Was bedeutet „kostenlos“ bei Shop-Software?
„Kostenlos“ kann einen begrenzten Tarif, einen kostenlosen Einstieg oder den Verzicht auf eine Monatsgebühr bezeichnen. Daraus folgt weder automatisch ein bestimmtes Datenmodell noch ein dauerhaft kostenfreier Betrieb. Für eine belastbare Bewertung brauchst du die Preisübersicht, Vertragsbedingungen, Datenschutzerklärung und Liste der eingesetzten Dienstleister.
Die zentrale Frage lautet: Welche Gegenleistung fällt wann an? Dazu gehören Geldzahlungen ebenso wie Werbung im Shop oder die Nutzung von Analyse- und Marketingdiensten. Behauptungen über einen konkreten Anbieter solltest du nur aus dessen aktuellen Unterlagen ableiten.
Primärquelle zum Datenschutz: DSGVO (VO (EU) 2016/679).
Drei Finanzierungsmodelle im Vergleich
Hofladen-Software kann über eine Monatslizenz, transaktionsabhängige Gebühren, Werbung oder eine Kombination daraus finanziert werden. Vergleiche die vollständigen Kosten und die Datenverarbeitung:
| Modell | Kostenlogik | Zu prüfen |
|---|---|---|
| Abo / Lizenz | feste Gebühr je Abrechnungszeitraum | Mindestlaufzeit, Zusatzmodule, Zahlungsgebühren |
| Werbe- / Reichweitenmodell | Werbeerlöse oder bezahlte Reichweite | Werbeflächen, Einwilligungen, Datenempfänger |
| Transaktionsabhängig | Gebühr bei Bestellungen oder Zahlungen | Bemessungsgrundlage, Deckel, Käufer- und Verkäuferentgelte |
Farmerino nutzt für den Online-Hofladen eine Plattform-Marge auf abgeschlossene Bestellungen. Die vollständigen Kunden- und Verkäuferentgelte gehören in die Kalkulation. Optionale Pakete werden separat berechnet. Den Break-even gegen ein Abo rechnest du auf der Seite Online-Hofladen kostenlos vs. Abo.
Was Nutzungsdaten in der Praxis bedeuten
„Nutzungsdaten“ klingt abstrakt. Konkret geht es um Signale, die entstehen, sobald jemand deinen Shop, deine App oder eingebettete Drittanbieter-Tools nutzt:
- Sitzungen und Klickpfade – welche Seiten, wie lange, welche Produkte
- Geräte- und Reichweitenprofile – oft über Cookies, Pixel oder SDKs von Werbe- und Analyseplattformen
- Audience-Building – Zielgruppen, die für Werbung oder Partnerangebote interessant sind
- Weitergabe an Ad-Ökosysteme – wenn Tracker von Meta, Google oder ähnlichen Netzen eingebunden sind
Ob das bei einem konkreten Anbieter passiert, steht in der Datenschutzerklärung und in den eingebundenen Drittanbieter-Listen – nicht im Marketing-Slogan „100 % kostenlos“. Als Hof solltest du genau dort nachlesen, bevor du Kundendaten in ein fremdes System legst.
Checkliste: Fragen an jeden Anbieter
Bevor du eine „kostenlose“ Hofladen-Software wählst, stelle diese Fragen schriftlich – und behalte die Antwort:
- Womit verdient ihr Geld? Abo, Provision, Werbung, Datenprodukte, Mischmodell?
- Welche Tracker und Drittanbieter laufen im Shop (Pixel, Tag-Manager, Analyse-SDKs)?
- Werden Nutzungs- oder Kundendaten an Werbenetzwerke, Datenbroker oder Partner weitergegeben oder verkauft?
- Wo stehen die Server? und unter welchem Datenschutzrecht arbeitet der Anbieter?
- Kann ich den Shop ohne Werbung und ohne Tracking-Upsell betreiben?
- Was passiert mit meinen Kundendaten bei Kündigung oder Export?
Fehlen klare Antworten, kannst du Kosten, Datenschutz und Exportfähigkeit nicht belastbar bewerten. Mehr Kriterien zum Software-Vergleich findest du unter Hofladen-Software vergleichen.
Das veröffentlichte Kostenmodell von Farmerino
Für den Online-Hofladen veröffentlicht Farmerino folgende Konditionen:
- Keine Einrichtungs- oder monatliche Plattformgebühr und keine Mindestlaufzeit
- 3,9 % Plattform-Marge zzgl. USt. auf den Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen, für alle Verkäufer gleich, gedeckelt auf 149 €/Monat
- Kundenentgelte: 0,25 € Bearbeitungsgebühr je Bestellung sowie 2,5 % des Bestellwerts zuzüglich 0,25 € je Zahlungsvorgang
- Optionale Pakete, etwa die Hofladen-Kasse, werden separat berechnet
Welche Analyse- und Marketingdienste eingesetzt werden und auf welcher Grundlage Daten verarbeitet werden, steht in den Datenschutz- und Einwilligungshinweisen. Preis- und Datenmodell bleiben zwei getrennte Prüfpunkte. Den Funktionsumfang erklärt die Seite Funktionen.
Wer sieht welche Daten, wenn ein Fahrbetrieb liefert?
Bei der Auslieferung erhält der Fahrbetrieb die für Übergabe und Route erforderlichen Angaben, darunter Name und Lieferadresse. Vertrag, Rollen und Zugriffsrechte müssen deshalb vor der ersten Lieferung festgelegt sein.
Deshalb steht am Anfang ein Vertrag, nicht eine Checkbox. Zwischen dir und dem Fahrbetrieb wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO geschlossen – beide bestätigen ihn direkt in der Plattform, und erst danach verkauft dein Shop in sein Gebiet. Der Fahrbetrieb ist damit dein Auftragsverarbeiter, nicht ein weiterer Empfänger, der mit den Daten machen kann, was er will.
Und in die andere Richtung: Das Lieferfenster, das dein Kunde sieht, wird aus der berechneten Route und der Startzeit geschätzt – ohne GPS und ohne Standortdaten des Fahrzeugs. Auch der Fahrbetrieb wird nicht getrackt. Das ist dieselbe Haltung, die dieser Ratgeber weiter oben für deine Shop-Daten beschreibt.
Zwei verschiedene Fragen: Preis vs. Datenmodell
Für die Auswahl sind zwei Entscheidungen getrennt zu prüfen:
- Preisfrage: Abo mit Fixkosten oder Marge nur bei Verkauf? → kostenlos vs. Abo
- Datenfrage: Wer bezahlt den Betrieb, wenn nichts Sichtbares anfällt – und was passiert mit Nutzungssignalen? → diese Seite
Ein Abo kann datensparsam sein. Ein Gratis-Tarif kann Werbung oder Analyse- und Marketingdienste einsetzen. Entscheidend sind die konkreten Bedingungen des Anbieters. Prüfe beides getrennt, bevor du Kundschaft und Hofmarke in eine Plattform gibst.
Unterlagen vor der Auswahl prüfen
Vergleiche vor der Registrierung Preisübersicht, Vertragsbedingungen, Datenschutzerklärung, eingesetzte Dienstleister und Exportmöglichkeiten. Wenn das transaktionsabhängige Modell zu deinem Betrieb passt, kannst du das Konto online registrieren. Eine Kreditkarte ist für die Registrierung nicht erforderlich. Es gibt keine Mindestlaufzeit.
Häufige Fragen
Was bedeutet „kostenlose Hofladen-Software“?
Der Begriff kann einen Gratis-Tarif, einen kostenlosen Einstieg oder den Verzicht auf eine Monatsgebühr bezeichnen. Prüfe, welche Funktionen enthalten sind, welche Gebühren später anfallen und ob Werbung oder zusätzliche Dienste zum Modell gehören.
Bedeutet ein Gratis-Tarif automatisch, dass meine Kundendaten verkauft werden?
Nein, nicht automatisch. Es gibt seriöse Gratis-Einstiege mit späterem Abo oder klarem Provisionsmodell. Je undurchsichtiger die Finanzierung, desto wichtiger sind Datenschutzerklärung und Drittanbieter-Liste. Datenverkauf ist nur eine mögliche Logik neben Audience-Building und eingebetteter Werbung.
Woran erkenne ich ein werbe- oder reichweitenfinanziertes Shop-Modell?
Prüfe Preisübersicht, sichtbare Werbeflächen, Einwilligungsdialog, Datenschutzerklärung und die dort genannten Werbe- und Analysedienste. Frage den Anbieter, welche Daten zu welchem Zweck an welche Empfänger übermittelt werden.
Was sind Nutzungsdaten in einem Online-Hofladen?
Nutzungsdaten sind Signale aus dem Shop-Gebrauch: Seitenaufrufe, Klickpfade, Geräteinformationen, oft ergänzt durch Cookies oder Pixel. Daraus lassen sich Reichweite und Zielgruppen ableiten. Für dich zählen vor allem, welche Drittanbieter mitlaufen und ob Daten den Shop verlassen.
Wie finanziert sich Farmerino – und was kostet es mich?
Farmerino nimmt 0 € Einrichtung und 0 Euro Monatsgebühr. Es fällt nur eine Plattform-Marge von 3,9 % zzgl. USt. auf den Netto-Warenwert bei abgeschlossenen Bestellungen an, gedeckelt auf 149 €/Monat. Die zwei Kundenentgelte (0,25 € Bearbeitungsgebühr pro Bestellung sowie 2,5 % des Bestellwerts zuzüglich 0,25 € je Zahlungsvorgang) trägt der Kunde. Das Modell basiert auf Transaktionen, nicht auf Werbefinanzierung.
Welche Datenschutz-Quellen sollte ich vor dem Start prüfen?
Lies die Datenschutzerklärung des Anbieters und die Liste der Auftragsverarbeiter bzw. Tracker. Primärrechtlich gilt die DSGVO. Für Lebensmittelaufsicht und Verbraucherschutz-Orientierung helfen BVL und die zuständige Lebensmittelüberwachung vor Ort – das ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie beschreibt Farmerino sein Finanzierungsmodell?
Für den Online-Hofladen berechnet Farmerino eine Plattform-Marge auf den Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen. Kundenentgelte und optionale Pakete werden separat ausgewiesen. Angaben zur Datenverarbeitung und zu eingesetzten Diensten stehen in den rechtlichen Hinweisen.
Was ist der Unterschied zwischen Preisvergleich und Datenmodell-Vergleich?
Der Preisvergleich klärt, ob Abo oder Verkaufsgebühr für deinen Umsatz günstiger ist. Der Datenmodell-Vergleich klärt, ob „kostenlos“ über Reichweite und Tracking quersubventioniert wird. Beides solltest du getrennt beantworten, bevor du Kundschaft und Hofmarke in eine Plattform gibst.
Dein Rechenbeispiel
Rechne aus, was bei dir bleibt
Bei Farmerino zahlst du 0 € Einrichtung und 0 € im Monat. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Farmerino behält 3,9 % je abgeschlossenem Verkauf zuzüglich Umsatzsteuer, gedeckelt auf 149 € im Monat. Stelle deinen geplanten Netto-Warenwert ein und sieh den Betrag nach diesem Abzug.
Anteil (3,9 %, höchstens 149 €)
98 €
pro Monat, zzgl. USt.
Bleibt bei dir
2.384 €
pro Monat
Hochgerechnet
28.608 €
pro Jahr
Der Rechner berücksichtigt ausschließlich den Anteil von 3,9 %, gedeckelt auf 149 € im Monat, samt der Umsatzsteuer darauf. „Bleibt bei dir“ ist der Warenwert nach diesem Abzug. Eigene Kosten, Rückerstattungen und optionale Pakete sind nicht enthalten. Die separat ausgewiesenen Bearbeitungs- und Zahlungsentgelte trägt der Kunde. Ab rund 3.820 € Netto-Warenwert bleibt es bei 149 € Anteil.
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Farmerino erhebt keine Einrichtungs- oder Monatsgebühr und hat keine Mindestlaufzeit. Vom Netto-Warenwert abgeschlossener Bestellungen behält Farmerino 3,9 % zzgl. USt., gedeckelt auf 149 € pro Monat. Unterstützung bei der Einrichtung kannst du kostenlos anfragen.
