
Bestäubung
Übertragung von Pollen auf die Narbe einer Blüte – ein unverzichtbarer Prozess für die Fruchtbildung bei vielen Nutzpflanzen.
Bestäubung als Ökosystem-Dienstleistung
Bestäubung ist ein elementarer biologischer Prozess: Pollenkörner werden von den Staubblättern einer Blüte auf die Narbe des Fruchtblattes derselben oder einer anderen Blüte übertragen. Nur nach erfolgreicher Bestäubung kann sich der Fruchtknoten zur Frucht entwickeln. Rund 80% der Nutz- und Wildpflanzen weltweit sind auf tierische Bestäubung angewiesen – in Mitteleuropa sind es sogar etwa 85%. Die Hauptakteure sind Honigbienen, aber auch Wildbienen (über 560 Arten allein in Deutschland), Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer. Ohne ihre unermüdliche Arbeit gäbe es kein Obst, keine Beeren, keine Mandeln, keinen Raps, keinen Kürbis und deutlich weniger Gemüse. Der ökonomische Wert der Bestäubungsleistung wird allein für die europäische Landwirtschaft auf 15–20 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Bestäubung und Landwirtschaft
Moderne Landwirtschaft und Bestäubung stehen in einem Spannungsverhältnis. Monokulturen, Pestizideinsatz und der Verlust blütenreicher Randstrukturen haben die Bestäuberpopulationen in den letzten 30 Jahren um 40–75% einbrechen lassen. Besonders problematisch ist der flächenhafte Einsatz von Neonikotinoiden, die das Nervensystem der Insekten schädigen. Imker und Landwirte auf Farmerino arbeiten hingegen oft in enger Symbiose: Der Imker stellt seine Völker auf den Feldern des Landwirts auf und sorgt für die Bestäubung der Obstbäume und Beerenkulturen. Der Landwirt verzichtet im Gegenzug auf bienengefährliche Spritzmittel und legt Bienenweiden an. Beide profitieren – und der Verbraucher erhält durch den Online-Hofladen beste Früchte von bestens bestäubten Pflanzen.
Was jeder für die Bestäubung tun kann
Bestäuberschutz beginnt im eigenen Garten und auf dem Balkon: ungefüllte Blüten pflanzen (gefüllte Sorten bieten oft keinen Nektar), auf Pestizide verzichten, Totholz und offene Sandflächen als Nistmöglichkeiten für Wildbienen anbieten. Wer beim Einkauf auf Farmerino regionale Produkte von Betrieben wählt, die Imkerei betreiben oder Bienenweiden pflegen, unterstützt aktiv den Bestäuberschutz. Das Hofprofil informiert über die bienenfreundlichen Maßnahmen jedes Hofes. Eine vielfältige Landwirtschaft mit kleinen Strukturen, Hecken, Blühflächen und Pestizidverzicht ist die beste Lebensversicherung für unsere Bestäuber – und damit für unsere Ernährung.