Worum geht es?
CrowdFarming ist ein 2017 in Valencia gegründeter, kuratierter europäischer Direktvermarktungs-Marktplatz mit eigener Marke und eigenem Kundenstamm: Verbraucher übernehmen eine Patenschaft (adoptieren einen Baum, ein Tier oder eine Parzelle) oder bestellen Boxen vor, und der Erzeuger versendet die Ernte EU-weit direkt aus dem Hof. Es ist keine Self-Service-Shop-Software für den eigenen Hofladen-Kanal, sondern eine Plattform, die Reichweite, Logistik, Zahlungsabwicklung und Endkunden-Support mitbringt. Erzeuger bewerben sich und werden selektiv durch Agronomen aufgenommen. Das Erlösmodell ist eine Provision auf den vom Erzeuger festgelegten Preis (im Jahresschnitt rund 22 Prozent, zur Einführung auf 16 Prozent reduziert, bei Niedrigpreisprodukten bis 32 Prozent). Hinzu kommen die über Stripe Connect abgewickelte Zahlungsabwicklung (laut Anbieter rund 4 Prozent des Endpreises. Im Rechenbeispiel etwa 0,30 Euro pro Kilogramm) sowie Kommissionierung und Verpackung mit rund 3 bis 4 Euro pro Kiste – die Kosten stapeln sich also auf den Warenwert. Eine Monats- oder Setup-Gebühr ist nicht ausgewiesen. Gebühren fallen nur bei Verkauf an.
Farmerino und CrowdFarming im direkten Vergleich
Stand Juni 2026. Alle Angaben zu CrowdFarming in diesem Vergleich beruhen auf öffentlich verfügbaren Anbieterangaben und können sich ändern. Die Quellen stehen am Seitenende.
ZielgruppePrivat, Gastro, Großhandelselektiv, EU-Versand
Einrichtungonline + UnterstützungBewerbung + Auswahl
Kostenmodell3,9 % zzgl. USt. · max. 149 €/Mo~22 % + Zahlung + Verpackung
Inklusiv-Leistungen / ZusatzkostenvorhandenHofladen inklusivenicht vorhandenkein Funktionsbaukasten
Vertragsbindungvorhandenkeinenicht eindeutig belegtnicht ausgewiesen
Abholung am Hofvorhandenfrei kombinierbarnicht vorhandennicht vorgesehen
Eigene Lieferungvorhandenmit Liefergebietennicht vorhandenzentral gesteuert
Tourenplanungvorhandennicht vorhanden
Paketversand / KühlversandvorhandenDPD + Kühlklassennicht eindeutig belegtzentral, ohne Kühlklassen
LMIV / Varianten / Pfandvorhandennicht vorhandennicht dokumentiert
ZahlungsabwicklungvorhandenStripe, täglichStripe Connect, ~14 Tage
Datenexport / BuchhaltungvorhandenCSV/PDF/DATEVnicht eindeutig belegtkein DATEV
Persönliche BegleitungvorhandenSupport auf Wunschnicht eindeutig belegtzentral, kein fester
Kassensystemvorhanden99 €/Monat zzgl. USt. · ohne Transaktionsgebührnicht vorhanden
Gebündelte Lieferung und Fahrerleistungenvorhandenein Gebiet, mehrere Höfenicht vorhanden
Wann passt Farmerino besser?
- Du willst einen eigenen Online-Hofladen unter deiner Marke betreiben statt über einen fremden Marktplatz mit dessen Markenauftritt zu verkaufen.
- Dir ist ein planbarer Preis wichtig, mit 3,9 % zzgl. USt. je Verkauf auf abgeschlossene Bestellungen und einem Deckel von 149 € pro Monat und Verkäufer – statt einer Provision plus separater Zahlungs- und Verpackungskosten, die sich auf den Warenwert stapeln.
- Du möchtest Abholung am Hof, eigene Lieferung mit Tourenplanung und bundesweiten Paketversand frei kombinieren statt dich auf den zentral gesteuerten EU-Versand festzulegen.
- Du verkaufst gewichtsvariable Produkte (z. B. Fleisch oder Käselaibe) oder Pfandartikel und brauchst variable Gewichtsabrechnung, Varianten und ein integriertes Pfandsystem ab Werk.
- Du brauchst LMIV-Pflichtangaben (Allergene, Nährwerte, Herkunft) direkt am Artikel und einen DATEV-Export für Buchhaltung und Steuerberater.
- Du möchtest ein Konto ohne Auswahlverfahren anlegen. Vor der Veröffentlichung vervollständigst du Produkte, Pflichtangaben, Vertriebsweg und Zahlungsstatus.
- Du verkaufst überwiegend regional und brauchst die lokale Abholung und eigene Lieferung als Kanal, die im CrowdFarming-Versandmodell nicht vorgesehen sind.
- Du willst am Hofladen-Tresen bar kassieren: Das Kassensystem-Paket verbindet eine geräteunabhängige Kasse mit gebührenfreier Barzahlung, für 99 € im Monat zzgl. USt.
- Du willst vorhandene Kassen-Hardware weiterverwenden: Barcode-Scanner arbeiten treiberlos als Tastatur, Etikettenwaagen über den Instore-Barcode und Tresenwaagen live über die serielle Verbindung. Für Tresen, Hofcafé und Marktstand legst du mehrere Kassen an, jede weitere für 25 € im Monat zzgl. USt.
Wechsel oder Parallelbetrieb schrittweise umsetzen
Ein Parallelbetrieb ist technisch möglich. Du kannst regionale Abholung und eigene Lieferung über Farmerino organisieren und eine bestehende CrowdFarming-Teilnahme für den EU-Versand weiterführen. Produkte, Preise, Bestände und Bestellungen müssen dann in beiden Systemen abgestimmt werden. Prüfe vorab die für deinen Hof geltenden CrowdFarming-Bedingungen, insbesondere mögliche Exklusivität oder saisonale Bindung.
Häufige Fragen
Ist Farmerino eine gute CrowdFarming Alternative?
Das hängt von deinem Vertriebsmodell ab. CrowdFarming ist ein kuratierter EU-Marktplatz mit eigener Marke und eigener Reichweite, auf den du dich bewirbst und über den du EU-weit versendest. Die Aufnahme erfolgt selektiv durch Agronomen. Farmerino ist eine eigenständige Software für deinen eigenen Online-Hofladen unter deiner Marke, mit der du Abholung am Hof, eigene Lieferung mit Tourenplanung und bundesweiten Paketversand frei kombinierst – mit einem bestellabhängigen Kostenmodell ohne Monatsgebühr. Wenn du einen eigenen Shop, regionale Abholung und eigene Lieferung, LMIV-Felder, Pfand und variable Gewichtsabrechnung brauchst oder unabhängig von einem Marktplatz verkaufen willst, ist Farmerino eine sinnvolle Alternative.
Was kostet Farmerino im Vergleich zu CrowdFarming?
Es gibt keine Einrichtungs- und keine Monatsgebühr. Farmerino berechnet 3,9 % zzgl. USt. auf den Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen, gedeckelt auf 149 € pro Monat und Verkäufer. Der Kunde trägt zusätzlich 0,25 € Bearbeitungsgebühr pro Bestellung sowie 2,5 % des Bestellwerts zuzüglich 0,25 € je Zahlungsvorgang. Es gibt keine Mindestlaufzeit. Die optionale Tresen-Kasse ist ein separates Paket für 99 € pro Monat zzgl. USt. CrowdFarming zieht eine Provision auf den vom Landwirt festgelegten Preis ein (im Jahresschnitt rund 22 Prozent, zur Einführung 16 Prozent, bei Niedrigpreisprodukten bis 32 Prozent) und berechnet zusätzlich Zahlungsabwicklung (laut Anbieter rund 4 Prozent des Endpreises) sowie Kommissionierung und Verpackung (rund 3 bis 4 Euro pro Kiste). Eine Monats- oder Setup-Gebühr ist nicht ausgewiesen. Die prozentuale Belastung des Warenwerts fällt bei CrowdFarming deutlich höher aus, und die Zusatzkosten für Zahlungsabwicklung sowie Kommissionierung und Verpackung stapeln sich obendrauf. Bitte prüfe die jeweils aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter.
Welche Kosten fallen bei Farmerino zusätzlich an?
Es gibt keine Einrichtungs- und keine Monatsgebühr. Farmerino berechnet 3,9 % zzgl. USt. auf den Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen, gedeckelt auf 149 € pro Monat und Verkäufer. Der Kunde trägt zusätzlich 0,25 € Bearbeitungsgebühr pro Bestellung sowie 2,5 % des Bestellwerts zuzüglich 0,25 € je Zahlungsvorgang. Es gibt keine Mindestlaufzeit. Die optionale Tresen-Kasse ist ein separates Paket für 99 € pro Monat zzgl. USt. Im Grundmodell enthalten sind der Online-Hofladen, Abholung, eigene Lieferung, DPD-Paketversand, Tourenplanung, LMIV-Felder, Varianten und Preisstaffeln, variable Gewichtsabrechnung, Pfandverwaltung, Stripe-Zahlung sowie CSV-, PDF- und DATEV-Export. Persönliche Unterstützung ist auf Wunsch verfügbar. Optionale Pakete werden separat berechnet. Die Tresen-Kasse kostet 99 € pro Monat zzgl. USt.
Wie unterscheidet sich die Reichweite von CrowdFarming und Farmerino?
CrowdFarming bündelt Angebote unter der Marke des Marktplatzes und bringt eine bestehende EU-weite Nachfrage mit. Bei Farmerino betreibst du einen Hofladen unter deiner eigenen Marke. Der Shop kann über indexierte Hof-, Stadt- und Regionsseiten sowie die Umkreissuche gefunden werden. Diese Auffindbarkeit ersetzt keine eigene Vermarktung und garantiert keine Bestellungen. Wer darüber hinaus auffallen will, kann Werbung und Aktionen dazubuchen: Farmerino bewirbt den Hof oder einzelne Produkte extern, das Budget bestimmt der Hof, und Farmerino schlägt nichts darauf auf.
Kann ich bei Farmerino regional abholen lassen und selbst liefern?
Ja. Bei Farmerino sind die Abholung am Hof und die eigene Lieferung zwei von drei frei kombinierbaren Vertriebswegen, mit Liefergebieten nach Entfernung oder Postleitzahl, Mindestbestellwerten und automatischer Tourenplanung nach dem Milchmann-Prinzip – ohne Aufpreis im Funktionsumfang enthalten. CrowdFarming ist ein zentral gesteuerter EU-Versand-Marktplatz. Eine lokale Abholung am Hof oder eine erzeugereigene Liefertour ist im Modell nicht vorgesehen, und die Liefersteuerung liegt zentral bei CrowdFarming. Eine lokale Abholung über die Schwärmereien ist ein davon getrennter Vertriebsweg. Die Details für Erzeuger sind öffentlich nicht abschließend beschrieben.
Unterstützt CrowdFarming LMIV-Kennzeichnung, Pfand und Gewichtsabrechnung wie Farmerino?
Bei Farmerino sind LMIV-Felder (Allergene, Nährwerte, Herkunft, Zutaten) direkt am Artikel enthalten und vor dem Kauf sichtbar, dazu Artikelvarianten, variable Gewichtsabrechnung und ein integriertes Pfandsystem – alles ohne Zusatz-App und ohne Aufpreis. Bei CrowdFarming sind diese erzeugerseitigen Detailfunktionen für die DACH-Direktvermarktung nicht dokumentiert. CrowdFarming ist ein zentral gesteuerter Versand-Marktplatz, und ob bzw. wie diese Anforderungen abgebildet werden, ist nicht eindeutig.
Muss ich mich bewerben, um Farmerino oder CrowdFarming zu nutzen?
Für ein Farmerino-Konto gibt es kein Auswahlverfahren. Vor der Veröffentlichung müssen Produkte, Bilder, Pflichtangaben, Vertriebsweg und Zahlungsstatus vollständig sein. Bei CrowdFarming bewerben sich Erzeuger über ein Formular. Nach den ausgewerteten Angaben prüft CrowdFarming das Projekt und entscheidet über die Aufnahme.
Wie werden Erzeuger bei Farmerino und CrowdFarming ausgezahlt?
Bei Farmerino erfolgt die Auszahlung über Stripe täglich, mit einer Sicherheitsverzögerung von 14 Tagen als Rückgabefrist zur Absicherung vor Stornierungen. CrowdFarming zahlt ebenfalls über Stripe (Stripe Connect) aus, mit einer Auszahlung an die Landwirte in rund 14 Tagen – nach eigener Darstellung 89 Prozent schneller als traditionelle Lieferketten. Beide Anbieter nutzen damit Stripe, der wesentliche Unterschied liegt nicht in der Auszahlung, sondern im Geschäftsmodell und in der Gebührenstruktur.
Wie hängen CrowdFarming und Marktschwärmer zusammen?
Das Schwärmereien-Angebot gehört zu CrowdFarming und bildet den lokalen Abholkanal. Das klassische CrowdFarming-Modell ist auf EU-weiten Versand ausgerichtet. Der Ratgeber Marktschwärmer ist jetzt CrowdFarming (/ratgeber/marktschwaermer-crowdfarming-uebernahme) ordnet die Folgen für Konditionen, Kundenbeziehung und Sortiment ein. Farmerino bleibt davon unabhängig und stellt einen eigenen Online-Hofladen ohne Monatsgebühr und ohne Mindestlaufzeit bereit.
Muss ich bei Farmerino meine Kunden selbst gewinnen?
Nein, nicht allein. Dein Hofladen ist Teil von farmerino.de und wird darüber gefunden: Jeder aktive Hofladen bekommt eine eigene, von Suchmaschinen indexierte Seite, erscheint auf den Stadt- und Regionsseiten und ist über die Umkreissuche auffindbar - Kunden, die nach regionalen Lebensmitteln in ihrer Nähe suchen, landen so direkt bei dir. Dazu kommen die Themenseiten der Plattform, etwa der Saisonkalender und die Ratgeber, über die Verbraucher auf die angeschlossenen Höfe stoßen. Zusätzlich arbeitet Farmerino mit reichweitenstarken Communities aus dem Umfeld bewusster, regionaler Ernährung zusammen. Die erste feste Kooperation umfasst rund 45.000 Mitglieder. Wer darüber hinaus auffallen will, kann Werbung und Aktionen dazubuchen: Farmerino bewirbt den Hof oder einzelne Produkte extern, das Budget bestimmt der Hof, und Farmerino schlägt nichts darauf auf. Dein eigenes Marketing bleibt daneben wertvoll, und wer seine Stammkunden mitbringt, startet schneller. Der Unterschied ist, dass du nicht ausschließlich darauf angewiesen bist - anders als bei reiner Shop-Software, die dir nur die Werkzeuge gibt.
Quellen
Stand Juni 2026. Angaben zu CrowdFarming stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und können sich ändern.
- CrowdFarming – Preistransparenz: Wie viel bekommt der Landwirt? (Provision, Zahlungs- und Verpackungskosten)
- CrowdFarming FAQ – Economic transparency (Provision/Gebühren, Beitritt kostenlos)
- CrowdFarming FAQ – How can I become a farmer? (Bewerbung, Auswahl durch Agronomen)
- CrowdFarming FAQ – How do I plan my shipments? (Versand, CrowdSender, Tourensteuerung)
- CrowdFarming FAQ – Are all the products organic? (Bio-Ausrichtung)
- CrowdFarming – Start your project (Onboarding/Bewerbung)
- Stripe – CrowdFarming pays farmers 89% faster (Stripe Connect, Auszahlung, Reichweite, Farmer Zone)
- Utopia – CrowdFarming: So funktioniert das Prinzip (Drittquelle, Adoptionsmodell)
- Verbraucherzentrale – App-Test CrowdFarming (Drittquelle, Endpreise/Verbrauchersicht)
- Farmerino Funktionen
