
Regionales Getreide & Hülsenfrüchte
Getreide und Hülsenfrüchte vom Acker nebenan – Weizen, Roggen, Dinkel, Linsen und mehr.
Regionales Getreide und Hülsenfrüchte bilden das Fundament einer nachhaltigen, bodenständigen Ernährung. Sie wachsen auf den Äckern der Region, werden schonend geerntet und gelagert und gelangen auf kurzem Weg in den Hofladen oder direkt zu dir nach Hause. Anders als anonyme Supermarktware, die oft über den Weltmarkt gehandelt wird und deren Herkunft unklar bleibt, kennst du bei regionalem Getreide den Acker, den Landwirt und die Sorte – eine Transparenz, die Sicherheit und Vertrauen schafft.
Besonders wertvoll ist die Renaissance der alten Sorten: Emmer, Einkorn, Dinkel und Waldstaudenroggen sind Urgetreide, die über Jahrtausende kultiviert wurden, bevor moderne Hochleistungszüchtungen sie verdrängten. Sie punkten mit einem intensiveren, nussigeren Aroma und einer oft besseren Verträglichkeit, da ihr Glutengerüst anders aufgebaut ist als das moderner Weizensorten. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Ackerbohnen erleben ein Comeback auf heimischen Äckern – ein großer Gewinn für die Fruchtfolge und die regionale Eiweißversorgung.
Im Farmerino Online-Hofladen findest du Erzeuger, die Getreide und Hülsenfrüchte in einer von 36 Kategorien direkt vermarkten. Ob per Vorbestellung+Abholung beim Hof deines Vertrauens oder bequem durch Lieferung per Milchmann-Prinzip: Regionale Körner und Hülsenfrüchte kommen unverfälscht in deine Küche – aus der Region, für die Region.
Alte Getreidesorten – Schätze der Agrobiodiversität
Alte Sorten wie Emmer, Einkorn und Dinkel gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Emmer, auch Zweikorn genannt, war das Brotgetreide der Pharaonen und wird heute wieder von engagierten Landwirten angebaut. Einkorn gilt als das ursprünglichste Getreide – es stammt direkt vom Wildgras ab und hat ein besonders mildes, leicht süßliches Aroma. Dinkel ist inzwischen weit verbreitet, aber auch hier gibt es große Unterschiede: Alte Dinkelsorten wie der Oberkulmer Rotkorn oder der Schwabenkorn haben mit dem modernen Zuchtdinkel kaum noch etwas gemein.
Der Anbau alter Sorten unterscheidet sich grundlegend von konventionellem Getreideanbau. Alte Sorten sind oft langleich, entwickeln tiefere Wurzeln und sind in der Lage, Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu mobilisieren. Sie benötigen weniger Düngung und sind meist widerstandsfähiger gegen Krankheiten – Eigenschaften, die in der modernen Züchtung zugunsten von Höchsterträgen verloren gingen. Viele alte Sorten sind zudem Spelzgetreide: Das Korn ist fest von einer Spelzhülle umschlossen, die es vor Pilzbefall und Schadstoffen schützt und so einen natürlichen Puffer gegen Umweltgifte bildet.
Neben dem Geschmack ist die Verträglichkeit ein entscheidender Vorteil. Viele Menschen, die auf modernes Weizenbrot mit Verdauungsproblemen reagieren, vertragen Brote aus Emmer, Einkorn oder alten Dinkelsorten deutlich besser. Das liegt an einem anderen Spektrum an Glutenproteinen – die alten Sorten enthalten weniger der sogenannten hochmolekularen Glutenin-Untereinheiten, die für die Backeigenschaften moderner Weizensorten entscheidend, aber für manche Mägen schwer verdaulich sind.
Hülsenfrüchte – das regionale Eiweißwunder
Hülsenfrüchte aus regionalem Anbau sind Proteinbomben mit Tradition. Linsen galten jahrhundertelang als das Fleisch des kleinen Mannes und wurden auf der Schwäbischen Alb, in der Eifel und in weiten Teilen Norddeutschlands großflächig angebaut. Mit dem Aufkommen billiger Fleischimporte und der industriellen Landwirtschaft verschwanden sie fast vollständig von den heimischen Äckern. Heute erleben sie eine beeindruckende Wiederbelebung.
Neben den klassischen Tellerlinsen – grün, braun, schwarz – gewinnen auch Kichererbsen, Ackerbohnen und Lupinen an Bedeutung. Kichererbsen aus deutschem Anbau galten lange als unmöglich, doch mildere Sommer und geeignete Sorten machen es möglich. Ackerbohnen – auch Saubohnen oder Puffbohnen genannt – sind extrem robust und gedeihen auch in kühleren Regionen hervorragend. Sie enthalten bis zu 30 Prozent Eiweiß und sind ein wertvoller Fleischersatz aus heimischer Erzeugung.
Ökologisch sind Hülsenfrüchte unverzichtbar: Sie leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden und in pflanzenverfügbare Form umwandeln. Damit düngen sie den Boden auf natürliche Weise und reduzieren den Bedarf an mineralischem Stickstoffdünger. In der Fruchtfolge sind sie die ideale Vorfrucht für stickstoffzehrende Kulturen wie Weizen oder Raps – eine perfekte Kreislaufwirtschaft, ganz ohne Chemie.
Vom Acker in den Hofladen – transparente Wertschöpfung
Der Weg vom Acker bis in deine Küche ist bei regionalem Getreide und Hülsenfrüchten erstaunlich kurz. Viele Höfe übernehmen die gesamte Wertschöpfungskette selbst: Sie bauen die Körnerfrüchte und Leguminosen auf ihren eigenen Flächen an, reinigen sie in der Hofanlage, lagern sie sachgerecht im Getreidesilo und verkaufen sie direkt ab Hof. Andere Höfe kooperieren mit regionalen Mühlen, die das Getreide schonend vermahlen und als Mehl, Grieß, Schrot oder Flocken zurückliefern.
Diese kurze Kette hat handfeste Vorteile. Du bezahlst nicht für lange Transportwege, Zwischenlager und Händlermargen – der Preis kommt direkt beim Erzeuger an. Gleichzeitig weißt du genau, welches Getreide in deiner Küche steht: die Sorte, das Anbaujahr, den Standort, die Anbaumethode. Diese Transparenz ist im anonymen Weltmarkt undenkbar und ein entscheidendes Qualitätsmerkmal regionaler Lebensmittel.
Über den Farmerino Online-Hofladen entdeckst du Höfe mit eigenem Getreide- und Hülsenfruchtanbau. Viele bieten ihre Produkte per Postversand an – die Körner sind trocken und lagerfähig, der Versand per Paket unkompliziert. Andere setzen auf Vorbestellung+Abholung, bei der du deine Bestellung beim nächsten Markttag oder direkt auf dem Hof abholst.
Saatgut – die Basis für Vielfalt
Hinter jedem Korn und jeder Linse steckt die unsichtbare Arbeit der Saatgut-Vermehrung. Regionale Landwirte, die Getreide und Hülsenfrüchte anbauen, sind oft zugleich Saatgut-Erhalter. Sie vermehren alte Sorten in eigener Regie, selektieren die besten Pflanzen für die nächste Aussaat und bewahren so genetische Vielfalt, die in den Genbanken der Welt nur noch auf Eis liegt.
Die Sortenvielfalt bei Getreide und Hülsenfrüchten ist enorm – und doch in den letzten hundert Jahren dramatisch geschrumpft. Von den über 2.000 Weizensorten, die um 1900 in Deutschland angebaut wurden, sind heute weniger als 50 im kommerziellen Anbau. Jeder Landwirt, der eine alte Sorte kultiviert, trägt aktiv zum Erhalt dieser Agrobiodiversität bei. Saatgut aus bäuerlicher Vermehrung ist zudem an die regionalen Bedingungen angepasst – resistenter gegen lokale Schaderreger und besser an Boden und Klima akklimatisiert als global gehandeltes Hybridsaatgut.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten alten Getreidesorten?
Sind alte Getreidesorten verträglicher als moderner Weizen?
Kann man Linsen aus Deutschland kaufen?
Wie lagere ich Getreide und Hülsenfrüchte richtig?
Warum enthalten Hülsenfrüchte so viel Eiweiß?
Getreide & Hülsenfrüchte direkt vom Bauernhof kaufen
Finde Hofläden und Direktvermarkter in deiner Nähe, die frische Getreide & Hülsenfrüchte-Produkte anbieten.