Hintergrund für das Farmerino Lexikon – Begriffe rund um regionale Lebensmittel

Naturland

International tätiger Bio-Verband mit umfassenden Standards für Erzeugung, Verarbeitung und soziale Verantwortung.

Naturland: Ökologisch, sozial, global

Naturland hebt sich von anderen Bio-Verbänden durch sein integriertes Verständnis von Nachhaltigkeit ab. 1982 gegründet, vereint der Verband heute weltweit über 140.000 Bäuerinnen und Bauern unter einem Dach, das weit über die reine ökologische Erzeugung hinausgeht. Das Naturland-Zertifikat umfasst drei Säulen: Ökologische Landwirtschaft (nach strengen Richtlinien, die über EU-Bio-Standard liegen), soziale Verantwortung (faire Arbeitsbedingungen, keine ausbeuterische Kinderarbeit, existenzsichernde Löhne) und faire Partnerschaften entlang der Lieferkette (langfristige Handelsbeziehungen, faire Erzeugerpreise, Transparenz). Naturland war der erste Verband, der Richtlinien für die ökologische Aquakultur, ökologische Waldnutzung und ökologische Textilien entwickelte. Diese ganzheitliche Perspektive macht Naturland einzigartig.

Naturland-Regionalität in Deutschland

In Deutschland sind Naturland-Betriebe vor allem in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein konzentriert, aber auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gut vertreten. Im Online-Hofladen auf Farmerino findest du Naturland-zertifizierte Höfe, die ihre Produkte direkt vermarkten. Naturland-Betriebe erfüllen hohe Ansprüche an artgerechte Tierhaltung, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Das Besondere: Viele Naturland-Höfe sind Mischbetriebe, die sowohl Tierhaltung als auch Ackerbau betreiben und damit dem Leitbild eines geschlossenen Betriebskreislaufs folgen. Der Dung der Tiere düngt die Felder, der Klee von den Öko-Flächen füttert die Kühe – ein System, das der Kreislaufwirtschaft entspricht.

Naturland Fair: Soziale Standards in der Landwirtschaft

Mit Naturland Fair zertifiziert der Verband seit 2010 auch die soziale Dimension der Landwirtschaft. Naturland Fair-zertifizierte Betriebe müssen existenzsichernde Löhne bezahlen, Arbeiterrechte respektieren, sich gegen Kinderarbeit stellen und transparente Lieferketten garantieren – und zwar nicht nur im Globalen Süden, sondern auch in Deutschland. Ein Hof in Bayern, der Erntehelfer beschäftigt, muss dieselben Sozialstandards einhalten wie eine Kaffeekooperative in Peru. Für Verbraucher schafft dies die Gewissheit, dass hinter dem Bioland-Produkt nicht nur ökologische, sondern auch soziale Gerechtigkeit steht. Farmerino-Betriebe mit Naturland Fair-Siegel sind im Hofprofil besonders gekennzeichnet und machen ihre Sozialstandards transparent.