Hintergrund für das Farmerino Lexikon – Begriffe rund um regionale Lebensmittel

Food Miles

Strecke, die ein Lebensmittel vom Ort der Erzeugung bis zum Verbraucher zurücklegt.

Food Miles: Herkunft in Kilometern messen

Das Konzept der Food Miles wurde in den 1990er Jahren in Großbritannien entwickelt und macht die wachsende Globalisierung unserer Lebensmittelversorgung in einer einfach verständlichen Kennzahl sichtbar. Erdbeeren aus Spanien legen typisch 1.800–2.200 km zurück, bevor sie im deutschen Supermarktregal liegen. Äpfel aus Chile oder Neuseeland kommen auf über 18.000 km – das entspricht fast der halben Erdumrundung. Selbst scheinbar regionale Produkte wie Joghurt können durch Milchpulver-Importe oder zentrale Molkereistandorte unerwartet hohe Food Miles aufweisen. Der regionale Einkauf über Farmerino reduziert die Food Miles drastisch: Bei den meisten Höfen im Online-Hofladen liegt die Distanz vom Feld bis zur Haustür unter 50 km – oft sind es nur 15–30 km bis zum nächsten Hof.

Climate Impact der Food Miles

Nicht jeder Kilometer ist gleich klimaschädlich. Der Seetransport eines Containers verursacht nur etwa 10–40 g CO₂ pro Tonnenkilometer, der Lkw-Transport kommt auf 80–180 g, der Luftfracht-Transport hingegen auf katastrophale 600–1.500 g. Das Problem: Genau die empfindlichsten und hochpreisigsten Frischeprodukte – Beeren, Spargel, Fisch – werden oft per Flugzeug transportiert, weil sie schnell verderben. Farmerino-Landwirte setzen auf das Gegenteil: Die Milchmann-Lieferung bündelt Bestellungen auf optimierten Routen und fährt nur, wenn die Kühlbox voll ist. Kein Einzelversand mit halbleeren Sprinter-Fahrzeugen, sondern intelligente Tourenplanung mit maximaler Auslastung. Die Vorbestellung+Abholung an zentralen Sammelpunkten, Hofläden oder Wochenmärkten senkt die Food Miles sogar auf null für den Endkunden – weil der Landwirt ohnehin zum Markt fährt.

Food Miles und Frische

Niedrige Food Miles sind nicht nur klimafreundlich, sondern auch ein Garant für zeitnahe Verarbeitung und Nährstoffgehalt. Studien belegen, dass Vitamin C in frischem Gemüse bereits 24 Stunden nach der Ernte um 10–30% abnimmt, je nach Sorte und Lagertemperatur. Ein Salatkopf, der morgens um 7 Uhr geschnitten und mittags über den Postversand oder die Milchmann-Route geliefert wird, enthält mehr Vitamine als ein Salat aus dem Kühlregal, der vor drei Tagen 2.500 km entfernt geerntet wurde. Kürzere Transportwege bedeuten außerdem weniger Strapazen für empfindliche Früchte, weniger Druckstellen, weniger Ausschuss – und weniger Lebensmittelverschwendung. Food Miles sind also weit mehr als eine Klimazahl: Sie stehen für ein ganzheitliches System aus Frische, Nährwert und Nachhaltigkeit.

Food Miles in der Kaufentscheidung

Verbraucher können Food Miles bewusst reduzieren, indem sie saisonal und regional einkaufen. Der Farmerino Online-Hofladen zeigt zu jedem Produkt den Standort des Hofes an – oft mit Kilometerangabe zum eigenen Wohnort. Statt enttäuscht auf den ersten deutschen Spargel im Dezember zu warten, bietet die Plattform im Winter gelagertes Wurzelgemüse, fermentierte Produkte und eingekochte Spezialitäten aus der Region. Saisonalität und niedrige Food Miles gehen Hand in Hand: Wer saisonal isst, isst automatisch regional. Meist liegen die Food Miles dann unter 50 km und der CO₂-Fußabdruck ist um ein Vielfaches geringer als bei importierter Ware.