Hintergrund für das Farmerino Lexikon – Begriffe rund um regionale Lebensmittel

Lieferkette

Gesamter Weg eines Lebensmittels vom Erzeuger über Verarbeitung und Handel bis zum Verbraucher.

Konventionelle Lieferketten für Lebensmittel umfassen oft 5–7 Stationen: Erzeuger → Großhändler → Zentrallager → Einzelhandel → Verbraucher. Bei der Direktvermarktung über Farmerino gibt es nur eine Station: Erzeuger → Verbraucher. Kürzere Lieferketten bedeuten frischere Produkte, weniger Verpackung und einen fairen Preis für den Landwirt.

Die Lieferkette ist das Rückgrat der Lebensmittelversorgung, aber auch ihre größte Schwachstelle. Je länger und komplexer die Kette, desto größer sind die Risiken: Unterbrechungen durch Transportprobleme, Qualitätsverluste durch mehrfaches Umladen und Umpacken, Intransparenz der Herkunft, intransparente Arbeitsbedingungen und eine Erosion des Vertrauens zwischen Erzeuger und Verbraucher. Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und Blockaden im Suezkanal haben gezeigt, wie verletzlich lange, globale Lieferketten sind – und wie bemerkenswert stabil die kurzen, regionalen Lieferketten der Direktvermarktung blieben. Während in den Supermärkten zeitweise die Regale leer waren, weil der Nachschub aus Spanien, den Niederlanden oder Marokko stockte, hatten die Hofläden und Direktvermarkter der Region genug Ware für ihre Kunden.

Die versteckten Kosten langer Lieferketten

Lange Lieferketten erzeugen Kosten, die nicht auf dem Preisschild stehen – die sogenannten externen Kosten. Dazu gehören CO₂-Emissionen durch Transport (ein Kilogramm importiertes Obst kann 2–10 kg CO₂-Äquivalente verursachen), Verpackungsmaterial für die vielen Umpackvorgänge (ein Salatkopf wird im Schnitt dreimal umgepackt, bevor er im Regal liegt), Lebensmittelverluste durch lange Transport- und Lagerzeiten (nach Schätzungen der FAO gehen weltweit 14 Prozent aller Lebensmittel bereits zwischen Ernte und Einzelhandel verloren), und die Abhängigkeit von globalen Märkten, die Kleinbauern in Exportländern oft zu ruinösen Preisen zwingt. Die Food Miles machen diese versteckten Transportkilometer sichtbar und sind ein nützliches Werkzeug, um die Länge von Lieferketten zu vergleichen.

Kurze Lieferketten, wie sie Farmerino ermöglicht, vermeiden diese externen Kosten weitgehend. Der Online-Hofladen verkürzt die Kette auf ein Minimum: Erzeuger → Verbraucher. Kein Großhändler, kein Zentrallager, kein Supermarktregal. Die Milchmann-Lieferung bündelt Bestellungen auf intelligenten Routen und spart so Fahrstrecke. Die Vorbestellung+Abholung verkürzt die Kette sogar auf Erzeuger ↔ Verbraucher – der Kunde fährt selbst zum Hof und holt seine Produkte ab. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern schafft auch eine direkte, persönliche Beziehung zwischen dem, der anbaut, und dem, der isst – eine soziale Dimension der Lieferkette, die in der anonymen Massenlogistik vollständig verloren geht.

Die Rolle der Kühlkette in der Lieferkette

Für empfindliche Produkte wie Milch, Fleisch und Fisch ist die Kühlkette ein kritischer Bestandteil der Lieferkette. Jede Verlängerung der Lieferkette erhöht das Risiko einer Unterbrechung der Kühlkette, was zu Qualitätsverlust und im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Risiken führt. Kurze Lieferketten haben hier einen doppelten Vorteil: Die Kühlkette ist kürzer und daher robuster, und die Zeit vom Erzeuger bis zum Verbraucher ist geringer, sodass das Produkt auch bei einer minimalen Temperaturschwankung weniger Schaden nimmt. Farmerino-Landwirte liefern Fleisch, Milch und Fisch in Kühlboxen aus, die per Milchmann-Lieferung auf kurzen Wegen direkt zum Kunden kommen – ohne Zwischenlager und ohne stundenlanges Stehen auf dem Ladehof eines Großhandels.