • Die Preise je Paket. Der Betrieb gibt je Paketgrösse — 5 bis 30 kg — einen Preis an und kann Grössen ausnehmen. Eine Bestellung wird darauf verteilt. Genau das steht deinen Kunden im Shop, und überschreiben kannst du es nicht. Wer fährt, bestimmt, was die Fahrt kostet.
  • Die Abfahrtszeit. Sie tritt an die Stelle deines eigenen Tourstarts.

Was du festlegst

  • An welchen seiner Liefertage dein Shop mitliefert. Du wählst sie bei diesem Liefergebiet unter Einstellungen → Touren. Ein Tag muss bestehen bleiben — wer alle herausnimmt, will die Abmachung beenden.
  • Deine Vorbereitungszeit für dieses Gebiet — die einzige Zeitangabe, die an einem übernommenen Gebiet dir gehört. Wer fährt, bestimmt wann — wer packt, bestimmt, wie lange er dafür braucht.

Nimmt der Betrieb einen Liefertag auf

Dann steht am Liefergebiet ein Hinweis „Neuer Liefertag“ mit zwei Knöpfen: Tag übernehmen oder Tag auslassen. Bis du entschieden hast, fährt der Betrieb dort, dein Shop liefert an diesem Tag aber noch nicht mit. Ein zusätzlicher Fahrtag bringt zusätzliche Bestellungen und damit zusätzliche Arbeit am Packtisch — die bekommst du nicht stillschweigend auferlegt.

Nimmt der Betrieb einen Tag später wieder aus dem Programm, verschwindet er überall. Bietet er ihn Monate später erneut an, fragt dich die Seite erneut.

Das übernommene Gebiet taucht in deiner eigenen Tourenplanung nicht mehr auf — dort entsteht dafür keine Tour. Was du selbst fährst, planst du unverändert weiter im Tourenplaner, und beides nebeneinander ist möglich.

11.4 Der Liefertag: Zusage, Bestellschluss, Übergabe

Dein Bestellschluss ist die Abfahrtszeit des Fahrbetriebs minus deine Vorbereitungszeit. Jeder Hof auf der Tour hat seinen eigenen: Wer 48 Stunden braucht, schliesst zwei Tage vorher, wer zwölf braucht, am Vorabend – die Abfahrt des Fahrbetriebs bleibt dieselbe. Die Tour entsteht, sobald der letzte Hof geschlossen hat. Was nach deinem Bestellschluss eingeht, geht beim nächsten Termin mit.

3 Stunden vor der Abfahrt muss der Fahrbetrieb seine Tour zugesagt haben; 3 Stunden davor erinnert Farmerino ihn. Sagt er ab oder lässt die Frist verstreichen, erfährst du es vor der Abfahrt und kannst selbst fahren, verschieben oder absagen. Die Ware ist zu diesem Zeitpunkt gepackt – die Zusage schützt die Fahrt, nicht das Kommissionieren.

Wenn an einem Tag wenig zusammenkommt

Steuerst du an einem Liefertag weniger als 5 Bestellungen bei, entscheidet der Fahrbetrieb bei der Zusage, ob er dich trotzdem anfährt. Sagt er zu, läuft der Tag normal. Antwortet er nicht, rückt allein dein Abholstopp auf den nächsten Liefertag. Die übrigen Höfe der Tour werden gefahren. Für deine Zuverlässigkeit und für die des Betriebs hat das keine Folgen — es ist eine wirtschaftliche Entscheidung.

Deine Übergabeliste heisst „Bereitstellen“

Für ein übernommenes Gebiet entsteht keine Hof-Tour mehr. An ihre Stelle tritt der Abschnitt „Bereitstellen“ ganz oben unter „Meine Fahrer“: die nächsten sieben Tage, je Termin die Abfahrtszeit, der Name des Betriebs, die Zahl deiner Bestellungen und ihre Bestellnummern.

Du kommissionierst und etikettierst wie sonst auch und stellst die Kisten bereit. Hakt der Fahrer die Abholung ab, springt die Zeile auf „übernommen“ und nennt Uhrzeit und Kistenzahl. Bis dahin steht dort „offen“. Ein eigener Handgriff ist dafür nicht nötig — die Liste wird aus den Stopps seiner Tour abgeleitet, und du siehst darin ausschliesslich deine eigenen Bestellungen.

Hakt der Fahrer eine Lieferung ab, gilt deine Bestellung als zugestellt, und der Zahlungseinzug wird ausgelöst.

Zustellung ohne Übergabe

Der Fahrer stellt ab, nimmt Leergut mit und fährt weiter. Wohin er stellt, sagt ihm der Ablagehinweis, den dein Kunde beim Bestellen im Feld „Ablageort / Lieferhinweis“ hinterlassen hat — er steht am Lieferstopp, zusammen mit Adresse, Name und Bestellnummer.

Rechtlich bleibt es dabei: Verschwindet eine abgestellte Sendung, trägt bei einer Verbraucherbestellung der Hof den Schaden. Wo das ins Gewicht fällt — hochpreisige Ware, eine unsichere Ablage —, klär die Übergabe vorher mit deinem Kunden.

11.5 Leergut an der Haustür

Der Fahrer erfasst Leergut beim Abhaken des Lieferstopps, im selben Handgriff wie die Zustellung. Die Pfandgutschrift steht sofort in der Bestellung — an derselben Stelle und mit derselben Wirkung auf deinen Pfandbestand wie bei einer Lieferung durch dich. Ist die Bestellung schon abgebucht, wird daraus eine Erstattung.

Erfassen kann er ausschliesslich deine Pfandarten. Eine fremde Kennung erzeugt keine Gutschrift zulasten eines unbeteiligten Betriebs.

Löst er den Haken wieder, nimmt das die Erfassung mit zurück. Was er dir bereits abgegeben hat, bleibt davon unberührt — das liegt bei dir, und ein gelöster Haken holt es nicht zurück.

Die Bilanz

Unter Meine Fahrer steht der Abschnitt „Leergut bei deinen Fahrern“: was eingesammelt und noch nicht bei dir abgegeben ist, je Pfandart, mit dem Datum des ältesten offenen Stücks. Zurück kommt es beim nächsten Abholstopp, wo die Rückgabe bereits vorbelegt ist.

Beide Seiten lesen dieselbe Bilanz. Ein Pfandbestand, den nur eine Seite führt, ist genau der, über den am Ende gestritten wird.

11.6 Das Zeitfenster, das dein Kunde bekommt

Sobald die Route steht, geht an jeden Kunden eine Mail mit seinem Zeitfenster, die Zeit schon im Betreff. Dasselbe Fenster steht in seiner Bestellung, dazu der Fortschritt („noch drei Lieferungen vor deiner“) und der Name des Fahrbetriebs.

Gerechnet wird aus der Reihenfolge in der Route: 12 Minuten je Stopp ab der Abfahrtszeit, das genannte Fenster ist 2 Stunden breit. Die Abholungen bei den Höfen zählen mit — sie liegen vor allen Lieferungen.

Ohne Ortung. Es gibt kein GPS und keine Live-Position — Grundlage sind die Route und die abgehakten Stopps. Deshalb wird auch nichts genannt, was niemand weiss: Ohne hinterlegte Abfahrtszeit gibt es kein Fenster, und für einen entfallenen Stopp oder eine abgesagte Tour bekommt der Kunde keine Zeitangabe.

Ruft ein Kunde bei dir an, findest du dieselbe Auskunft in seiner Bestellung. Sie kommt aus derselben Rechnung wie seine Mail.

11.7 Was es kostet und wie abgerechnet wird

Zwei Beträge gehören zur gebündelten Lieferung. Überweisen musst du für keinen davon etwas von Hand — alles wird beim Zahlungseinzug deiner Bestellungen einbehalten.

Die Liefergebühr zahlt dein Kunde

Sie steht als Preisliste am Gebiet des Fahrbetriebs und wird deinen Kunden im Shop so berechnet: je Paketgrösse ein Preis, und eine Bestellung wird auf die angebotenen Grössen verteilt. Wiegt sie mehr als die grösste, fallen mehrere Pakete an. Bei Ware mit Gewichtsspanne zählt der obere Wert. Aus ihr entsteht das Fahrtentgelt.

Das Fahrtentgelt und dein Widerspruch

Je gefahrener Bestellung entsteht ein Anspruch des Fahrbetriebs, sobald er den Lieferstopp abhakt. Der Betrag wird zu diesem Zeitpunkt festgeschrieben — spätere Tarifänderungen berühren ihn nicht. Er wird beim Zahlungseinzug aus der Bestellung genommen und dem Betrieb überwiesen. Zu dieser Summe kommt für dich nichts hinzu.

Im Abschnitt „Fahrtentgelte“ steht jede einzelne Fahrt mit Betrag, Bestellnummer, Fahrtag und dem Termin, ab dem ausgezahlt wird. Stimmt etwas nicht, trägst du beim Knopf Widersprechen ein, was nicht stimmt. Der Fahrer liest die Begründung — ohne sie kann er nichts klären.

  • Widersprechen kannst du 14 Tage lang. Danach ist die Auszahlung unterwegs.
  • Ein Widerspruch hält den Betrag an, und die Zeile trägt dann „angehalten“. Er endet durch Klärung — durch blossen Zeitablauf gibt er den Betrag nie frei.
  • Du kannst ihn über Widerspruch zurücknehmen selbst auflösen. Der Fahrbetrieb kann ihn seinerseits anerkennen. Jede Seite entscheidet nur gegen sich selbst.
  • Bleibt er nach weiteren 14 Tagen ungeklärt, entscheidet der Support.

Je Abmachung gibt es zusätzlich den Block „Abrechnung“: Wähle einen Monat und lies nach, wie viele Fahrten zusammenkamen, was deine Kunden an Liefergebühren gezahlt haben und was davon an den Fahrbetrieb geht.

Was Farmerino nimmt

An den Konditionen deines Hofladens ändert die Zusammenarbeit nichts: Es bleibt bei 3,9 % auf abgeschlossene Bestellungen, gedeckelt auf 149 € im Monat.

Vom Fahrtentgelt behält Farmerino zusätzlich einen Plattformanteil von 3,9 % des Fahrtentgelts ein. Er deckt Zahlungsabwicklung, Auszahlung und die Nutzung der Plattform ab und wird vom Fahrbetrieb getragen — deine Rechnung berührt er nicht. Für Schlachtung, Zerlegung und die übrigen Gewerke im Lohn fällt er nicht an.

11.8 Zuverlässigkeit und Kapazitätsgrenze

Die Zuverlässigkeitsquote

An jedem Gebiet steht als „… % gefahren“, welchen Anteil seiner zugesagten Touren der Betrieb tatsächlich gefahren ist, dazu die Zahl der Touren, aus denen sich das ergibt. Gezählt wird, was messbar geschehen ist — es gibt keine Sterne und keine Bewertungstexte, also auch nichts, was jemand mit einer Meinung beschädigen könnte.

Gezeigt wird die Quote erst ab 5 abgeschlossenen Touren. Darunter steht dort nichts — auch nicht „100 %“. Eine Quote aus zwei Touren sagt über einen Betrieb nichts aus, und ein einzelner Krankheitstag stünde darin sofort als Hälfte.

Einen Ausfall nennt das Verzeichnis davon unabhängig: „Ausfall zuletzt“ steht 28 Tage lang am Gebiet, auch bei einem jungen Betrieb. Genannt wird, dass es ihn gab — die Häufigkeit bleibt aussen vor, das wäre wieder eine Note.

Die Kapazitätsgrenze

Jeder Fahrbetrieb hinterlegt, wie viele Stopps er an einem Tag schafft. Die Grenze gehört ihm und wird über alle angebundenen Höfe zusammen gezählt: Drei Höfe teilen sich dieselben Stopps, statt jeder für sich die volle Zahl zu verkaufen.

Ist sie für einen Tag erreicht, bietet dein Shop diesen Liefertag nicht mehr an — es soll nichts verkauft werden, was an dem Tag niemand fährt. Wie es um einen bestimmten Termin steht, sagt dir der Block „Auslastung prüfen“ unter Meine Fahrer: Liefertag eintragen, Nachsehen, und du liest, wie viele der Stopps bereits vergeben sind und wie viele frei bleiben.

Steht ein Termin auffällig oft nicht zur Wahl, brauchst du ein zweites Gebiet oder einen zweiten Betrieb.

11.9 Wenn du selbst für andere Höfe fährst

Dein Konto kann beides führen. Fährst du auch für andere Höfe, kommen vier Arbeitsflächen dazu:

  • Meine Gebiete — „Gebietsform“ als Umkreis oder frei gezeichnete Fläche, die Wochentage, die „Startzeit“, die „Liefergebühr je Bestellung“ und die „Stopps je Tag (Obergrenze)“.
  • Fuhrpark — deine Fahrzeuge. Kühlung, zulässige Gesamtmasse und Nutzlast. Bei lebenden Tieren die Zulassungsnummer nach VO (EG) 1/2005, ab 3.500 kg zusätzlich die Güterkraftverkehrserlaubnis. Fehlt ein zugesagter Nachweis, trägt das Fahrzeug den Hinweis „Nachweis fehlt“. Ohne mindestens ein Fahrzeug erscheinst du im Verzeichnis nicht.
  • Meine Touren — die Route des Tages: erst die Höfe abholen, dann in berechneter Reihenfolge ausliefern. Vor der Fahrt steht Tour zusagen, danach hakst du jeden Stopp mit Erledigt ab. Am Abholstopp trägst du die übernommenen Kisten ein, am Lieferstopp das mitgenommene Leergut.
  • Meine Fahrtentgelte — was je gefahrener Bestellung ankommt. Vorn steht der Betrag, der überwiesen wird, darunter die Herleitung mit dem Plattformanteil.

Ein Haken lässt sich mit Rückgängig wieder lösen, solange die Bestellung noch nicht abgebucht ist — am Lieferhaken hängt der Zahlungseinzug. Vom Fahrtentgelt geht der Plattformanteil ab. Er ist der einzige Kostenpunkt eines Fahrbetriebs, es gibt weder Grund- noch Einstellgebühr noch Monatsbeitrag.

Alles Weitere — Profil, Anfragen, Zusagen, Auszahlung — steht im Dienstleister-Handbuch, das du über die Fusszeile erreichst.

12 Hofladen-Kasse

Verkauf am Tresen: Artikel erfassen, bar kassieren, Beleg ausgeben, Tag abschließen – auf demselben Warenbestand wie dein Online-Hofladen.

12.1 Was die Kasse kostet und was enthalten ist

Die Kasse läuft im Browser jedes Geräts, auf dem sich farmerino.de öffnen lässt – Tablet, Telefon, Rechner am Tresen. Sie greift auf denselben Warenbestand zu wie dein Shop: Was du im Laden verkaufst, fehlt online, und umgekehrt.

Freigeschaltet wird sie über das Paket „Kassensystem + Barzahlung“ unter Einstellungen → Pakete.

Was du zahlst

  • 99 € im Monat, inklusive Umsatzsteuer. Darin enthalten sind die erste Kasse und die gebührenfreie Bargeldannahme.
  • Keine Transaktionsgebühr auf Bargeld. Das gilt über den Tresen hinaus: auch für Barzahlung bei der Abholung und – wenn du den Schalter im Paket-Bereich umlegst – bei der Lieferung auf Touren, die du selbst fährst.
  • Jede weitere Kasse 25 € im Monat, berechnet ab der nächsten Abrechnung. Benutzen kannst du sie sofort.
  • Abgerechnet wird monatlich im Voraus über Stripe. Keine Mindestlaufzeit, Kündigung jederzeit zum Ende der laufenden Periode. Anteilig erstattet wird ein bereits gezahlter Monat nicht (AGB § 20.5).

Gebucht heißt bezahlt

Das Paket entsteht erst, wenn die Zahlung durch ist. Bis dahin gibt es keine halb gebuchte Kasse, die auf etwas wartet. Danach führt der Paket-Bereich dich zum jeweils nächsten Schritt – erst zur Einrichtung, danach zur Kasse und zur Meldung ans Finanzamt.

Wenn die Kasse nicht kassieren kann, zahlst du nichts dafür

Die Abbuchung prüft vor jedem Monat, ob deine Kasse einsatzbereit ist. Ist sie es nicht, wird der Termin kostenfrei um einen Monat verschoben – der Zeitraum wird also weder jetzt noch später berechnet. Steht die Prüfung selbst still, bleibt der Termin stehen und wird beim nächsten Lauf erneut geprüft.

Voraussetzung für die Buchung ist ein Hofladen. Ein Konto, das nur Dienstleistungen anbietet, bekommt das Paket nicht. Steht im Paket-Bereich „Zurzeit nicht buchbar“, lässt sich für deinen Betrieb gerade keine Sicherheitseinrichtung einrichten. Der Grund steht daneben, und wir schalten frei, sobald es geht.

12.2 Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE)

Mit der Buchung richtet Farmerino über fiskaly eine eigene technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für deinen Betrieb ein, wie § 146a AO und die KassenSichV sie verlangen. Sobald sie bereitsteht, signiert die Kasse jeden Verkauf.

Die Einrichtung läuft ohne dein Zutun: eigene Organisation beim TSE-Dienstleister, eigener Schlüssel, eigene Sicherheitseinrichtung, eigener Kassen-Client. Solange sie läuft, sagt der Paket-Bereich das an. Erst danach kannst du kassieren.

Ohne Signatur kein Verkauf

Vor jeder Buchung fragt die Kasse, ob sie signieren kann. Kann sie es nicht, bucht sie den Verkauf nicht, und die Meldung sagt genau das:

  • Die TSE wird gerade eingerichtet – der Verkauf wurde nicht gebucht, in bis zu einer Minute erneut versuchen.
  • Es ist keine TSE angebunden – der Verkauf wurde nicht gebucht, wende dich an den Support.

So ist die Kasse gebaut. Es gibt keinen Schalter, der einen unsignierten Verkauf durchlässt: Ein Kassenvorgang ohne Sicherheitseinrichtung wäre formell unvollständig, und eine Warteschlange solcher Vorgänge ließe sich nachträglich von niemandem mehr signieren. Was du an der Anzeige des Zustands siehst, ist genau die Prüfung, die auch am Tresen entscheidet.

Ein Ausfall im laufenden Betrieb ist etwas anderes

Steht die Einrichtung, fällt aber die Verbindung während des Verkaufens aus, hält die Kasse dich nicht auf – das Bargeld ist vereinnahmt und muss in die Aufzeichnung. Der Verkauf wird gebucht und als Signatur ausstehend geführt:

  • Zeitpunkt und Grund des Ausfalls werden festgehalten.
  • Der Beleg trägt den Vermerk „Ausfall der TSE — Interimsbeleg“ samt Verkaufszeitpunkt.
  • Die Signatur wird selbsttätig nachgeholt, sobald der Dienst wieder erreichbar ist. Der Verkaufszeitpunkt bleibt dabei der Zeitpunkt an der Kasse.
  • Auf Wunsch trägst du die E-Mail-Adresse deines Kunden ein, und er bekommt den signierten Beleg nachgeliefert. Die Adresse dient allein diesem Zweck und wird nach der Zustellung gelöscht.

Was auf dem Beleg steht

Signaturwert, Signaturzähler, Transaktionsnummer, Seriennummer der Sicherheitseinrichtung sowie Beginn und Ende des Vorgangs – die Angaben, die § 6 KassenSichV verlangt. Der Beleg lässt sich drucken oder – mit Zustimmung des Kunden – elektronisch bereitstellen. Damit ist die Belegausgabepflicht nach § 146a Abs. 2 AO erfüllbar. Mitnehmen muss der Kunde ihn nicht, bereitstellen musst du ihn.

Steuersätze an der Kasse

Zulässig sind 19 %, 7 %, 7,8 % und 5,5 % (Durchschnittssätze nach § 24 UStG) sowie 0 %. Trägt ein Artikel einen anderen Satz, lehnt die Kasse den Verkauf ab und nennt den Artikel – korrigiere den Satz dann im Artikel. Pfand wird in der Signatur mit 19 % geführt.

12.3 Einrichtung: der Assistent

Nach der Buchung führt Kasse → Einrichtung durch alles, was einmal zu tun ist. Der Assistent merkt sich keinen eigenen Fortschritt, sondern prüft bei jedem Aufruf den tatsächlichen Stand deines Betriebs. Du kannst jederzeit unterbrechen und später weitermachen.

Oben steht, wie weit du bist und ob die Kasse kassierbereit ist. Zwei Schritte tragen die Markierung nötig – ohne sie lehnt die Kasse jeden Verkauf ab:

  • Technische Sicherheitseinrichtung. Läuft von selbst, du musst nichts tun.
  • Kassen benennen. Gib jeder Verkaufsstelle den Namen, unter dem dein Team sie kennt.

Alles Weitere ist Komfort und hält dich nicht auf. Schritte, die für deinen Betrieb nicht gelten – die Waagenschritte ohne Waage –, entfallen und zählen nicht mit:

  • Kasse beim Finanzamt melden – vorbereitet von uns, freigegeben von dir.
  • Barcode-Scanner testen – ein echter Testscan, keine Anleitung. Handelsübliche Scanner melden sich als Tastatur und brauchen keinen Treiber.
  • Waage auswählen – keine Waage, Etikettenwaage, Tresenwaage oder beides. Davon hängen die folgenden Schritte ab.
  • Waagenetiketten einrichten – nur bei einer Etikettenwaage.
  • Tresenwaage verbinden – in Chrome und Edge direkt im Browser, sonst über die Geräte-Bridge.
  • Eichung bestätigen – siehe unten, das bleibt bei dir.
  • Artikel-Codes hinterlegen – Codes lassen sich auch im laufenden Betrieb anlernen.
  • Probeverkauf – einmal durch den ganzen Ablauf, damit du weißt, dass es am Tresen sitzt.

Die Eichung deiner Waage bleibt bei dir

Eine Waage, die den Preis bestimmt, muss geeicht und bei der Eichbehörde angemeldet sein. Das kann Farmerino nicht übernehmen – die Eichfrist behältst du selbst im Blick.

12.4 Kassen und Geräte am Tresen

Unter Kasse → Kassen legst du fest, an welchen Tresen kassiert wird und welche Geräte daran hängen.

Wann du eine zweite Kasse brauchst

Immer dann, wenn an zwei Stellen gleichzeitig kassiert wird – Hofladen und Hofcafé, oder der Marktstand am Samstag. Ein Tablet, das du abwechselnd hier und dort benutzt, ist keine zweite Kasse – du meldest dich damit erneut an derselben an. Die meisten Höfe brauchen genau eine. Möglich sind bis zu zwanzig.

Jede Kasse ist steuerlich ein eigenes Aufzeichnungssystem: eigener Kassen-Client an der Sicherheitseinrichtung deines Betriebs, eigene lückenlose Belegnummernreihe, eigener Tagesabschluss, ein eigener Kassenabschluss im Steuerformat und ein eigener Eintrag in der Meldung ans Finanzamt.

Zu jeder Kasse zeigt die Seite ihre Nummer, das Kürzel ihrer Belegnummern und die Seriennummer, unter der sie gemeldet wird. Diese Angaben vergibt Farmerino, und sie bleiben unveränderlich – eine nachträglich änderbare Belegnummernreihe wäre wertlos.

Sperren oder stilllegen

  • Vorübergehend sperren heißt Pause: Die Kasse kassiert nicht mehr, bleibt aber bestehen – gedacht für den Tresen, der über den Winter zu ist. Sie bleibt in der Abrechnung und in der Meldung.
  • Stilllegen ist endgültig und nur für zusätzliche Kassen möglich. Die Kasse wird beim Finanzamt abgemeldet und lässt sich nicht zurückholen. Erst damit entfällt auch der monatliche Aufpreis. Die Hauptkasse legst du nicht still – dafür kündigst du das Paket.

Umbenennen geht jederzeit. Der Name steht auf jedem Bon dieser Kasse. Hakt die Anmeldung an der Sicherheitseinrichtung, steht der Grund an der Kasse, und ein Knopf wiederholt sie.

Die Geräte-Bridge

Waage und Kassenlade erreichen die Kasse über ein kleines Programm auf dem Tresenrechner. Ob du es brauchst:

  • Nicht nötig für Bondrucker und Barcode-Scanner. Die laufen ohne.
  • Nicht nötig für eine serielle Waage, wenn du an der Kasse mit Chrome oder Edge arbeitest.
  • Nötig für die Waage in Firefox und Safari, auf dem iPad und für jede USB-Waage.
  • Nötig für die Kassenlade per Knopfdruck. Sie hängt am Bondrucker und wird über ein Steuerkommando geöffnet, das ein gewöhnlicher Druckauftrag nicht transportiert.

Der Ablauf: Programm herunterladen, auf dieser Seite einen Kopplungscode erzeugen, ihn am Tresenrechner im Assistenten der Bridge eintragen. Der Code wird nur einmal angezeigt und gilt kurz. Ist er abgelaufen, erzeuge einfach einen neuen. Geht ein Gerät verloren, entziehst du ihm hier den Zugang, und es ist sofort ausgesperrt.

Steht an zwei Tresen je eine Waage, ordne jedes Gerät seiner Kasse zu. Ohne Zuordnung bedient es jede Kasse, und ein Gewicht kann auf dem falschen Bon landen.

Waagenprofil je Kasse

Waagen sprechen keine gemeinsame Sprache. Das Profil hängt deshalb an der Kasse, nicht am Hof – an zwei Tresen dürfen zwei verschiedene Waagen stehen. Wähle das Profil, das zum Aufdruck deiner Waage passt, und teste es. Kommt kein Gewicht, nimm das nächste. Kaputtmachen kannst du dabei nichts. Meldet die Kasse „Waage bereit“, sitzt es.

12.5 Verkaufen am Tresen

Die Kasse öffnest du über Kasse in den Schnellaktionen deines Cockpits. Stehen mehrere Kassen zur Wahl, fragt das Gerät beim ersten Mal, an welcher es steht – Belegnummer, Tagesabschluss und Signatur hängen daran. Die Wahl bleibt auf diesem Gerät gespeichert.

Bon füllen

  • Artikel antippen, über die Kategorien eingrenzen oder das Suchfeld benutzen.
  • Auf jeder Kachel stehen Preis und Bestand, mit Ampelpunkt für knappe Ware. Wiegeware trägt das Kürzel kg.
  • Stückware zählst du mit den Knöpfen minus und plus hoch. Bei Menge 1 nimmt „minus“ die Zeile heraus.
  • Wiegeware bekommt je Antippen eine eigene Zeile, in die das Gewicht kommt – von Hand, von der angebundenen Waage oder aus dem gescannten Etikett. Fehlt es, sagt die Zeile „Gewicht fehlt“, und der Verkauf lässt sich nicht abschließen.
  • Pfand kommt automatisch aus dem Artikel. Es steht an der Zeile, in der Summe und auf dem Beleg. Von Hand erfasst wird es nicht, und Leergut nimmt die Kasse nicht zurück.

Oben im Bon stehen durchgehend Zwischensumme, Pfand und der Betrag „Zu zahlen“.

Kassieren

Die Kasse kassiert bar. Nimmst du am Tresen Karten an, läuft das über dein eigenes Kartenterminal und außerhalb dieser Kasse. Solche Umsätze zeichnest du dort auf, wo du es bisher tust.

Für den gegebenen Betrag hast du zwei Wege:

  • Stückelung – du tippst an, was der Kunde übergibt. Nur dieser Weg schreibt deinen Wechselgeld-Bestand mit.
  • Zahlenfeld – Ziffernblock, dazu „Passend“ und die nächstliegenden runden Beträge. Die Ziffern laufen von rechts ein: 1 · 2 · 8 · 0 ergibt 12,80 €.

Das Rückgeld steht groß darüber, mit einem Vorschlag, wie du es herausgibst – große Sorten zuerst, knappe gemieden. Reicht das Wechselgeld für eine exakte Stückelung nicht, sagt die Kasse, was fehlt. Deckt der gegebene Betrag die Summe nicht, nennt sie den Fehlbetrag und der Abschluss bleibt gesperrt.

Wie viel Wechselgeld in der Kasse liegt, trägst du unter Wechselgeld ein. Der Bestand läuft danach mit: Angetipptes Geld kommt hinzu, ausgegebenes Rückgeld geht ab. Er liegt nur auf diesem Gerät – ebenso wie die Kassenzuordnung und die eingestellte Bonbreite.

Beleg

Nach „Verkauf abschließen“ steht der Beleg auf dem Bildschirm: Belegnummer, Positionen, Zwischensumme, Pfand, Summe, enthaltene Umsatzsteuer, Zahlart, Gegeben und Rückgeld, dazu die Angaben der Sicherheitseinrichtung. „Beleg drucken“ druckt nur den Beleg. Unter Druck stellst du vorher die Bonbreite ein (80 mm, 57 mm oder A4).

Die Belegnummer ist je Kasse und Geschäftstag fortlaufend und lückenlos: K-20260830-0007 an der ersten Kasse, K2-20260830-0007 an der zweiten.

Wenn die Verbindung beim Abschließen abreißt

Dann ist offen, ob der Verkauf gebucht wurde. Sieh zuerst im Tagesabschluss nach, ob der Beleg schon dort steht. Erst wenn er fehlt, schließt du an der Kasse erneut ab – sonst buchst du zweimal.

Scannen

Ein Scanner arbeitet als Tastatur und braucht keine Einrichtung. Erkannte Codes legen den Artikel direkt auf den Bon, und aus einem Waagenetikett kommen Gewicht oder Preis gleich mit. Ist ein Code noch keinem Artikel zugeordnet, fragt die Kasse danach – du tippst den Artikel an, und ab dem nächsten Scan trifft er sofort. Jede Zeile hält fest, wie sie entstanden ist: getippt, gescannt oder von der Waage übernommen.

12.6 Waagenetiketten und Barcode-Regeln

Herstellercodes auf zugekaufter Ware brauchen keine Regel – die hinterlegst du am Artikel. Regeln braucht es für die Etiketten, die deine eigene Waage druckt: Sie tragen Gewicht oder Preis im Code selbst, und dafür gibt es keinen verbindlichen Standard. Jede Waage legt das Layout selbst fest, deshalb wird es unter Kasse → Kassen → Waagenetiketten erfasst statt geraten.

Eine Vorlage nehmen und prüfen

Wähle die Vorlage, die zu deiner Waage passt – Gewicht in Gramm, Preis in Cent oder Gewicht mit vierstelliger Artikelnummer. Dann scanne oben ein echtes Etikett oder tippe den Barcode ab: Die Seite zeigt sofort, welche Regel greift und was die Kasse daraus liest – Artikelnummer, Gewicht, Preis. Passt keine Vorlage, sag uns Bescheid. Wir richten das Layout ein.

Eine Regel beschreibt Präfix, Gesamtlänge, wo die Artikelnummer steht und wo der Wert, und ob dieser Wert ein Gewicht oder ein Preis ist. Regeln lassen sich abschalten statt löschen. Passen mehrere, gewinnt die erste.

Nur die Präfixe 20 bis 29

Diese Ziffernfolgen sind für hausinterne Nummern reserviert. Alle anderen gehören Hersteller-Barcodes – läse die Kasse dort Stellen als Gewicht, entstünde aus einer Packung Nudeln ein Fantasiegewicht. Andere Präfixe lehnt sie deshalb ab.

Der Preis vom Etikett wird übernommen

Steht auf dem Etikett ein von der Waage berechneter Preis, gilt dieser Preis. Die Kasse rechnet ihn nicht nach – die Waage ist das geeichte Gerät. Sie prüft ihn nur auf Plausibilität gegen deinen Kilopreis und meldet sich, wenn beides weit auseinanderliegt. Dann gleichst du Waage und Artikel ab oder erfasst die Position von Hand.

Waage und Kasse führen dieselben Nummern

Damit die Waage die Artikelnummern druckt, die die Kasse erwartet, übernimmst du die Liste einmal in deine Waagensoftware. Auf derselben Seite vergibst du fehlende Waagennummern und lädst die Artikelliste als CSV herunter. Das ist die häufigste Fehlerquelle bei dieser Anbindung – gehen die Nummern auseinander, findet die Kasse den Artikel nicht.

Darunter stehen alle Codes, die die Kasse kennt. Hier korrigierst du einen Fehlgriff: Code entfernen, danach am Tresen erneut scannen und den richtigen Artikel antippen.

12.7 Tagesabschluss und Storno

Kasse → Tagesabschluss ist der Kassensturz für einen Ladentag. Du wählst den Tag, bei mehreren Kassen zusätzlich eine einzelne Kasse oder „Alle Kassen“.

Fünf Zahlen

  • Verkäufe – wie viele Vorgänge der Tag hatte.
  • Tagesumsatz – brutto, einschließlich Pfand.
  • Bar-Soll – die Zahl, gegen die du abends auszählst.
  • enthaltene USt – die im Umsatz enthaltene Umsatzsteuer.
  • Pfand – die Pfandsumme des Tages.

Darunter stehen die Belege des Tages mit Nummer, Uhrzeit, Zahl der Positionen und Summe, bei mehreren Kassen auch mit dem Kassennamen. Stornierte Belege sind als solche gekennzeichnet.

Lässt sich die Auswertung einmal nicht laden, sagt die Seite das ausdrücklich. Deine Verkäufe sind davon nicht betroffen.

Stornieren

Einen Beleg stornierst du hier, in zwei Schritten. Was dann passiert:

  • Der ursprüngliche Beleg bleibt inhaltlich unverändert stehen und gilt fortan als storniert. Gelöscht wird nichts.
  • Es entsteht eine eigene, ebenfalls signierte Gegenbuchung mit umgekehrten Vorzeichen – am Tag der Stornierung und in der Belegnummernreihe der stornierenden Kasse. Beide Vorgänge stehen im Steuerexport und heben sich dort auf.
  • Der Warenbestand wird zurückgebucht.

Ein Storno lässt sich nicht zurücknehmen. Ist die Sicherheitseinrichtung gerade nicht erreichbar, wird die Gegenbuchung trotzdem angelegt und später nachsigniert – anders als beim Verkauf hält ein Ausfall den Storno nicht auf.

12.8 Kasse beim Finanzamt melden (§ 146a Abs. 4 AO)

Jedes elektronische Kassensystem ist dem Finanzamt zu melden, binnen eines Monats. Dasselbe gilt für die Außerbetriebnahme. Die Meldung läuft über ELSTER, und du gibst sie unter Kassenmeldung ab: Sie ist eine Erklärung deines Betriebs und darf nicht von Farmerino stammen. Jede weitere Kasse wird einzeln gemeldet.

Vier Schritte

  1. Steuernummer. ELSTER braucht die dreizehnstellige bundeseinheitliche Steuernummer – nicht die Form 123/456/78901 von deinen Rechnungen. Steht die Landesform in deinem Betriebsprofil, zeigt die Seite sie an, rechnet sie aber bewusst nicht um: Eine falsch abgeleitete Nummer wäre eine Falscherklärung. Rechne sie mit dem Werkzeug des Bundeszentralamts für Steuern um oder frag deine Steuerberatung. Die USt-IdNr. ist freiwillig.
  2. Meldung erzeugen. Farmerino trägt die technischen Angaben zu Kasse und Sicherheitseinrichtung zusammen.
  3. Vorschau prüfen. Lade die Vorschau als PDF und lies sie durch. Erst danach lässt sich absenden – das schreibt ELSTER so vor.
  4. Verbindlich absenden. Du bestätigst, dass du die Vorschau geprüft hast, und sendest. Wir übermitteln in deinem Namen. Die Erklärung bleibt deine, und sie ist nicht widerrufbar.

Für die Richtigkeit der Angaben – besonders Steuernummer und Anschrift – ist dein Betrieb verantwortlich. Prüfe sie in der Vorschau, bevor du absendest.

Nach der Übermittlung stehen Datum, freigebende Person und die Bestätigung zum Herunterladen bei der Meldung. Solange die Meldung aussteht und die Kasse eingerichtet ist, erinnert dich der Paket-Bereich daran.

12.9 Aufbewahrung, Export und Prüfung

Der Steuerexport läuft mit

Für jede Kasse entsteht je Geschäftstag ein Kassenabschluss im Format DSFinV-K, das die Finanzverwaltung für die Datenüberlassung vorschreibt. Er geht im Tageslauf hinaus – du musst ihn nach dem Abschluss nicht von Hand anstoßen. Storno und Gegenbuchung stehen beide darin.

Zehn Jahre, in einem eigenen Archiv

Die von der Sicherheitseinrichtung signierten Daten werden monatlich exportiert und von Farmerino unveränderbar aufbewahrt – in einem eigenen, revisionssicheren Archiv auf Servern im Europäischen Wirtschaftsraum, nicht im Archiv des TSE-Dienstleisters. Die Frist beträgt zehn Jahre (§ 147 AO, GoBD). Diese Exporte stehen dir für deine Vorlage- und Aufbewahrungspflichten gegenüber der Finanzverwaltung zur Verfügung. Die Einzelheiten regelt AGB § 20.4.

Wenn du das Paket beendest

Nach der Kündigung beginnt eine Karenzzeit von in der Regel 21 Tagen, in der du ohne Verlust deiner Sicherheitseinrichtung zurückkommen kannst. Danach erstellt Farmerino einen abschließenden Voll-Export ins Archiv und nimmt das Aufzeichnungssystem außer Betrieb. Die Abmeldung beim Finanzamt wird vorbereitet und erst nach deiner ausdrücklichen Freigabe übermittelt. Die archivierten Kassendaten bleiben die vollen zehn Jahre erhalten und für dich abrufbar.

Was bei dir bleibt

Farmerino stellt die Technik. Die kassen-, aufzeichnungs- und steuerrechtlichen Pflichten deines Betriebs bleiben bei dir (AGB § 20.3):

  • die richtige, vollständige und zeitgerechte Erfassung deiner Geschäftsvorfälle,
  • die Meldung des Aufzeichnungssystems nach § 146a Abs. 4 AO,
  • eine Verfahrensdokumentation,
  • die Mitwirkung bei einer Kassen-Nachschau (§ 146b AO) und bei einer Außenprüfung,
  • die zutreffende umsatzsteuerliche Behandlung, einschließlich einer etwaigen Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG,
  • die Eichung deiner Waage und deren Anzeige bei der Eichbehörde.

Wie du die Aufzeichnung in deinem Betrieb aufstellst, besprichst du am besten mit deiner Steuerberatung. Die Ratgeber „Hofladen-Kasse“ und „Kassennachschau im Hofladen“ auf farmerino.de ordnen die Themen ein.

13 Schlachtung & Zerlegung

Vom lebenden Tier über den Zerlegeauftrag bis zum Artikel im Hofladen — mit Vorverkauf, bevor geschlachtet wird.

Stand: Dieser Bereich ist in Entwicklung. Gesperrt ist die ganze Reiterzeile unter „Schlachtung“, vom Schlachtrechner über Rezepturen und Verarbeitung bis zu den Chargenetiketten, und in der Navigation steht kein Einstieg dorthin. Freigegeben ist die gebündelte Lieferung über Fahrbetriebe — sie steht in Kapitel 11, Fahrbetriebe beauftragen. Dieses Kapitel beschreibt, wie Schlachtung, Zerlegung und Vorverkauf arbeiten.

13.1 Einen Betrieb finden und beauftragen

Der Bereich hat eine eigene Reiterzeile: Schlachtrechner, Aufträge, Artikelzuordnung, Rezepturen, Verarbeitung, Chargenetiketten und Betriebe.

Den Betrieb aussuchen

Unter Betriebe steht das Verzeichnis der Betriebe, die Aufträge im Lohn annehmen. Du filterst nach Gewerk. Sortiert wird nach der Entfernung zu deinem Hof — dafür braucht es eine Postleitzahl in deinen Betriebsdaten, sonst steht die Liste alphabetisch.

Zu jedem Betrieb siehst du Ort, Entfernung, den geführten Nachweis, die Bewertungen anderer Höfe und die Dienstleister-Nr. Sie ist die Nummer, die du gleich für den Auftrag brauchst. Für Schlachtung und Zerlegung gibt es im Verzeichnis bewusst keine allgemeine Anfrage: Daran hängen Schablone, Charge und Mindestmengen, und die entstehen im Auftrag.

Arbeitet ein Betrieb ohnehin schon für dich, lädst du ihn unter Aufträge selbst ein. Du wählst dabei das Gewerk, für das du einlädst — es steht beim Betrieb angehakt, wenn er sich anmeldet. Den Einladungslink zeigt die Seite nur einmal an.

Den Auftrag anlegen

  • Dienstleister-Nr. eintragen und Schablonen laden.
  • Eine Zerlegeschablone aus dem Angebot des Betriebs wählen. Jede zeigt Tierart, Anzahl der Positionen und den Preis.
  • Anzahl Tiere, Tierart und Tierkategorie angeben.
  • Das Lebendgewicht je Tier eintragen — das Gewicht am Hof. Das Schlachtgewicht rechnet Farmerino daraus mit dem Ausschlachtungsgrad der Kategorie und zeigt es an.
  • Auftrag senden.

Bietet ein Betrieb keine Schablone für Höfe an, lässt sich kein Auftrag anlegen. Frag ihn, ob er eine freischaltet.

Mit dem Auftrag entsteht die Charge. Sie hält Nummer, Zerlegebetrieb und dessen EU-Zulassungsnummer fest und ist damit eine Momentaufnahme: Ändert der Betrieb später seine Schablone, verschiebt das nicht rückwirkend, was vereinbart war.

Deinen eigenen Betrieb kannst du nicht beauftragen. Ein Lohnauftrag ist eine Abmachung zwischen zwei Seiten, mit Geld dazwischen.

Der Weg des Auftrags

Der Auftrag steht zunächst auf Angefragt. Der Betrieb bestätigt den Termin, und der Auftrag geht auf Termin bestätigt — ab hier sind die Mindestmengen verbindlich. Nach dem Zerlegen und der Meldung der tatsächlichen Gewichte steht er auf Zerlegung fertig. Die Zahlung läuft daneben in einer eigenen Spur: unbezahlt, in Bearbeitung, bezahlt.

13.2 Der Schlachtrechner

Was bringt dein Tier, was kostet es dich, und was bleibt je Arbeitsstunde übrig. Der Rechner beantwortet das, bevor du ein Tier abgibst.

Unter Das Tier wählst du Tierart, Zerlegeschema, Kategorie und wahlweise die Rasse und gibst ein Gewicht an. Unter Deine Kosten stehen Direktkosten, Verarbeitungskosten, Vollkosten, deine Arbeitszeit und dein Stundensatz — und der Preis, den ein Großabnehmer zahlen würde.

Das Ergebnis zeigt Schlachtgewicht und Ausschlachtungsgrad, den Erlös, den Gewinn oder — solange keine Vollkosten hinterlegt sind — den Deckungsbeitrag, und was je Arbeitsstunde übrig bleibt. Unter Die Teilstücke steht die Aufteilung Position für Position mit Anteil, Menge und Erlös. Den Kilopreis je Position kannst du dort auf deine eigenen Preise setzen.

Darunter steht der Abschnittepool: die Rohmasse für Hackfleisch, Gulasch und Wurst. In der Direktvermarktung ist das kein Abfall, sondern einer der ertragsstärksten Posten des ganzen Tieres.

Der Rechner erfindet keine Werte. Fehlt eine Größe, überspringt er den Schritt und weist ihn unter Was du wissen solltest aus. Unter Herkunft der Zahlen steht je Größe, ob sie belegt oder gesetzt ist.

13.3 Zerlegeschablone, Körperkarte und Verarbeitung

Die Zerlegeschablone gehört dem Betrieb. Sie führt auf, welche Teilstücke aus dem Tier kommen und welchen Anteil am Schlachtgewicht jedes ausmacht. Aus diesem Anteil und dem erwarteten Schlachtgewicht entsteht in deinem Auftrag je Position eine Erwartungsmenge in Kilogramm.

Beauftragen lässt sich jede Tierart, für die es eine Schablone gibt — zwanzig stehen zur Wahl, vom Rind über Huhn und Gans bis zu Wildschwein und Rothirsch. Der Schlachtrechner deckt weniger ab: Er braucht belegte Ausschlachtungsgrade und Zerlegeanteile. Eine Schablone braucht sie nicht, weil der Betrieb die Anteile selbst einträgt.

Was aus dem Tier werden soll

In den Details des Auftrags verteilst du je Teilstück, wie viel in welches Erzeugnis geht. Je Zeile trägst du ein: Erzeugnis, kg hinein, Prozent Ausbeute und den Preis je Kilogramm. Was herauskommt, rechnet die Seite mit. Verplanst du mehr, als das Teilstück hergibt, sagt die Zeile es dir. Was offen bleibt, geht unverarbeitet in den Verkauf. Am Ende Planung speichern.

Die Körperkarte

Daneben steht das Tier als Zeichnung, in Partien zerlegt. Sie zeigt farbig, wie viel je Partie schon verplant ist, und du tippst eine Partie an, statt sie in der Liste zu suchen. Zwanzig Tierarten teilen sich fünfzehn Karten — wo Anatomie und Bezeichnungen übereinstimmen, wäre eine zweite Zeichnung nur eine zweite Stelle, an der dieselbe Wahrheit driften kann.

Was sich keiner Stelle am Tier zuordnen lässt — Knochen, Fett, Innereien, Verarbeitungsfleisch — läuft unter Ohne Partie. Jede Tierart hat diesen Eintrag.

13.4 Die Ausbeute deinen Artikeln zuordnen

Unter Artikelzuordnung hängst du jede Position der Schablone an einen Artikel aus deinem Sortiment. Erst dann weiß Farmerino, welchem Artikel die gemeldeten Gewichte gutgeschrieben werden.

Alles zuordnen nimmt dir den Großteil ab: Farmerino übernimmt jede Position, für die es einen passenden Artikel findet, und legt für den Rest einen an — benannt nach der Position, in Kilogramm. Danach steht in einer Zeile, wie viel zugeordnet, wie viel neu angelegt und was von Hand nachzutragen ist.

Neu angelegte Artikel sind nicht verkaufbar, solange kein Preis hinterlegt ist. Das ist Absicht — ein Artikel ohne Preis, der im Hofladen steht, wäre die teurere Variante des Vergessens.

Bei den einzelnen Positionen zeigt die Seite Vorschläge und bekannte Zweitnamen an. Vorschläge sind Hinweise, übernommen wird nichts, bevor du speicherst.

Ist der Auftrag abgeschlossen, führt Artikel anlegen die fertige Ausbeute in dein Sortiment über. Du gibst die Chargennummer ein, lädst die Entwürfe und ergänzt Preis, Foto und Beschreibung. Erzeugnisse, die du unverändert schon führst, brauchen nichts — für sie entsteht nur eine neue Charge.

13.5 Vorverkauf: Angebote und Anzahlung

Du verkaufst das Tier, bevor es geschlachtet ist. Das ist der Punkt, an dem sich ein ganzes Tier rechnet.

Wer konfiguriert

In den Details des Auftrags legst du den Freiheitsgrad fest:

  • Ich plane selbst — kein Vorverkauf. Du stellst die Metzgervorlage allein zusammen.
  • Kunden stellen frei zusammen — der Kunde bestimmt innerhalb seines Anteils Zuschnitt und Verarbeitung.
  • Kunden wählen aus meinen Paketen — der Kunde nimmt, was du geschnürt hast.

Sobald Kunden mitreden, brauchst du einen Anmeldeschluss. Ohne ihn weiß niemand, bis wann bestellt werden kann. Der gewählte Tag zählt ganz, bis Mitternacht deutscher Zeit.

Angebote schnüren

Drei Formen stehen nebeneinander und lassen sich mischen:

  • Tieranteil — halbes Tier, Viertel, Achtel oder Sechzehntel. Die Kilomenge ist durch den Anteil gedeckelt, die Aufteilung darin bleibt frei.
  • Fertiges Paket — geschnürt, der Kunde wählt nur das Paket.
  • Freie Einzelwahl — Teilstücke und Erzeugnisse einzeln, ohne Anteilsbindung.

Je Angebot legst du Name, Preis, Stückzahl, Beschreibung und die Anzahlung fest. Ein Angebot bleibt Entwurf, bis du es veröffentlichst — erst dann steht es im Hofladen. Sobald darauf vorbestellt wurde, lässt es sich nur noch schließen.

Was der Kunde zahlt

Beim Tieranteil und beim Paket gilt der Preis, den du am Angebot gesetzt hast. Bei der freien Einzelwahl rechnet der Server aus dem Kilopreis, den du an der Position der Charge hinterlegt hast. Was der Browser mitschickt, wird verworfen — sonst bestimmte der Käufer, was er zahlt. Positionen ohne hinterlegten Preis erscheinen im Hofladen nicht.

Die Anzahlung gibst du in Prozent an. 0 oder 100 heißt: der volle Betrag ist sofort fällig. Dazwischen zahlt der Kunde nur diesen Anteil an, und der Rest wird bei der Abholung fällig, wenn die Mengen feststehen. Online nachgefordert wird er nicht.

Deshalb heißt bezahlt in der Liste der Vorbestellungen: Anzahlung oder Kaufpreis ist eingegangen. Gutgeschrieben wird, was bei Stripe tatsächlich eingegangen ist.

Das Geld geht direkt auf dein Stripe-Konto. Farmerino behält davon nichts ein. Wer nicht sofort zahlt, dessen Bestellung bleibt reserviert, und du kannst sie wieder freigeben.

Solange die tatsächlichen Gewichte fehlen, gibt der Hofladen von jeder zugeordneten Artikelvariante höchstens die verbindliche Mindestmenge frei. So versprichst du deinen Kunden nichts, was am Haken nicht hängt.

13.6 Mindestmengen, Ist-Gewichte und Mindermengen

Mit der Terminbestätigung des Betriebs werden die Mindestmengen verbindlich. Maßgeblich ist je Teilstück die im Auftrag hinterlegte Erwartungsmenge. Trägt der Betrieb dabei das tatsächliche Schlachtgewicht nach, rechnen sich die Mengen darauf um. Sie stehen danach in den Details unter Verbindliche Mindestmengen.

Die tatsächlichen Gewichte

Nach dem Zerlegen meldet der Betrieb, was wirklich am Haken hing. Hat er ein Farmerino-Konto, trägt er es dort ein. Hat er keines, erzeugst du unter Gastlink für den Betrieb einen Link zu genau dieser Charge. Er gilt sieben Tage. Der Metzger trägt darüber die Gewichte ein und sieht weder Kundendaten noch Preise — nur die Teilstücke dieser Charge und sein eigenes Meldeprotokoll.

Die gemeldeten Mengen werden dem Artikel gutgeschrieben, den du zugeordnet hast. Eine zweite Meldung korrigiert die erste, statt sie zu addieren, und jede Meldung bleibt im Protokoll stehen.

Wenn weniger herauskommt

Unterschreitet eine Menge die Mindestmenge, gibt der Betrieb den Grund an. Ohne Begründung lassen sich die tatsächlichen Mengen nicht speichern. Den Grund siehst du danach am Auftrag.

Eine knappe Unterschreitung ist noch kein Fall für die Kunden. Ausschlaggebend ist, ob die Menge für die eingegangenen Vorbestellungen reicht. Tut sie das nicht, sagst du den betroffenen Kunden über Kunden über die Mindermenge benachrichtigen ab. Was dann mit dem Geld geschieht, hat der Kunde beim Bestellen selbst festgelegt:

  • Geld zurück und nimmt weniger — der gezahlte Betrag wird erstattet, die Vorbestellung ist damit beendet.
  • nimmt Ersatz und wartet — es wird nichts erstattet. Die Vorbestellung bleibt bestehen, und du meldest dich mit einem Vorschlag oder merkst sie für den nächsten Termin vor.

Erstattet wird im Tageslauf. Eine Erstattung, die scheitert, bleibt vorgemerkt und wird beim nächsten Lauf erneut versucht.

13.7 Rezepturen, Etiketten und Kennzeichnung

Für Wurst, Brühe und andere Veredelung hinterlegst du unter Rezepturen Zutaten und Mengen. Daraus entstehen die LMIV-Angaben der Artikelvariante: das Zutatenverzeichnis in absteigender Reihenfolge der Mengen, die Allergene, die Haltbarkeit und die Füllmenge.

Das Chargenetikett

Unter Chargenetiketten gibst du Auftragsnummer und Teilstück an und erzeugst die Vorschau. Aus ihr druckst du oder speicherst ein PDF. Auf der Vorlage stehen Losnummer, EU-Zulassungsnummer, Zerlegebetrieb, dein Name mit Anschrift und Steuernummer, Nettogewicht, Schlachtdatum, Mindesthaltbarkeitsdatum, die Herkunftsangaben und die Zutaten mit den Allergenen.

Auf dem Etikett stehen beide Betriebe, aus verschiedenen Gründen: dein Name und deine Anschrift nach Art. 8 LMIV, weil unter deinem Namen vermarktet wird, und die EU-Zulassungsnummer des Zerlegebetriebs als Identitätskennzeichen nach VO (EG) 853/2004. Lebensmittelunternehmer bist du.

Was die Charge nicht hergibt, führt die Seite unter Das steht nicht in der Charge auf und rät es nicht. Ein plausibel geratenes Herkunftsland wäre schlimmer als ein leeres Feld — das leere siehst du, das falsche nicht. Beim Rind kommen Geburt, Mast, Schlachtung und Zerlegung aus den Papieren des Tieres und sind von Hand zu ergänzen.

Gesperrt wird der Druck dabei nicht: Die Angabe darf auf einem zweiten Aufkleber, im Aushang oder auf dem Lieferschein stehen. Ohne Losnummer, EU-Zulassungsnummer und dein Impressum entsteht kein Etikett.

Die Vorlage nimmt dir das Abtippen ab. Die Angaben verantwortest du.

13.8 Stornieren und Fristen

Ob ein Auftrag noch storniert werden kann, richtet sich nach seinem Bearbeitungsstand, nicht nach einer Uhrzeit.

  • Bis zur Terminbestätigung storniert jede Seite ohne Angabe von Gründen. Die Stornierung bleibt folgenlos.
  • Nach der Terminbestätigung nur mit Begründung. Die betroffenen Kunden bekommen eine Absage, und geleistete Anzahlungen werden zur Erstattung vorgemerkt.
  • Ab der gemeldeten Zerlegung und nach der Abrechnung ist ein Storno ausgeschlossen. Das Fleisch liegt dann in deinem Bestand.

Mit dem Storno wird auch die Charge storniert, und ein ausgegebener Gastlink nimmt nichts mehr an.

Für Vorbestellungen ist der Anmeldeschluss die Grenze: Danach nimmt der Hofladen keine neue an und nennt den Grund. Eine abgesagte Schlachtung schließt den Vorverkauf ebenso.

13.9 Was es kostet

Für Schlachtung und Zerlegung ist die Vermittlung kostenfrei: kein Zusatzpaket, keine Monatsgebühr, kein Anteil am Entgelt des Betriebs. So steht es in AGB § 21.3, und dafür gilt die Bestandspreisgarantie.

Das Entgelt vereinbarst du mit dem Betrieb unmittelbar. Bezahlt wird bar, per Überweisung oder über Stripe. Die Zahlung über Stripe ist freiwillig und geht direkt an den Betrieb. Stripe-Entgelte fallen nur an, wenn die Zahlung darüber läuft. Nimmt ein Betrieb keine Stripe-Zahlungen an, sagt es die Seite.

Ist die Zerlegung fertig, kannst du den Betrieb mit einem bis fünf Sternen bewerten und einen Kommentar dazuschreiben. Die Bewertung erscheint im Verzeichnis, das nur angemeldete Verkäufer sehen — in deinem Hofladen steht sie nicht.

Die öffentliche Funktionsliste steht auf farmerino.de unter „Funktionen“. Betriebe, die Liefergebiete für Höfe fahren, starten dort unter „Fahrer werden“.

14 Verarbeitung & Rezepturen

Aus dem zerlegten Tier wird Wurst, Schinken oder Brühe. Hier legst du fest, was woraus entsteht, welche Zutaten hineingehen und was daraus auf dem Etikett steht.

Stand: Dieser Bereich ist in Entwicklung. Rezepturen, Verarbeitungsvorschläge, Zutatenpflege und Chargenetiketten liegen hinter derselben Sperre wie die Schlachtung und Zerlegung (Kapitel 13), und in der Navigation steht kein Einstieg dorthin. Freigegeben ist die gebündelte Lieferung über Fahrbetriebe – sie steht in Kapitel 11, Fahrbetriebe beauftragen. Dieses Kapitel beschreibt, wie die Verarbeitung arbeitet.

14.1 Vom Teilstück zum Erzeugnis

Die Zerlegeschablone des Betriebs, der für dich arbeitet, führt zwei Ebenen. Oben stehen die Positionen – die Teilstücke, in die der Schlachtkörper zerfällt, jedes mit seinem Anteil und seiner Wertklasse: Edelteil, Standard, Verarbeitung oder Nebenprodukt. Darunter hängen die Erzeugnisse, die aus dieser Position werden können.

Je Position gibt es eine Vorgabe und beliebig viele Alternativen. Die Vorgabe ist der übliche Weg. Die Alternativen sind das, was beim Beauftragen zur Wahl steht. Was der Betrieb nicht freigegeben hat, erscheint dort nicht.

Ausbeute und Reifezeit

An jedem Erzeugnis stehen zwei Zahlen: die Ausbeute in Prozent und die Tage Reife. Aus ihnen wird die Menge, die am Ende wirklich in der Kiste liegt, und der Termin, ab dem du liefern kannst.

  • Die Ausbeuten einer Kette werden multipliziert. Wer nacheinander pökelt, räuchert und trocknet, verliert bei jedem Schritt vom bereits verringerten Gewicht.
  • Die Reifezeiten werden addiert, weil sie nacheinander ablaufen. Frischfleisch ist bei null, eine Salami bei mehreren Wochen.
  • Fehlt einem Schritt die Ausbeute, bleibt die Menge offen. Ein stillschweigend angenommener verlustfreier Schritt ergäbe zu hohe Mengen – und die verkaufst du vor, bevor jemand merkt, dass sie nie entstehen.

Die Bilanz und die Nebenprodukte

Über dem Baum steht die Bilanz des Schlachtkörpers. Ein Probegewicht rechnet jede Position in Kilogramm um, sodass du sofort siehst, ob die Anteile aufgehen. Was nicht zugeordnet ist, bleibt sichtbar offen.

Knochen, Fett, Innereien und Verarbeitungsfleisch stehen als eigene Positionen ohne Partie. Das ist die Stelle, an der aus Knochen Brühe, aus Fett Griebenschmalz und aus Leber Leberwurst wird.

14.2 Eine Rezeptur anlegen

Rezepturen pflegst du unter dem Reiter „Rezepturen". Sie sind Stammdaten: einmal angelegt, stehen sie beim nächsten Tier wieder bereit.

Das Formular „Rezeptur anlegen oder ändern" hat fünf Felder und ein Textfeld für die Zutaten:

  • Name der Rezeptur – die einzige Pflichtangabe, etwa „Bratwurst grob".
  • Füllmenge je Einheit und Einheit – wie viel eine Packung enthält und worin gemessen wird: kg, Glas, Stück.
  • Haltbarkeit in Tagen – gerechnet ab Herstellung.
  • Ergebnis-Artikel – die Artikelvariante deines Shops, in die die Kennzeichnung geschrieben wird. Zur Auswahl stehen ausschließlich deine eigenen Varianten.

Der Knopf heißt „Speichern und LMIV-Angaben übernehmen", weil er beides tut: Er sichert die Rezeptur und schreibt im selben Zug die Kennzeichnung in den verknüpften Artikel.

Gleicher Name überschreibt

Speicherst du unter einem Namen, den du schon vergeben hast, wird die bestehende Rezeptur überschrieben – Groß- und Kleinschreibung spielt dabei keine Rolle. So entstehen keine zwei Rezepturen gleichen Namens, die beide auf denselben Artikel zeigen und bei denen niemand mehr weiß, welche die Kennzeichnung bestimmt.

Zum Ändern nimmst du „Bearbeiten" an der Rezeptur in der Liste „Deine Rezepturen". Dann steht sie im Formular, und du siehst, was du änderst.

Löschen

Beim Löschen fragt Farmerino nach und entfernt die Rezeptur mit allen Zutaten. Die bereits übernommenen Angaben bleiben an der Artikelvariante stehen. Verkaufst du den Artikel weiter, prüfe seine Kennzeichnung dort – sie stammt aus einer Rezeptur, die es nicht mehr gibt.

14.3 Zutaten und Mengen eintragen

Die Zutaten stehen im Feld „Zutaten — eine je Zeile". Jede Zeile trägt drei durch Semikolon getrennte Angaben:

Name; Menge in Kilogramm; Allergen

Rindfleisch;0,8;
Schweinebauch;0,4;
Speisesalz;0,02;
Senfkörner;0,01;Senf

Das Allergen bleibt leer, wo keines zutrifft. Leere Zeilen übergeht Farmerino.

Wie du die Menge schreibst

  • Komma und Punkt gelten beide. „0,8" und „0.8" sind dieselbe Menge.
  • Die Einheit gehört nicht ins Feld. Gerechnet wird immer in Kilogramm. „0,8 kg" wird als Menge zurückgewiesen.
  • Einen Tausenderpunkt gibt es nicht. „1.234,5" wird zurückgewiesen. Bei Rezepturmengen ist er nie gemeint.

Ist eine Zeile unlesbar, nennt Farmerino ihre Nummer und ihren Inhalt und speichert nichts. Das ist Absicht: Aus dieser Zahl entsteht die Reihenfolge der Zutatenliste auf dem Etikett. Eine still auf 0 gesetzte oder falsch gelesene Menge – „0,8" als 8 – würde die Liste umsortieren, und der Fehler stünde am Ende auf einem verkauften Lebensmittel.

Sortieren musst du nicht

Die Reihenfolge der Zutatenliste ergibt sich aus den Mengen, absteigend. Tragen zwei Zutaten dieselbe Menge, entscheidet die Reihenfolge, in der sie im Feld stehen.

14.4 Was daraus auf dem Etikett steht

Mit dem Speichern füllt Farmerino vier Felder der verknüpften Artikelvariante:

  • Zutatenliste – alle Zutaten in absteigender Mengenreihenfolge, so wie es die Lebensmittelinformationsverordnung verlangt.
  • Allergene – die dritte Angabe jeder Zeile, jedes Allergen einmal genannt.
  • Mindesthaltbarkeit – aus der Haltbarkeit in Tagen, gerechnet ab Herstellung.
  • Füllmenge – aus Füllmenge je Einheit und Einheit.

Änderst du die Rezeptur später, überschreibt das nächste Speichern diese vier Felder erneut. Alle übrigen Angaben der Variante – Beschreibung, Bild, Preis – bleiben unberührt.

Wer auf dem Etikett steht

Lebensmittelunternehmer bist du. Verkauft wird unter deinem Namen, also stehen dein Name und deine Anschrift nach Art. 8 LMIV auf der Packung. Daneben trägt sie die EU-Zulassungsnummer des Zerlegebetriebs als Identitätskennzeichen nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004. Beides gehört zusammen und meint Verschiedenes: das eine sagt, wer vermarktet, das andere, in welchem zugelassenen Betrieb gearbeitet wurde.

Chargenetiketten drucken

Unter dem Reiter „Chargenetiketten" gibst du eine Auftragsnummer ein und bekommst eine Druckvorlage: Losnummer, EU-Zulassungsnummer, Herkunftsangaben, Nettogewicht, Zutaten und Allergene, zusammengestellt aus deinen Auftrags- und Rezepturdaten. Ohne Losnummer, EU-Zulassungsnummer und dein Impressum entsteht keine Vorlage – Farmerino nennt dann, was fehlt.

Die Vorlage nimmt dir das Abtippen ab. Die Verantwortung für die Kennzeichnung bleibt bei dir. Der Hinweis darauf steht am Bildschirm über dem Etikett und wird beim Drucken ausgeblendet.

14.5 Rezepturvorschläge: was du aus deiner Erzeugung machen kannst

Der Reiter „Verarbeitung" führt auf „Was du daraus machen kannst". Vorne steht, was zum größten Teil aus deiner eigenen Erzeugung entsteht. Danach kommt, was du zukaufen müsstest.

Woraus die Liste entsteht

  • Deine Ware sind die Artikel deines Shops. Rufst du die Seite aus einem Schlachtauftrag heraus auf, zählen zusätzlich die Erzeugnisse seiner Charge.
  • Die Rezepturen sind deine eigenen und die der Betriebe, die im Verzeichnis stehen – jemand muss die Verarbeitung schließlich machen. Über jedem Vorschlag steht deshalb, von wem die Rezeptur stammt.
  • Die Nachbarschaft reicht 100 Kilometer weit. Je fehlender Zutat werden höchstens drei Betriebe genannt, die nächstgelegenen zuerst.

Sortiert wird nach dem Anteil, den du selbst deckst. Bei gleichem Eigenanteil steht vorn, wovon die Nachbarschaft mehr abdeckt. So bekommt nicht jeder Hof dieselbe Liste, sondern jeder die für ihn tragfähigste.

Was in einer Karte steht

Oben der Name der Rezeptur und der Anteil „aus eigener Erzeugung", daneben die Reifezeit bis zur Abgabe und der Anteil, der nirgends verfügbar ist. Darunter jede Zutat mit ihrem Anteil und ihrer Herkunft: aus eigener Erzeugung, ein Betrieb mit Entfernung, oder „niemand in der Nähe führt das".

Diese Lücken bleiben stehen. Sie zu verschweigen hieße, dass du eine Rezeptur einplanst, die du nicht herstellen kannst.

Hast du keine Postleitzahl hinterlegt, lassen sich keine Entfernungen bestimmen. Die Betriebe stehen dann ohne Kilometerangabe, und die Seite sagt es dir.

Warum eine Zutat manchmal nicht erkannt wird

Farmerino vergleicht Zutat und Ware über ganze Wörter. „Schweinebauch" und „Schweinebauch, frisch" sind dasselbe. „Rind" und „Rinde" sind es nicht, obwohl das eine im anderen steckt. Sehr kurze Wörter greifen gar nicht: „Ei" trifft „Eisbein" nicht.

Die Regel trifft bewusst eher zu wenig als zu viel: „Salz" findet „Meersalz" nicht. Ausschlaggebend ist, was der jeweilige Fehler kostet. Ein übersehener Treffer kostet eine Zeile in der Liste. Ein falscher Treffer behauptet, du hättest eine Zutat, die dir fehlt – und sie fehlt dir dann in der Produktion, wenn die Ware längst verkauft ist.

Was nicht erscheint

Eine Rezeptur, zu der du keine einzige Zutat beisteuerst, erscheint nicht – sie wäre eine Einkaufsliste. Die Seite zeigt, was aus deiner Erzeugung entstehen kann.

Solange weder eine Schlachtung zerlegt ist noch Artikel angelegt sind, bleibt sie leer und sagt dir, woran es liegt.

14.6 Anderen Höfen als Bezugsquelle vorgeschlagen werden

Was für dich gilt, gilt auch umgekehrt: Fehlt einem Hof in der Nähe eine Zutat, die du führst, steht dein Betrieb in seiner Liste. Das steuerst du auf derselben Seite über das Kontrollkästchen „Meinen Betrieb anderen Höfen als Bezugsquelle vorschlagen".

  • Die Vorgabe ist eingeschaltet, auch für Betriebe, die es schon länger gibt.
  • Genannt werden ausschließlich Artikel, die ohnehin öffentlich in deinem Shop stehen. Ein sichtbarer Shop und ein abgeschlossenes Onboarding sind Voraussetzung.
  • Ein Vorschlag ist noch keine Anfrage. Angesprochen wirst du erst, wenn jemand sich meldet.

Nimmst du den Haken heraus, verschwindest du aus den Vorschlägen der anderen Höfe. Dein Shop bleibt davon unberührt: Öffentlich sichtbar zu sein und dauerhaft als Bezugsquelle geführt zu werden sind zwei verschiedene Dinge, deshalb der eigene Schalter. Was dabei genannt wird und wie du widersprichst, steht in der Datenschutzerklärung unter „Vorschlag als Bezugsquelle für andere Höfe“.

14.7 Wenn du selbst im Lohn verarbeitest

Verarbeitest du auch für andere Betriebe, gehört dazu eine Angabe, welche Zutaten du überhaupt einsetzt. Sie steht im Dienstleister-Bereich unter „Zutaten" und gilt für deinen ganzen Betrieb – für jede Schablone und jeden Auftrag.

Zwei Haken je Zutat

  • Der linke Haken heißt „ich verarbeite das": Du setzt die Zutat ein, der Hof bringt sie mit.
  • Setzt du „stelle ich" dazu, lieferst du sie selbst. Dann erscheint ein Feld für den Preis je Einheit.

Die Liste kommt aus dem kuratierten Zutatenkatalog und ist nach Gruppen geordnet: Salz und Pökelstoffe, Gewürze, Zusatzstoffe, Därme, Kulturen, weitere Lebensmittel, Flüssigkeiten. Du filterst nach Gruppe, suchst im Volltext und kannst eine ganze Gruppe auf einmal ausschließen oder zurücksetzen. Jeder Klick wird sofort gespeichert – einen Speichern-Knopf gibt es nicht.

Was am Katalogeintrag hängt

Zu jeder Zutat stehen ihr Allergen und, wo es eines gibt, der Kennzeichnungshinweis – bei Nitritpökelsalz etwa die Höchstmenge und die Angabe, die auf das Etikett gehört. Einträge, die auf Handwerksüblichkeit statt auf einer benannten Quelle beruhen, sind als „Richtwert" gekennzeichnet.

Für eine einzelne Schablone abweichen

Willst du eine freigegebene Zutat in einer bestimmten Zerlegeschablone nicht einsetzen, nimmst du sie dort im Schritt „Zutaten" aus. Die Ausnahme wirkt nur in dieser Schablone und kann nichts freigeben, was in der Betriebsliste ausgeschaltet ist.

15 Pakete & Werbung

Was du zusätzlich buchen kannst, was es kostet und wie du es wieder beendest.

15.1 Wo die Pakete stehen

Zusatzpakete und Werbung liegen in den Einstellungen im Reiter Zusatzpakete. Aus dem Cockpit und aus Benachrichtigungen führt der Weg über die Adresse /verkaeufer/pakete dorthin.

Beides ist freiwillig und kostenpflichtig. Dein Hofladen, deine Bestellungen, Touren und der Versand laufen ohne Paket vollständig – die Basisnutzung bleibt grundgebührenfrei.

15.2 Kassensystem und Barzahlung – 99 € im Monat

Das Kassenpaket schaltet zwei Dinge frei: die Hofladen-Kasse für den Tresenverkauf und den gebührenfreien Bargeldzahlungsempfang.

  • Kasse im Browser: Artikel antippen oder scannen, Wiegeware nach Gewicht, bar kassieren, Rückgeld, Beleg, Tagesabschluss – auf jedem Gerät, auf dem sich farmerino.de öffnen lässt.
  • Vorhandene Geräte weiternutzen: handelsübliche Barcode-Scanner und Waagen lassen sich anbinden.
  • Ein Bestand: Kasse und Online-Hofladen führen dieselben Artikel und denselben Lagerbestand.
  • Bargeld ohne Abzug: Auf bar vereinnahmte Beträge fallen keine Plattform-Marge und keine Transaktionsgebühr an. Über Farmerino läuft dabei kein Geld. Vereinnahmung, Quittierung und Aufzeichnung liegen bei dir.

Erste Kasse enthalten, jede weitere 25 € im Monat. Für eine zweite Verkaufsstelle – Hofcafé, Marktstand, zweiter Tresen – legst du unter Kasse → Kassen eine weitere Kasse an. Sie wird ab der nächsten Abrechnung berechnet, eine stillgelegte Kasse fällt zur nächsten Abrechnung aus der Zählung. Gezählt wird bei jeder Abbuchung neu.

Barzahlung bei Lieferung ist ein eigener Schalter und standardmäßig aus: Vorgesehen ist Bargeld bei der Selbstabholung. Bar kassiert wird auf Touren, die du selbst fährst. Übernimmt ein Fahrbetrieb ein Liefergebiet, wird dort ohne Übergabe abgestellt und online bezahlt.

Sicherheitseinrichtung und Meldepflicht: Die gesetzlich vorgeschriebene TSE nach § 146a AO wird nach der Buchung für deinen Betrieb eingerichtet. Steht sie bereit, ist die Meldung deiner Kasse beim Finanzamt fällig – Farmerino bereitet sie unter Kassenmeldung vor, absenden musst du sie selbst.

15.3 Das Kassenpaket buchen
  1. Auf „Jetzt buchen“ klicken.
  2. Karte oder Link im Bezahlfeld hinterlegen und die Zahlung bestätigen.
  3. Das Paket ist sofort aktiv, die Einrichtung der Sicherheitseinrichtung startet automatisch.
  4. Unter Kasse → Einrichtung die restlichen Schritte erledigen. Danach kannst du kassieren.

Voraussetzung ist ein eingerichtetes Verkäuferkonto mit Hofladen. Ein Konto, das ausschließlich als Dienstleister geführt wird, kann die Kasse nicht buchen – der Kontotyp lässt sich in den Einstellungen ändern.

Du zahlst nie für eine Kasse, die nicht kassieren kann

Lässt sich für deinen Betrieb keine Sicherheitseinrichtung bereitstellen, wird die Buchung abgelehnt, bevor ein Zahlungsvorgang entsteht. Der Knopf zeigt dann „Zurzeit nicht buchbar“ und nennt den Grund.

Fällt die Kasse bei einem bereits gebuchten Paket in diesen Zustand, wird die nächste Abbuchung übersprungen und der Termin um einen Monat verschoben. Die Periode, in der du nicht verkaufen kannst, ist kostenfrei.

15.4 Abrechnung, Preisgarantie und Kündigung

Zusatzpakete werden monatlich im Voraus über die bei der Buchung hinterlegte Zahlungsmethode eingezogen. Aktivierungsdatum und nächster Abbuchungstermin stehen auf der Paketkarte.

Keine Mindestlaufzeit. Du kündigst jederzeit zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode. Bis dahin bleibt das Paket nutzbar. Danach entfällt die gebührenfreie Bargeldannahme, und weitere Kassen werden nicht mehr berechnet. Bereits gezahlte Monatsbeträge werden nicht anteilig erstattet.

Bestandspreisgarantie. Der bei der Buchung ausgewiesene Monatspreis gilt für die gesamte Dauer deines Pakets. Eine Preisänderung wirkt nur für Neubuchungen. Senkt Farmerino einen Preis, gilt die Senkung auch für dich.

Wenn eine Abbuchung scheitert: Farmerino versucht es in den Folgetagen erneut. Nach drei aufeinanderfolgenden erfolglosen Versuchen wird das Paket deaktiviert.

Wenn deine Karte eine Bestätigung verlangt (3-D-Secure), ist das kein Fehlversuch, sondern eine offene Handlung. Der Hinweis „Zahlung bestätigen“ steht dann ganz oben im Reiter Zusatzpakete, und du wirst zusätzlich per E-Mail aufgefordert. Verlangt derselbe Vorgang auch im dritten Abrechnungslauf noch eine Bestätigung, endet das Paket.

Farmerino kann einzelnen Betrieben ein Paket unentgeltlich gewähren, etwa im Rahmen einer Aktion. Solche Pakete werden nicht abgerechnet.

15.5 Externe Werbung – Budget ab 50 € je Woche

Farmerino bewirbt deinen Hof oder ausgewählte Produkte auf externen Kanälen – Suchmaschinen und soziale Netzwerke, etwa Google und Meta. Du legst Budget und Ziel fest, Gestaltung und Ausspielung übernimmt das Team.

Was du dafür bekommst: Dein Budget geht vollständig an die Werbenetzwerke. Farmerino schlägt nichts auf und berechnet die Erstellung und Betreuung der Anzeigen nicht zusätzlich.

So buchst du:

  1. Wochenbudget eintragen. Das Mindestbudget beträgt 50 € je Woche.
  2. Ziel wählen: Meinen Hof oder Bestimmte Produkte. Bei Produkten hakst du sie aus deinem Sortiment an – beworben werden ausschließlich eigene Produkte, das prüft der Server bei jeder Buchung nach.
  3. Automatisch wöchentlich verlängern ein- oder ausschalten.
  4. Mit Karte oder Link bezahlen und die Zahlung bestätigen.

Du kannst mehrere Kampagnen parallel laufen lassen, etwa deinen Hof und einzelne Produkte getrennt bewerben. Voraussetzung ist ein eingerichtetes, aktives Verkäuferkonto – Werbung für einen Hofladen ohne Sortiment verbrennt nur Budget.

Was die Buchung zusagt und was nicht

Farmerino wählt Kanäle, Platzierung, Gestaltung und Zeitpunkt nach billigem Ermessen. Eine bestimmte Reichweite, Zahl an Einblendungen oder Klicks oder ein bestimmter wirtschaftlicher Erfolg ist damit nicht zugesagt. Anzeigen werden als Werbung gekennzeichnet, soweit das Gesetz und der jeweilige Kanal es verlangen.

Für Richtigkeit, Verfügbarkeit und Rechtmäßigkeit der beworbenen Inhalte bist du verantwortlich.

Gebuchte Werbung wirkt ausschließlich außerhalb von Farmerino. Auf die Reihenfolge der Angebote innerhalb der Plattform hat sie keinen Einfluss.

15.6 Werbeaufträge verwalten und beenden

Unter „Deine Werbeaufträge“ steht jede Buchung mit Budget, Ziel und Zustand. Eine Abrechnungsperiode dauert sieben Tage.

  • Aktiv: seit wann der Auftrag läuft und – bei eingeschalteter Verlängerung – wann das Budget erneut eingezogen wird. Ohne Verlängerung steht dort, bis wann er läuft.
  • Ausspielung: Solange das Team die Kampagne noch startet, steht „Ausspielung wird vom Team gestartet“. Danach siehst du, seit wann ausgespielt wird.
  • Zahlung noch offen: Der Auftrag ist angelegt, die Zahlung fehlt. Du kannst ihn verwerfen.
  • Verlängerung fehlgeschlagen: Nach drei erfolglosen Abbuchungen endet die automatische Verlängerung.

Verlängerung abschalten geht jederzeit über den Schalter Auto an der Zeile. Der Auftrag läuft dann bis zum Ende der bezahlten Woche und endet danach. Es wird kein weiteres Budget eingezogen.

Beenden hält die Ausspielung an. Das bereits bezahlte Budget wird nicht erstattet, soweit die Ausspielung beauftragt oder erbracht ist, und ein beendeter Auftrag lässt sich nicht wieder aktivieren – für eine Fortsetzung buchst du neu. Deshalb wird vor dem Beenden nachgefragt.

15.7 Das Kleingedruckte

Die verbindlichen Regeln stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Abschnitt 18 zu den kostenpflichtigen Zusatzpaketen, Abschnitt 19 zur externen Werbung. Die Pflichten rund um den Kassenbetrieb – Sicherheitseinrichtung, Belegausgabe und Archivierung – regelt Abschnitt 20.

Welche Werbeplattformen eingesetzt werden und welche Daten dabei verarbeitet werden, steht in Abschnitt 12 der Datenschutzerklärung.

Kosten und Erlöse deiner Pakete und Werbebuchungen findest du im Finanzbereich wieder (Kapitel 6).

16 Erweiterte Funktionen

Was neben Sortiment, Bestellungen und Auslieferung zu deinem Arbeitstag gehört.

Vier Themen, die früher hier standen, sind inzwischen dort beschrieben, wo sie hingehören: der Verkauf am Tresen in Kapitel 12, Hofladen-Kasse, Preise, Buchung und Kündigung in Kapitel 15, Pakete & Werbung, die Bestellung ohne Kundenkonto in Kapitel 8, Bestellungen bearbeiten, und der Weg zum Team in Kapitel 18, Hilfe & Support.

16.1 Benachrichtigungen & Push

Du erhältst In-App-Benachrichtigungen und optional Push-Benachrichtigungen im Browser über:

  • Neue Bestellungen
  • Zahlungseingänge
  • Statusänderungen
  • Bestandswarnungen
  • Abo-Erinnerungen
  • Neue Bewertungen

Die Glocke in der Navigationsleiste zeigt ungelesene Benachrichtigungen. Klicke darauf, um alle zu sehen und als gelesen zu markieren.

Unter Einstellungen → Benachrichtigungen kannst du Push-Benachrichtigungen aktivieren und pro Kategorie ein- oder ausschalten.

16.2 Dashboard

Dein Dashboard ist der Einstieg in den Arbeitstag – hier siehst du auf einen Blick, was ansteht und wo Handlungsbedarf besteht. Es hat zwei Reiter:

Überblick

Ganz oben der Handlungsbedarf: was heute liegen bleibt, wenn du nichts tust – jeder Eintrag mit dem Sprung dorthin.

  • Offene Bestellungen, die auf Annahme warten
  • Sendungen mit gekauftem Etikett, die noch auf Übergabe warten
  • Versandprobleme und Abo-Risiken (z. B. Zahlungsfehler)
  • Fehlende Angaben aus Einrichtung und Profil

Darunter die Schnellaktionen in drei Gruppen – Tagesgeschäft, Sortiment, Betrieb – und die vier Tageszahlen. Weiter unten stehen links der Tagesplan mit Aufträgen und Packliste, rechts die Geschäftslage (Umsatz für Woche, Monat und gesamt, Bestellungen, Durchschnittswert, wiederkehrender Abo-Umsatz, neue und gesamte Kundenzahl, Stammkundenrate) und darunter die Betriebs-Kontrolle. Den Abschluss bilden deine meistverkauften Artikel des Monats.

Bewertungen

Was Kunden über deinen Hof schreiben. Hier siehst du neue Bewertungen, antwortest direkt darauf und behältst deinen Durchschnitt im Blick.

Tipp: Beginne den Tag im Dashboard – so verpasst du keine offene Bestellung, keine fällige Abo-Ausführung und keinen Versandfall.

16.3 Bewertungen beantworten

Kunden können nach einer zugestellten Bestellung eine Bewertung abgeben (1–5 Sterne + optionaler Kommentar). Als Partner kannst du auf jede Bewertung antworten:

  1. Gehe zu deinem Dashboard und öffne den Tab „Kunden“.
  2. Du siehst alle eingegangenen Bewertungen mit Sternebewertung und Kommentar.
  3. Klicke auf „Antworten“, um eine Antwort zu verfassen.
  4. Deine Antwort wird unter der Kundenbewertung auf deiner Shop-Seite öffentlich angezeigt.
  5. Du kannst bestehende Antworten jederzeit bearbeiten.

Deine Durchschnittsbewertung wird direkt im Shop-Header als Sterne angezeigt und ist für alle Kunden sichtbar.

Tipp: Antworte freundlich und zeitnah auf Bewertungen – auch auf kritische. Das zeigt anderen Kunden, dass du Feedback ernst nimmst.

16.4 Warenkorb-Abonnements steuern

Kunden können bei dir Warenkorb-Abonnements einrichten – wiederkehrende Bestellungen, die automatisch im gewählten Intervall ausgelöst werden (wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich). Unter „Abos“ in der Navigation findest du deine Abo-Zentrale:

  • Fällige Ausführungen – Abos, die in Kürze ausgelöst werden und deine Aufmerksamkeit brauchen.
  • Risiken – Abos mit Zahlungsproblemen. Nach 3 fehlgeschlagenen Zahlungen wird ein Abo automatisch pausiert.
  • Nächste 7 Tage – Vorschau auf die kommenden Abo-Bestellungen zur Planung deiner Produktion.
  • Inaktive Abos – Pausierte und gekündigte Abonnements.

Abo-Bestellungen werden automatisch erstellt und abgerechnet – du musst sie lediglich wie reguläre Bestellungen annehmen und ausliefern.

Warum Abos hilfreich sein können: Wiederkehrende Bestellungen erleichtern die Mengenplanung. Pflege Bestand und Verfügbarkeit der enthaltenen Artikel besonders sorgfältig.

16.5 Shop-Galerie

Zeige deinen Hof, deine Arbeit und deine Produkte in einer Bildergalerie auf deiner Shop-Seite:

  • Lade bis zu 10 Bilder hoch.
  • Jedes Bild kann individuell in der Größe angepasst werden (Spalten- und Zeilenbreite), um ein ansprechendes Mosaik-Layout zu erzeugen.
  • Die Galerie wird auf deiner Shop-Seite prominent unterhalb deiner Beschreibung angezeigt.

Nutze die Galerie, um deinen Betrieb nachvollziehbar zu zeigen: Fotos von Ernte, Tieren, Landschaft oder Produktion geben Kunden einen konkreten Eindruck von deiner Arbeit.

17 Tipps für deinen Erfolg

Worauf es bei Produktdarstellung, Abläufen und Wiederbestellungen ankommt.

Hochwertige Bilder

Investiere in gute Produktfotos. Professionelle Bilder steigern die Kaufbereitschaft enorm. Zeige deine Produkte frisch, appetitlich und in natürlichem Licht.

Aussagekräftige Beschreibungen

Beschreibe nicht nur das Produkt, sondern auch die Geschichte dahinter. Kunden kaufen bei Direktvermarktern, weil sie Transparenz und Authentizität schätzen.

Bestellungen zeitnah bearbeiten

Prüfe eingehende Bestellungen regelmäßig. Aktiviere die automatische Annahme nur, wenn Bestand und Lieferfähigkeit verlässlich gepflegt sind.

Staffelpreise nutzen

Mengenrabatte können größere Bestellungen attraktiver machen. Kalkuliere jede Staffel so, dass sie für deinen Betrieb wirtschaftlich bleibt.

Zuverlässigkeit

Halte zugesagte Liefertage und Zeitfenster ein. Nutze den Tourenplaner, um Stopps in eine praktikable Reihenfolge zu bringen.

Community nutzen

Tritt der WhatsApp-Community bei und tausche dich mit anderen Farmerino-Partnern aus. Dort erhältst du Tipps, Erfahrungsberichte und Updates.

18 Hilfe & Support

So erreichst du uns, wenn du Unterstützung brauchst.

Unser Team unterstützt dich bei Fragen per WhatsApp, Telefon oder E-Mail. Achte bei E-Mail-Kontakt darauf, dass die Absenderadresse info@farmerino.de ist, um Betrugsversuche zu erkennen.

Wobei das Team dich unterstützt:

  • Einrichtung deines Hofladens und Schärfung deiner Darstellung
  • Technische Fragen zur Plattform
  • Die verfügbaren Vermarktungswerkzeuge und ihr sinnvoller Einsatz
  • Einweisung in die Plattform, auch für weitere Personen im Betrieb