
Saisonverlängerung
Maßnahmen, um die natürliche Verfügbarkeit von Obst und Gemüse über die eigentliche Saison hinaus auszudehnen.
Techniken der Saisonverlängerung
Saisonverlängerung ist die Kunst, die natürliche Erntezeit von Obst und Gemüse über deren normale Freiland-Saison hinaus auszudehnen. Die wichtigsten Techniken: Geschützter Anbau in Foliengewächshäusern (Tomaten, Paprika), Kalthäusern (Salate, Radieschen) oder unter Vlies und Lochfolie auf dem Feld (Frühkartoffeln, Erdbeeren). Diese Systeme funktionieren passiv – ohne fossile Heizenergie – und verlängern die Saison um etwa 4–8 Wochen im Frühjahr und Herbst. Beheizte Gewächshäuser, wie sie für Wintertomaten in Holland üblich sind, lehnen die meisten Farmerino-Landwirte aus Klimagründen ab. Zweite Säule ist die Lagerhaltung: Erdkeller (2–8 °C, hohe Luftfeuchtigkeit) für Kartoffeln, Möhren und Äpfel; Kühlhäuser für Birnen und Kohl; CA-Lager (Controlled Atmosphere) mit reduziertem Sauerstoffgehalt für die ganzjährige Lagerung von Äpfeln. Dazu kommt die Konservierung: Einmachen, Trocknen, Fermentierung, Einsalzen und das Einfrieren konservieren Sommerernten für den Winter.
Saisonverlängerung auf Farmerino
Viele Farmerino-Landwirte setzen eine Kombination aus verlängerter Frischware und konservierten Produkten ein, um ihren Kunden ganzjährig ein attraktives Sortiment zu bieten. Im Frühjahr kommen die ersten Radieschen, Spinat und Kräuter aus dem unbeheizten Folientunnel, während im Winter eingelegte Gurken, fermentiertes Sauerkraut, getrocknete Kräuter und gelagerte Wurzelgemüse das Angebot ergänzen. Die Steuerung erfolgt über Verfügbarkeitstage, die exakt abbilden, wann frisches oder konserviertes Produkt in welcher Menge bestellbar ist. Im Online-Hofladen sieht der Kunde transparent, ob ein Produkt gerade frisch geerntet oder aus dem Lagerbestand verkauft wird. Saisonverlängerung ist kein Trick, sondern jahrhundertealtes landwirtschaftliches Wissen, neu interpretiert mit modernen Materialien und präziser Logistik.
Ökologische Bewertung der Saisonverlängerung
Die ökologische Bewertung von Saisonverlängerung fällt differenziert aus: Passive Techniken wie Foliengewächshäuser und Lagerung haben einen hervorragenden ökologischen Fußabdruck, weil sie die Food Miles reduzieren und den Import von Frischware aus Südeuropa oder Übersee überflüssig machen. Ein regionaler Salat aus dem Folientunnel hat einen um 80% geringeren CO₂-Fußabdruck als importierter Salat aus Südspanien per Lkw. Beheizte Gewächshäuser hingegen sind klimapolitisch höchst problematisch und werden von Farmerino nicht gefördert. Die Plattform ermutigt Landwirte, transparent mit ihrer Anbaumethode umzugehen und bevorzugt saisonale, regionale Produkte. Saisonverlängerung auf Farmerino bedeutet: mehr regionale Vielfalt ohne Klimasünden.