
Unverpackt-Laden
Geschäft, in dem Lebensmittel ohne Einwegverpackung verkauft werden – Kunden bringen eigene Behälter mit.
Das Konzept des Unverpackt-Ladens
Ein Unverpackt-Laden funktioniert nach einem einfachen, aber radikal nachhaltigen Prinzip: Statt vorverpackter Ware in Plastik, Karton oder Aluminium werden Sämtliche Lebensmittel lose in Großgebinden angeboten. Der Kunde bringt eigene Behälter mit – Gläser, Stoffbeutel, Metalldosen, Baumwollsäckchen – wiegt sie vor dem Befüllen (Tara), füllt die gewünschte Menge selbst ab und zahlt nur das Nettogewicht des Produkts. Das Sortiment umfasst typischerweise Trockenprodukte wie Müsli, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Mehl, Zucker, Gewürze, Tee und Kaffee, sowie oft auch Frischware wie Obst und Gemüse, Brot, Käse und Milchprodukte in Mehrwegbehältern. Auch Reinigungsmittel, Seifen und Kosmetika werden häufig zum Abfüllen angeboten. Das Ziel: kein Einwegmüll, keine Plastikflut, kein Verpackungsabfall, der nach einmaliger Nutzung in der Tonne oder schlimmer in der Umwelt landet.
Unverpackt-Prinzip in der Landwirtschaft
Viele Hofläden und Wochenmarktstände arbeiten seit jeher nach dem Unverpackt-Prinzip: Obst wird lose abgewogen, Eier in die eigene Schachtel gepackt, Kartoffeln direkt aus der Holzkiste geschaufelt. Der klassische Hofladen ist damit der Urvater der Unverpackt-Bewegung. Besonders konsequent setzt Farmerino dieses Prinzip mit dem integrierten Pfandsystem um: Produkte werden standardmäßig in Mehrwegbehältern geliefert, die bei der nächsten Milchmann-Lieferung zurückgegeben werden. Glasflaschen für Milch und Saft, Weckgläser für Joghurt und Marmelade, Holzkisten und Mehrwegboxen für Gemüse zirkulieren im Kreislauf zwischen Hof und Küche. Binnen eines Jahres ersetzt ein durchschnittlicher Farmerino-Haushalt rund 250 Einwegverpackungen.
Verpackungsmüll vermeiden mit Farmerino
Farmerino fördert das Unverpackt-Prinzip auf mehreren Ebenen: Das Pfandsystem macht Mehrweg zur einfachsten Option, das Hofprofil zeigt an, welche Betriebe ihre Ware lose oder in Mehrweg anbieten, und die Vorbestellung+Abholung funktioniert ohnehin ohne zusätzliche Versandverpackung. In Kombination mit Kreislaufwirtschaft entsteht ein System, in dem Verpackung nicht Müll ist, sondern ein Wertgegenstand, der gepflegt und zurückgegeben wird. Verbraucher, die konsequent unverpackt und regional einkaufen, reduzieren ihren jährlichen Verpackungsabfall um bis zu 40 Kilogramm – ein bedeutender Beitrag zu weniger Plastik in Ozeanen und Deponien.